epochal

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung epo-chal
Wortzerlegung Epoche -al
eWDG

Bedeutung

gehoben für einen großen Zeitabschnitt Geltung habend, hochbedeutend
Beispiele:
ein Dichter, Werk von wahrhaft epochaler Wirkung
es wäre verfrüht, dieser Erfindung schon heute eine epochale Bedeutung beizumessen
daß er in der Revolution eine Enthüllung der ganzen nationalen Kraft, ihre epochale Nutzanwendung erkannt haben würde [ H. MannZeitalter134]
umgangssprachlich, übertrieben aufsehenerregend
Beispiele:
eine epochale Maßnahme
das ist ja eine epochale Idee!
In meinem Gedächtnis ist dieser Tag [Geburtstag] verzeichnet gleichsam als epochaler Augenblick [ G. Hauptm.3,136]
Jetzt stirbt se [die Sängerin auf der Bühne], epochal (= einfach großartig) [ BrechtCommune10]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Epoche · epochemachend · epochal
Epoche f. ‘Zeitabschnitt’. Mlat. epocha, griech. epochḗ (ἐποχή) ‘fester Zeitpunkt, nach dem die Zeit berechnet wird’, eigentlich ‘das An-, Zurückhalten, Hemmung, Unterbrechung, Halte-, Fixpunkt’, zu griech. epéchein (ἐπέχειν) ‘auf etw. zuhalten, an-, innehalten, verweilen’, wird im 17. Jh. ins Dt. entlehnt, zunächst in lat. Form Epocha, unter Einfluß von frz. époque auch Epoca, Epocke. Das Substantiv bezeichnet jedoch im Dt. wie im modernen Frz. (im Unterschied zum Griech. und Mlat.) den ‘Zeitraum bedeutender historischer Ereignisse’. Nur in der festen Verbindung Epoche machen (18. Jh.), die frz. faire époque übersetzt, ist die im Frz. des 17./18. Jhs. geläufige Bedeutung ‘Zeitpunkt, an dem Bemerkenswertes geschieht (und in dem daher der Beginn eines neues Zeitabschnitts gesehen werden kann)’ noch zu erkennen; hierzu epochemachend Part.adj. ‘eine neue Epoche einleitend, bemerkenswert’ (18. Jh.). epochal Adj. ‘bedeutend’, latinisierende Ableitung des 20. Jhs.

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›epochal‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›epochal‹.

Verwendungsbeispiele für ›epochal‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier ist der letzte epochale Roman des vergangenen Jahrhunderts entstanden. [Die Zeit, 13.02.2012, Nr. 07]
Die junge Generation dieser Stunde Null will keine epochalen Werke mehr schreiben, und das ist gerade ihre Stärke. [Die Zeit, 07.10.1994, Nr. 41]
Es ist, glaube ich, nicht übertrieben, sie als ein kunsthistorisch epochales Ereignis zu apostrophieren. [Die Zeit, 02.09.1966, Nr. 36]
Das klingt zwar jetzt, nach 16 Jahren als Kanzler und nach all den epochalen Leistungen, die man ihm zuerkennt, ziemlich grotesk. [Süddeutsche Zeitung, 26.09.1998]
Aber in einem sehr allgemeinen, sozusagen epochalen Sinne, gehörte sie mit diesen doch weit eher zusammen. [Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 919]
Zitationshilfe
„epochal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/epochal>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
epizoisch
epithelial
epistolar
epistemologisch
epistemisch
epochemachend
equipieren
er
er-
erachten