erben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunger-ben
Wortbildung mit ›erben‹ als Erstglied: ↗Erbanlage · ↗Erbanspruch · ↗Erbauseinandersetzung · ↗Erbbauer · ↗Erbbegräbnis · ↗Erbbiologie · ↗Erbeigenschaft · ↗Erbfaktor · ↗Erbfall · ↗Erbfehler · ↗Erbfeind · ↗Erbfolge · ↗Erbgang · ↗Erbgut · ↗Erbhof · ↗Erbkrankheit · ↗Erbmasse · ↗Erbmolekül · ↗Erbonkel · ↗Erbpacht · ↗Erbpathologie · ↗Erbrecht · ↗Erbschein · ↗Erbschleicher · ↗Erbstreitigkeit · ↗Erbstück · ↗Erbsünde · ↗Erbtante · ↗Erbteil · ↗Erbteilung · ↗Erbuntertänigkeit · ↗Erbvertrag · ↗Erbzins · ↗Erbübel · ↗erbberechtigt · ↗erbbiologisch · ↗erbeingesessen · ↗erbfähig · ↗erbunfähig
 ·  mit ›erben‹ als Letztglied: ↗beerben · ↗enterben · ↗ererben · ↗forterben
 ·  mit ›erben‹ als Grundform: ↗vererben  ·  formal verwandt mit: ↗angeerbt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. von einem Verstorbenen als Eigentum erhalten
Beispiele:
ein Haus, Grundstück, großes Vermögen (von den Eltern, vom Onkel) erben
der älteste Sohn erbte den Hof
sie hat (etw.) geerbt (= ist Erbin geworden)
[zu jmdm., der wider Erwarten viel Geld hat oder ausgibt:] du hast wohl geerbt?
umgangssprachlich
Beispiele:
hier ist nichts zu erben, kannst du nichts erben (= bekommen)
das Buch, Taschenmesser hatte er von seinem Freund geerbt (= aus dessen Besitz geschenkt bekommen)
Die können allesamt bei mir nichts erben [DöblinAlexanderpl.67]
2.
etw. von den Vorfahren als Erbanlage mitbekommen
Beispiele:
die Begabung, den Eigensinn hat er von seinem Vater geerbt
von der Mutter hatte sie die blauen Augen, die schmale Nase geerbt
Und doch muß sie [die Mutter] es sein, von der er die meisten seiner Gaben geerbt hat [HesseNarziß5,56]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Erbe1 · Erbe2 · erben · beerben · vererben · Erbfeind · Erblasser · erblich · Erbschaft · Erbschleicher · Erbsünde
Erbe1 n. ‘Hinterlassenschaft eines Verstorbenen’. Die neutrale ja-Bildung (germ. *arbja-) ahd. erbi (9. Jh.), mhd. erbe ‘Hinterlassenschaft, Vererbung, Erbschaft’, asächs. erƀi, mnd. erve, arve, mnl. erve, nl. erf, afries. erve, aengl. ierfe, anord. erfi ‘Leichenfeier’, got. arbi ist wie das die gleiche Stammbildung (ie. -i̯o-) und Semantik aufweisende air. orb(b)e, orpe ‘das Erbe’, auch ‘der Erbe’, verwandt mit aind. árbhaḥ ‘klein, jung, schwach, Kind’, armen. orb ‘Waise’, griech. orphanós (ὀρφανός) ‘verwaist’, lat. orbus ‘einer Sache beraubt, verwaist’, aslaw. rabъ ‘Knecht, Diener, Sklave’, aruss. robъ ‘Diener, Sklave’, robja ‘Kind’, russ. (mit Vokalassimilation) rebënok (ребёнок) ‘kleines Kind’ und führt mit diesen auf ie. *orbh- ‘verwaist, Waise’ bzw. (für die schutzlose, sich verdingende Waise) ‘Knecht’ (dazu wohl auch ↗Arbeit und ↗arm, s. d.). Ausgangsbedeutung ist für das Germ. und Kelt. ‘das einer Waise Gehörige’, also ‘einer Waise rechtlich zufallendes Besitztum’. Daneben als maskuliner (j)an-Stamm Erbe2 m. ‘wer berechtigt ist, ein Erbe anzunehmen’, ahd. erbo (8. Jh.), mhd. erbe, mnd. mnl. erve, aengl. ierfa, anord. arfi, got. arbja. erben Vb. ‘Erbe sein, eine Hinterlassenschaft erhalten’, ahd. (8. Jh.), mhd. erben, mnd. mnl. nl. erven, aengl. ierfian, anord. erfa (germ. *arbjan). beerben Vb. ‘jmds. Hinterlassenschaft erhalten’, mhd. beerben. vererben Vb. ‘als Erbschaft übertragen, hinterlassen’, mhd. vererben. Erbfeind m. ‘über Generationen hinweg verhaßter Gegner’, mhd. erbevīnt ‘Teufel’, dann übertragen auf die als Nachfahren des Teufels angesehenen heidnischen Türken (15. Jh.), später auf die Franzosen (16. Jh.); wohl in Anlehnung an Erbsünde (s. unten) gebildet. Erblasser m. ‘wer ein Erbe hinterläßt’ (15. Jh.); vgl. mhd. daʒ erbe lān ‘hinterlassen’. erblich Adj. ‘sich vererbend, durch Erbfolge bestimmt, durch Vererbung übertragbar’ (15. Jh.), ahd. arblīh ‘erblich, vererbt’ (10. Jh.), mhd. erbelīchen Adv. Erbschaft f. ‘hinterlassenes Gut’, mhd. erbschaft, auch ‘Erbfolge, Teilnahme am Erbe, Erbanspruch’. Erbschleicher m. ‘wer auf unmoralische Weise oder widerrechtlich in den Besitz eines Erbes zu gelangen sucht’ (Ende 17. Jh.), Übersetzung von gleichbed. lat. hērēdipeta (zu lat. hērēdium ‘Erbgut’ und petere ‘zu erreichen suchen, streben, bitten, sich bewerben’). Erbsünde f. nach christlichem Glauben die dem Menschen durch den biblischen Sündenfall angeborene Sündhaftigkeit, mhd. erbesünde. Zum Komplex vgl. Grønvik The Words for ‘heir’, ‘inheritance’ and ‘funeral feast’ in Early Germanic (1982).

Thesaurus

Synonymgruppe
erben  ●  ↗ererben  veraltet

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anwesen Begabung Ehegatte Ehepartner Elternteil Gen Großeltern Großmutter Großvater Millionenvermögen Nachkomme Nachlaß Neffe Onkel Papa Schuldenberg Talent Tante Thron Urgroßvater Vater Vermögen Vorfahr Vorfahren Vorgänger Vorgängerin Vorgängerregierung forterben steuerfrei vererben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Den guten Geschmack dürfte der Vater von vier Kindern mit königlichem Blut indes geerbt haben.
Die Welt, 17.01.2002
Auch sie hatte diese Augen, geerbt von ihrem Vater, genau wie ihre Schwester.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 103
Bing wird von seinem Vater einmal 600 Millionen Dollar erben.
Der Tagesspiegel, 26.10.2000
Von seinen Lehrern hatte er den Sinn für zuchtvollen Stil geerbt.
Quitin, José: Marsick (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1960], S. 30015
Sie hat von einem toten Maler ein Vermögen geerbt, Lauters heißt er!
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 173
Zitationshilfe
„erben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erben>, abgerufen am 25.08.2019.

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