erbosen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunger-bo-sen
formal verwandt mitböse
Wortbildung mit ›erbosen‹ als Erstglied: ↗Erbostheit
eWDG, 1967

Bedeutung

etw., jmd. erbost jmdn.etw., jmd. macht jmdn. sehr wütend, böse
Beispiele:
ihr Verhalten, ihre Bemerkung erboste ihn sehr
diese Unaufrichtigkeit, Kleinlichkeit hat mich recht erbost
er ... erboste aber dadurch nicht wenig seinen Stubennachbar [RaabeHungerpastorI 1,314]
sich erbosensehr wütend, böse werden
Beispiele:
ich habe mich über ihn, sein Benehmen sehr erbost
»Den Bernickel, den hau ich in Klump«, erboste sich Johannes [WelkHeiden123]
häufig im Part. Prät.
Beispiele:
sie sah ihn erbost an
erbost schrie er ihn an
die erboste Menge wollte den Übeltäter verprügeln
er war sehr erbost auf ihn
Ich begriff gar nicht, wie die mißhandelten Jungen so ... erbost sein konnten gegen mich [G. KellerGr. Heinrich4,75]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

böse · erbosen · boshaft · Bosheit
böse Adj. ‘schlecht, schlimm, schädlich’, ahd. bōsi (10. Jh.), mhd. bōse, bœse ‘übel, gering, nichtig, wertlos, schwach’, asächs. bōsi, mnd. bȫs(e), mnl. nl. boos, afries. (in Zusammensetzungen) bās-. Entsprechungen in den übrigen germ. Sprachen fehlen, so daß eine sichere Herleitung erschwert wird. Als lautlich verwandt kann engl. to boast ‘prahlen’, norw. baus ‘heftig, stolz, übermütig’ (wenn ursprünglich ‘aufgeblasen’) angesehen werden; böse würde sich dann einer s-Erweiterung (wie auch ↗Busen, ↗pusten, s. d.) der Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- ‘aufblasen, schwellen’ (wozu auch ↗Beule, ↗Beutel, s. d.) anschließen. Eine solche Verbindung ist aber bei der dabei vorauszusetzenden Bedeutungsentwicklung von ‘aufgeblasen’ zu ‘gering, wertlos’ wenig befriedigend. erbosen Vb. ‘erzürnen’, mhd. erbōsen ‘schlechter werden’; vgl. mhd. bōsen, bœsen ‘schlecht werden, Böses tun’. boshaft Adj. ‘hinterlistig, schlecht’ (16. Jh.), älter boshaftig (15. Jh.). Bosheit f. ‘Hinterlist, Schlechtigkeit’, ahd. (9. Jh.), mhd. bōsheit ‘Wertlosigkeit, Nichtigkeit, Schlechtigkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufbringen · ↗entrüsten · ↗erbittern · erbosen · ↗erzürnen · ↗kränken · schmerzlich berühren · ↗verärgern  ●  ↗verdrießen  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Händler Kritiker Vorstoß besonders derart dermaßen sehr wiederum Äußerung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erbosen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kaum eine Kritik erboste den neuen Minister so sehr wie diese.
Die Zeit, 16.12.1998, Nr. 52
Auch ihn erboste wohl die nichtachtende Art des reichen Bauern.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 287
Wider besseres Wissen wird damit einer ganzen Branche geschadet ", erbost sich Hütte.
Die Welt, 09.09.2003
Besonders erboste sie, dass sie vor der Aufnahme des Kredits über 15 Millionen Mark nicht konsultiert wurden.
Der Tagesspiegel, 01.02.2000
Und an einer Verkehrsinsel erboste sich ein Motorradfahrer über mich.
Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 341
Zitationshilfe
„erbosen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erbosen>, abgerufen am 24.05.2019.

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