erbittern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunger-bit-tern
Grundformbitter
Wortbildung mit ›erbittern‹ als Grundform: ↗erbittert
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. erbittert jmdn.etw. versetzt jmdn. in bitteren Groll
Beispiele:
die dauernden Anspielungen, seine Misserfolge erbitterten ihn sehr
die anhaltende schlechte Versorgung mit Nachschub hatte die Soldaten erbittert
Durch ein solches Betragen erbittern Sie nur die gnädige Frau [NestroyTod am HochzeitstageII 10]
sich erbitternsich in bitterem Groll erregen
Beispiele:
»Scheinbar?« erbitterte Jaakob sich da [Th. MannJoseph3,370]
Raus aus'm Dreck – rin in'n Dreck, erbitterten sich die Schipper [A. ZweigErziehung283]
oft im Part. Prät.
erbittertvoll bitteren Grolls
Beispiele:
die erbitterten Bauern, Ureinwohner erhoben sich gegen ihre Feudalherren, Unterdrücker
er war über die Verleumdung, erlittene Ungerechtigkeit tief, aufs äußerste erbittert
Meine Leute sind erschöpft, Außerdem sind sie erbittert gegen mich [BrechtAusnahme2]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bitter · bitterlich · Bitterkeit · Bitternis · erbittern · Erbitterung · verbittern · Verbitterung
bitter Adj. ‘herb und unangenehm im Geschmack’, übertragen ‘schmerzlich, scharf, beißend’, verstärkend ‘sehr, groß’, ahd. bittar (8. Jh.), mhd. bitter ‘scharf, schneidend, beißend, schmerzhaft, schmerzbereitend’, speziell ‘bitter von Geschmack’, asächs. bittar, mnd. mnl. nl. bitter, aengl. biter, engl. bitter, anord. bitr (germ. *bitra-), mit Hochstufe got. baitrs (germ. *baitra-) gehört mit dem Suffix germ. -ra- zu ↗beißen (s. d.). Die zu erwartende hd. Verschiebung des im Westgerm. durch Einfluß des nachfolgenden r geminierten t zu tz ist unterblieben (vgl. auch Otter, zittern). Ursprünglich ‘beißend, schneidend, scharf’ (die mhd. Dichtung spricht von swerten bitter, eigentlich ‘beißenden Schwertern’), doch wird das Adjektiv schon früh auf den Geschmack und auf andere Empfindungen bezogen (bitterer Ernst, Schmerz, bittere Reue). Seit dem 18. Jh. dient bitter auch zur Verstärkung: bittere Not, Kälte; sich bitter rächen. bitterlich Adj. ‘ein wenig bitter’, verstärkend ‘groß, sehr’, mhd. bitterlich. Bitterkeit f. ‘bitterer Geschmack, bitteres Gefühl, Verbitterung’, mhd. bitterkeit; voraus geht ahd. bittarīgheit ‘Schärfe, Bissigkeit, Verbitterung (der Rede)’ (Hs. 12. Jh.). Bitternis f. gehobener Ausdruck für ‘Bitterkeit, bitteres Gefühl’, Plur. Bitternisse ‘Leiden’ (1. Hälfte 19. Jh.). erbittern Vb. ‘in bitteren Groll, in Zorn versetzen’, mhd. erbittern ‘kränken, zu Zorn und Haß treiben’, gebildet zum Simplex ahd. bitt(a)ren ‘zum Zorn, zur Auflehnung reizen, mit Kummer, Leid, Bitternis erfüllen’, auch ‘mit bittrem, unangenehmem Geschmack, widerlichem Geruch erfüllen’ (9. Jh.), mhd. bittern; dazu Erbitterung f. ‘bitterer Groll’ (17. Jh.). verbittern Vb. ‘verärgern, mißmutig machen’, spätmhd. verbittern; mit verstärkender Vorsilbe ver-. In konkreter Bedeutung ‘bitter machen’ selten, dagegen in übertragenem Gebrauch seit frühnhd. Zeit häufig; früher in bezug auf Personen gleichbed. mit erbittern. In neuerer Zeit bezieht sich erbittern in der Regel auf das Eintreten einer vorübergehenden Erregung, verbittern auf das Entstehen eines anhaltenden Gemütszustandes. Verbitterung f. anfangs ‘augenblickliche, vorübergehende Gemütserregung’ (16. Jh.), heute ‘andauernder Zustand bitteren Grolls’.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufbringen · ↗entrüsten · erbittern · ↗erbosen · ↗erzürnen · ↗kränken · schmerzlich berühren · ↗verärgern  ●  ↗verdrießen  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kampf streiten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erbittern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Wirte und die Gäste erbittern sich wohl im Ärgernis der Dialekte.
Heimpel, Hermann: Der Mensch in seiner Gegenwart. In: ders., Der Mensch in seiner Gegenwart, Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht 1957 [1951], S. 15
Als die lange Nacht zu Ende ging, waren die Kontrahenten erbittert.
Süddeutsche Zeitung, 13.07.2004
Wie sei es möglich, die gläubige Bevölkerung in diesem Krieg, wo sie soviel leide, derart zu erbittern?
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1941. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1941], S. 140
Erbittert wird vor allem um die hinter Erdwällen verschanzten russischen Artilleriestellungen gerungen.
Die Zeit, 10.06.2012, Nr. 23
Übermäßig, unangemessen würde mich der bleiche Haarboden rühren oder ein geheimer Verlauf der Mundwinkel erbittern.
Kronauer, Brigitte: Die Frau in den Kissen, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, S. 366
Zitationshilfe
„erbittern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erbittern>, abgerufen am 16.07.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
erbitten
Erbinformation
Erbin
erbieten
Erbhofrecht
erbittert
Erbitterung
Erbium
erbkrank
Erbkrankheit