er

GrammatikPersonalpronomen (Maskulinum)
Aussprache
Wortbildung mit ›er‹ als Grundform: ↗ihm · ↗ihn · ↗sein2 · ↗seiner
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Bezeichnung für eine besprochene Person oder Sache maskulinen Geschlechts
im Nom.
Beispiele:
wo ist der Vater? Er sitzt im Zimmer
hier ist der gesuchte Schlüssel, er lag unter dem Schrank
als wir den See das erste Mal sahen, war er vom Sturm aufgewühlt
wird er oder sie den Brief unterschreiben?
er und sie (= die beiden Eheleute) sind ins Kino gegangen
er (= das Vogelmännchen) holt das Futter für die Jungen
dient zur Wiederaufnahme einer unmittelbar vorher erwähnten, nachdrücklich genannten Person oder Sache
Beispiele:
dieser Junge, ist er nicht ein Teufelskerl?
der leuchtende Mond, in dieser Nacht hat er uns den Weg gewiesen
kann sich auch, meist um Spannung hervorzurufen, auf eine später genannte Person oder Sache beziehen
Beispiele:
da sitzt er nun, dieser jämmerliche Bursche, und weiß sich nicht zu helfen
er kommt immer wieder, dieser fürchterliche Gedanke
Er, Arnheim, war ein großer Herr [MusilMann655]
ErGott
Beispiel:
Was Er uns auferlegt, ist ohnegleichen [BennDestillationen31]
im Akk.
Beispiele:
ich kenne ihn
wir müssen etwas für ihn zum Geburtstag kaufen
sie kann ohne ihn nicht leben
man hat sich über ihn beschwert
ich kann ihn nicht loswerden, diesen Gedanken
im Dat.
Beispiele:
ich habe ihm das Buch gegeben
wir begegneten ihm an der Ecke
wir gingen zu ihm, saßen neben ihm, arbeiteten mit ihm, erzählten von ihm
im Gen.
gehoben
Beispiele:
wir gedachten seiner
veraltet wir gedachten sein
im Rahmen des Argots oder außerhalb seiner [Neue dt. Lit.1964]
2.
veraltet Bezeichnung für eine angesprochene Person maskulinen Geschlechts
Beispiele:
Komm Er, wie Er will, Herr Wachtmeister
Und das ist nun das dritte Mal, bedenk' Er! [SchillerPiccolominiI 1]
meine Augen werden nichts wider Ihn haben [LessingMinnaIII 11]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

er · es
er es Pers.pron. m. n. der 3. Pers. Sing. Ahd. ir, er ‘er’, , ‘es’, mhd. er, , asächs. it ‘es’, anord. (runisch) is, ‘er’, got. is ‘er’, ita ‘es’ sind verwandt mit aind. idám ‘es’, lat. is ‘der(jenige), dieser, er’, id ‘das(jenige), dieses, es’, lit. jìs ‘er, sie’, air. ē ‘er’ (wohl aus *eis), so daß ein Pronominalstamm ie. *ei-, *i-, daneben wohl auch ie. *e- anzusetzen ist. Für das Germ. wird im Nominativ Sing. Mask. ein allen Sprachen ursprünglich gemeinsames *is, *iz bzw. *ez angenommen; jedoch sind im Asächs. und Aengl. *iz, *ez in schwachtoniger Stellung zu *ē̌, *ī̌ geworden und durch anlautendes h- aus dem Demonstrativpronomen germ. *hi- (z. B. in ahd. *hiu tagu, s. ↗heute) gestützt worden, daher asächs. hē̌, hī̌ ‘er’, mnd. , aengl. hē̌ ‘er’, engl. he. Das gleiche h- erscheint in anord. hann ‘er’ (aus hānn, *hānʀ, dessen Wortkern *ānn, *ānʀ wohl aus germ. *jainaz, vgl. got. jains, s. ↗jener, hervorgegangen ist). Die Anrede Er (17. Jh.) beruht auf dem Einfluß frz.-ital. Höflichkeitssprache und steht stellvertretend für Herr und dgl. Im 18. Jh. wird sie ersetzt durch Sie (s. ↗sie), während Er Anrede sozial niedrigstehender Personen wird.

Typische Verbindungen
computergeneriert

arbeiten bekommen bleiben bringen erklären erzählen finden fragen führen geben gehen glauben halten kennen kommen lassen machen meinen nehmen nennen sagen schreiben sehen spielen sprechen stehen stellen tun wissen zeigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›er‹.

Zitationshilfe
„er“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/er>, abgerufen am 21.10.2019.

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