entwirren

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungent-wir-ren
Grundformwirr
Wortbildung mit ›entwirren‹ als Erstglied: ↗Entwirrung · ↗entwirrbar
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. Verwirrtes voneinander lösen
Beispiele:
einen Knoten, verwobene Fäden entwirren
sie war mit dem Entwirren und Aufrollen von Bindfäden beschäftigt
ein Knäuel nicht mehr zu entwirrender Stricke
übertragen
Beispiel:
ein Komplott, sich widersprechende Theorien entwirren
sich entwirrensich auflösen
Beispiele:
er näherte sich einem Menschenhaufen, der sich nur langsam entwirrte
Wenn sich die Fäden [des Schicksals] hierdurch entwirren, gut [KästnerLottchen34]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verwirren · Verwirrung · Verworrenheit · entwirren · Gewirr
verwirren Vb. ‘in Unordnung bringen, jmdn. unsicher machen, aus der Fassung bringen, irremachen’, reflexiv ‘in Unordnung geraten’, mhd. verwirren, verwürren ‘sich verwickeln, sich entzweien, in Kampf geraten’. Das schwache Verb übernimmt von stark flektierendem ahd. firwerran ‘beunruhigen, verwirren’ (um 1000), mhd. verwerren ‘in Verwirrung, Unordnung, Unruhe bringen, entzweien’ (literarisch bis ins 17. Jh. belegt) das zugehörige Part. Prät. verworren, das bis heute neben verwirrt erhalten bleibt. Zur Etymologie s. ↗wirr. Verwirrung f. ‘Unordnung, Durcheinander, Aufregung’ (15. Jh.). Verworrenheit f. (15. Jh.); vgl. mhd. verworrenkeit. entwirren Vb. ‘(ungeordnet Verschlungenes) auseinanderziehen, ordnend auflösen, die Unklarheit, Schwierigkeit einer Sache auflösen’ (16. Jh.); vgl. mhd. (stark) entwerren ‘in Ordnung bringen, entwirren’. Gewirr n. ‘Durcheinander, Wirrwarr’ (16. Jh.); vgl. mhd. gewerre m. n. ‘Zwietracht, Streit, Durcheinander’.

Thesaurus

Synonymgruppe
entflechten · entwirren  ●  ↗aufdröseln  ugs. · auseinanderdröseln  ugs. · auseinanderfriemeln  ugs., ruhrdt. · ↗auseinanderklamüsern  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›entwirren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entwirren‹.

Verwendungsbeispiele für ›entwirren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit jedem neuen Wechsel wird es schwieriger, dies zu entwirren.
Die Zeit, 19.04.2006, Nr. 16
Historiker sind bemüht, die Ereignisse der letzten 50 Jahre zu entwirren.
Die Welt, 05.11.1999
Alles mußte sich entwirren und in den Wiederholungen regelmäßig werden.
Born, Nicolas: Die Fälschung, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1980 [1979], S. 214
Reihen, die schon sehr lang sind, verlängert man nicht gern noch mehr, weil es sonst immer schwerer wird, sie zu entwirren.
Meister, Friedrich: Leichte und schwierige Patiencen, Minden: Philler 1959 [1948], S. 45
Wie wird sein Sohn, sein Erbe, Dereinst die Zeit entwirren?
Blunck, Hans Friedrich: Sage vom Reich II, Hamburg: Hanseatische Verlagsanstalt 1943, S. 50
Zitationshilfe
„entwirren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entwirren>, abgerufen am 07.04.2020.

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