erbauen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunger-bau-en
Wortzerlegunger-bauen1
Wortbildung mit ›erbauen‹ als Erstglied: ↗Erbauer · ↗Erbauung2  ·  mit ›erbauen‹ als Letztglied: ↗auferbauen1
eWDG, 1967

Bedeutung

einen Bau fertigstellen
Beispiele:
ein Haus erbauen
die Kirche wurde im Jahre 1750 erbaut
das zerstörte Theater wurde nach dem Kriege neu erbaut
sprichwörtlichRom ist auch nicht an einem Tage erbaut worden (= alles braucht seine Zeit)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bauen · Bauer1 · erbauen
bauen Vb. ‘errichten, anpflanzen’. Ursprünglich reduplizierendes Verb mit intervokalischem -w-, ahd. būwan, būwen ‘wohnen, bewohnen, Ackerbau treiben’ (8. Jh.), mhd. būwen, biuwen, bouwen ‘wohnen, Ackerbau treiben, errichten’, asächs. būan, būwan, mnd. būwen ‘(Häuser) bauen, errichten, bebauen, bewohnen’, mnl. bauwen, būwen, nl. bouwen, aengl. būan, bū(w)ian, anord. būa ‘wohnen, ausrüsten’ gehört wie ↗Bau (s. d.) zur Ablautform ie. *bhū- der Wurzel ie. *bheu-, *bheu̯ə-, got. bauan ‘wohnen, bewohnen’, gabauan ‘Wohnung aufschlagen’ dagegen zur Ablautform *bhōu̯-. Die Bedeutung der Wurzel ist wohl ‘wachsen, gedeihen’ (im Sinne von ‘schwellen’, sofern ursprüngliche Verwandtschaft mit der Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- besteht, s. ↗Bausch, ↗Beule, ↗Busen), dann ‘entstehen, werden, sein’, schließlich ‘gewohnheitsmäßig an einem Ort sein, wohnen’. Außergerm. stellen sich dazu aind. bhávati ‘wird, entsteht, ist’, bhavanam ‘Wohnung, Heim’, bhū́ḥ ‘Welt, Ort’, griech. phýein (φύειν) ‘wachsen lassen’, phýsis (φύσις) ‘Natur’, phī́ty (φῖτυ) ‘Keim, Sproß’, phōleós (φωλεός) ‘Lager, Höhle wilder Tiere’, lat. fuisse ‘gewesen sein’, aslaw. byti ‘sein, werden’, russ. byt’ (быть), lit. bū́ti ‘sein’; vgl. auch nhd. bin, bist (s. ↗sein1). Heute überwiegt bei bauen die Bedeutung ‘(ein Haus) errichten’ (entsprechend Bau ‘Errichtung, Gebäude’), während ‘Ackerbau treiben, das Feld bestellen’ weitgehend von Präfixbildungen übernommen wird: anbauen Vb. (15. Jh.), bebauen Vb., ahd. bibūwan ‘bewohnen’ (9. Jh.), mhd. bebūwen ‘das Feld bestellen’ (14. Jh.). Hierzu auch das in Bildungen wie Ackerbauer, Erbauer usw. erhaltene Nomen agentis Bauer1 m. ahd. bū(w)āri ‘Bewohner, Siedler, Landmann’ (9. Jh.), mhd. būwære, bouwære ‘Bauer, Erbauer’, mnd. būwer. erbauen Vb. ‘be-, an-, aufbauen’, übertragen (in Anlehnung an kirchenlat. aedificāre, bibl.-griech. oikodomeῖn (οἰκοδομεῖν) ‘im Glauben stärken, geistig fördern’, mhd. erbūwen, erbiuwen.

Thesaurus

Synonymgruppe
anlegen · ↗aufbauen · ↗aufrichten · ↗aufstellen · erbauen · ↗errichten · ↗erstellen · ↗erzeugen · ↗hinstellen · ↗hochziehen · ↗konstruieren · ↗schaffen  ●  ↗hinklotzen  derb
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›erbauen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Architekt Backstein Baumeister Burg Denkmalschutz Dom Festung Gotteshaus Herrenhaus Hügel Jahrhundertwende Jugendstil Kathedrale Kolonialstil Landhausstil Lehmziegel Moschee Palast Pyramide Sandstein Schloß Stil Tempel Turm Villa Ziegel auferbauen erbauen renovieren restaurieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erbauen‹.

Verwendungsbeispiele für ›erbauen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man eine entsprechende Datenbank erstellt, kann man ein Gebäude ganz im virtuellen Raum erbauen.
Süddeutsche Zeitung, 19.05.2001
Sie werden sich jedoch gewaltig anstrengen müssen, möglichst rasch weitere Werke zu erbauen.
Die Zeit, 20.01.1964, Nr. 03
Das Theater hat fünf Ränge und ist in neuklassizistischem Stil erbaut.
Bussi, Francesco: Piacenza. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1962], S. 45672
In allen wichtigen Städten und ebenso auf dem Lande wurden buddhistische Tempel und Klöster erbaut.
Frankel, Hans H.: China bis 960. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 2625
Diese Häuser hier wurden niedergerissen, damit an ihrer Stelle größere, schönere, gesündere erbaut werden konnten.
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 340
Zitationshilfe
„erbauen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erbauen#1>, abgerufen am 22.02.2020.

