entziehen

GrammatikVerb · entzog, hat entzogen
Aussprache
Worttrennungent-zie-hen
Grundformziehen
Wortbildung mit ›entziehen‹ als Erstglied: ↗Entziehung  ·  mit ›entziehen‹ als Grundform: ↗Entzug
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdm., einer Sache etw. wegnehmen
a)
Beispiel:
dem Kraftfahrer wurde (wegen Trunkenheit am Steuer) der Führerschein entzogen
bildlich
Beispiele:
jmdm. das Wort entziehen
Damit ist der Möglichkeit einer Infektion der Boden entzogen [SchleichVergangenheit302]
b)
etw. aus etw. herausziehen
Beispiel:
die Pflanzen entziehen dem Boden Nährstoffe
c)
Beispiel:
sie entzog ihm ihre Hand (= zog sie weg)
d)
jmdm. etw. nicht mehr, nicht länger geben, zugestehen
Beispiele:
jmdm. den Kredit, seine Unterstützung, Gunst, Gnade entziehen
er entzog ihm seine Hilfe, Freundschaft, seinen Beistand
dem Kranken Tabak und Alkohol entziehen (= verbieten)
2.
sich jmdm., einer Sache entziehen
a)
gehoben sich von jmdm., einer Sache zurückziehen
Beispiele:
sich jmdm., der Welt, der Gesellschaft entziehen
Es wäre doch klüger gewesen, er ... hätte sich dem ganzen Trubel entzogen [Feuchtw.Oppermann8]
eine Kranke, die sich ins Sanatorium nach Davos entzog [FrischStiller366]
b)
sich von etw. frei machen
Beispiele:
gehoben er konnte sich ihrem Reiz, Zauber, der Stimmung nicht entziehen (= blieb nicht unberührt davon)
sie hatte sich mit erbitterter Gegenwehr seiner Umarmung entzogen [L. FrankMathilde5,129]
c)
gehoben
Beispiel:
er entzog sich ihren Blicken, der Aufmerksamkeit, Beobachtung (= verbarg sich davor)
d)
einer Sache nicht nachkommen
Beispiele:
er entzieht sich seinen Verpflichtungen, seiner Pflicht, Schuldigkeit, Verantwortung
sich jmds. Bitte entziehen
e)
papierdeutsch
Beispiele:
er entzog sich der Verhaftung durch die Flucht (= floh, bevor er verhaftet werden konnte)
das entzieht sich unserer Kenntnis (= das wissen wir nicht)
etw. entzieht sich der Kontrolle, Berechnung, Beurteilung (= etw. ist nicht zu kontrollieren, zu berechnen, zu beurteilen)

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aus der Verantwortung stehlen · ↗(sich) davonstehlen · (sich) der Verantwortung entziehen · (sich) einen schlanken Fuß machen · (sich) entziehen · (sich) nicht stellen · aus dem Wege gehen · ↗ausweichen · ↗meiden · ↗scheuen  ●  (sich) drücken (vor)  ugs. · (sich) herumdrücken (um)  ugs. · ↗fliehen (literar.)  geh. · ↗kneifen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • (sich) entziehen
Synonymgruppe
(sich) aneignen · ↗abnehmen · ↗abräumen · ↗entreißen · ↗entwenden · entziehen · ↗fortnehmen · ↗herunternehmen · ↗mitnehmen · ↗wegnehmen  ●  ↗abjagen  ugs. · ↗abknapsen  ugs. · ↗abknöpfen  ugs. · ↗abluchsen  ugs. · ↗abringen  ugs. · ↗abzwacken  ugs. · das Wasser abgraben  ugs. · ↗wegschnappen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem etwas) entziehen · ↗(jemandem) (eine Aufgabe) abnehmen · ↗(jemanden) (von einer Aufgabe) entbinden · (jemanden) abziehen (von einer Aufgabe) · ↗(jemanden) entpflichten · ↗(jemanden) herausnehmen · ↗(jemanden) herausziehen · abgeben müssen (Aufgabe)  ●  ↗(jemanden) rausnehmen  ugs. · ↗(jemanden) rausziehen  ugs.
Zitationshilfe
„entziehen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entziehen>, abgerufen am 26.05.2019.

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