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erbauen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunger-bau-en
Wortbildung mit ›erbauen‹ als Erstglied: ↗Erbauung1  ·  mit ›erbauen‹ als Letztglied: ↗auferbauen2
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich an etw. erbauensich andächtig, besinnlich gestimmt durch etw. innerlich erheben lassen
Beispiele:
sich an einem Gedicht, Gemälde erbauen
er erbaut sich gern an guter Musik
an der schönen Aussicht konnte sie sich immer wieder erbauen
etw. erbaut jmdn.
Beispiele:
das Gespräch im Freundeskreis hatte ihn sehr erbaut
die gehaltvolle Predigt des Pfarrers erbaute die Gemeinde
Evangelische Schriften ... erbauten ihn fast täglich [KügelgenJugenderinnerungen366]
2.
umgangssprachlich von, über etw. nicht erbaut seinvon etw. nicht entzückt sein
Grammatik: meist verneint
Beispiele:
von seinem Besuch bin ich nicht sehr erbaut
wir waren über diese neue Regelung nicht sonderlich erbaut
die Eltern sind von den Zensuren ihres Kindes nicht gerade erbaut
er ist von diesem Angebot, Plan sehr erbaut gewesen
Die mir übergeordneten Stellen [waren] wenig erbaut von dem Zwischenfall [JahnnHolzschiff182]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bauen · Bauer1 · erbauen
bauen Vb. ‘errichten, anpflanzen’. Ursprünglich reduplizierendes Verb mit intervokalischem -w-, ahd. būwan, būwen ‘wohnen, bewohnen, Ackerbau treiben’ (8. Jh.), mhd. būwen, biuwen, bouwen ‘wohnen, Ackerbau treiben, errichten’, asächs. būan, būwan, mnd. būwen ‘(Häuser) bauen, errichten, bebauen, bewohnen’, mnl. bauwen, būwen, nl. bouwen, aengl. būan, bū(w)ian, anord. būa ‘wohnen, ausrüsten’ gehört wie ↗Bau (s. d.) zur Ablautform ie. *bhū- der Wurzel ie. *bheu-, *bheu̯ə-, got. bauan ‘wohnen, bewohnen’, gabauan ‘Wohnung aufschlagen’ dagegen zur Ablautform *bhōu̯-. Die Bedeutung der Wurzel ist wohl ‘wachsen, gedeihen’ (im Sinne von ‘schwellen’, sofern ursprüngliche Verwandtschaft mit der Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- besteht, s. ↗Bausch, ↗Beule, ↗Busen), dann ‘entstehen, werden, sein’, schließlich ‘gewohnheitsmäßig an einem Ort sein, wohnen’. Außergerm. stellen sich dazu aind. bhávati ‘wird, entsteht, ist’, bhavanam ‘Wohnung, Heim’, bhū́ḥ ‘Welt, Ort’, griech. phýein (φύειν) ‘wachsen lassen’, phýsis (φύσις) ‘Natur’, phī́ty (φῖτυ) ‘Keim, Sproß’, phōleós (φωλεός) ‘Lager, Höhle wilder Tiere’, lat. fuisse ‘gewesen sein’, aslaw. byti ‘sein, werden’, russ. byt’ (быть), lit. bū́ti ‘sein’; vgl. auch nhd. bin, bist (s. ↗sein1). Heute überwiegt bei bauen die Bedeutung ‘(ein Haus) errichten’ (entsprechend Bau ‘Errichtung, Gebäude’), während ‘Ackerbau treiben, das Feld bestellen’ weitgehend von Präfixbildungen übernommen wird: anbauen Vb. (15. Jh.), bebauen Vb., ahd. bibūwan ‘bewohnen’ (9. Jh.), mhd. bebūwen ‘das Feld bestellen’ (14. Jh.). Hierzu auch das in Bildungen wie Ackerbauer, Erbauer usw. erhaltene Nomen agentis Bauer1 m. ahd. bū(w)āri ‘Bewohner, Siedler, Landmann’ (9. Jh.), mhd. būwære, bouwære ‘Bauer, Erbauer’, mnd. būwer. erbauen Vb. ‘be-, an-, aufbauen’, übertragen (in Anlehnung an kirchenlat. aedificāre, bibl.-griech. oikodomeῖn (οἰκοδομεῖν) ‘im Glauben stärken, geistig fördern’, mhd. erbūwen, erbiuwen.

Thesaurus

Synonymgruppe
anlegen · ↗aufbauen · ↗aufrichten · ↗aufstellen · erbauen · ↗errichten · ↗erstellen · ↗erzeugen · ↗hinstellen · ↗hochziehen · ↗konstruieren · ↗schaffen  ●  ↗hinklotzen  derb
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›erbauen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Architekt Backstein Baumeister Burg Denkmalschutz Dom Festung Gotteshaus Herrenhaus Hügel Jahrhundertwende Jugendstil Kathedrale Kolonialstil Landhausstil Lehmziegel Moschee Palast Pyramide Sandstein Schloß Stil Tempel Turm Villa Ziegel auferbauen erbauen renovieren restaurieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erbauen‹.

Verwendungsbeispiele für ›erbauen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man eine entsprechende Datenbank erstellt, kann man ein Gebäude ganz im virtuellen Raum erbauen.
Süddeutsche Zeitung, 19.05.2001
Sie werden sich jedoch gewaltig anstrengen müssen, möglichst rasch weitere Werke zu erbauen.
Die Zeit, 20.01.1964, Nr. 03
Das Theater hat fünf Ränge und ist in neuklassizistischem Stil erbaut.
Bussi, Francesco: Piacenza. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1962], S. 45672
In allen wichtigen Städten und ebenso auf dem Lande wurden buddhistische Tempel und Klöster erbaut.
Frankel, Hans H.: China bis 960. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 2625
Diese Häuser hier wurden niedergerissen, damit an ihrer Stelle größere, schönere, gesündere erbaut werden konnten.
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 340
Zitationshilfe
„erbauen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erbauen#2>, abgerufen am 22.02.2020.

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