erden

Grammatik Verb · erdet, erdete, hat geerdet
Aussprache 
Worttrennung er-den
GrundformErde
Wortbildung  mit ›erden‹ als Erstglied: Erdung
eWDG

Bedeutung

Elektrotechnik, Rundfunk die zur Ableitung von Fehlspannungen dienende Verbindung zwischen einer elektrischen Anlage, einem Rundfunkgerät und dem Erdreich herstellen
Beispiele:
das elektrische Aggregat, die Masten der Hochspannungsleitung müssen geerdet sein
die Antenne, das Radio erden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Erde · erden · beerdigen · Erdapfel · Erdbirne · Erdbeere · Erdkreis · Erdkunde · Erdnuß · Erdöl · Erdreich
Erde f. ‘fruchtbarer Boden, Land, die irdische Welt, unser Himmelskörper’, ahd. erda (8. Jh.), mhd. erde, asächs. erða, mnd. ērde, mnl. aerde, eerde, nl. aarde, afries. erthe, irthe, aengl. eorþe, engl. earth, anord. jǫrð, schwed. dän. jord, got. aírþa (germ. *erþō), gebildet mit Dentalsuffix neben ahd. ero (9. Jh.) und verwandtem griech. éra (ἔρα) ‘Erde’; Suffix mit Halbvokal zeigen anord. jǫrfi ‘Sand, Sandhügel’ und kymr. erw ‘Feld’. Allen gemeinsam ist die Wurzel ie. *er- ‘Erde’. erden Vb. ‘eine elektrische Anlage zur Ableitung von Fehlspannungen mit der Erde verbinden’ (Anfang 20. Jh.). beerdigen Vb. ‘begraben, bestatten’ (17. Jh.). Erdapfel m. (17. Jh.), landschaftlich für Kartoffel (s. d.), vgl. nl. aardappel, frz. pomme de terre; dagegen ahd. erdaphul ‘Melone, Saubrot, Alkannawurzel’ (11. Jh.), mhd. ertaphel ‘Frucht der Mandragora, Gurke’. Landschaftlich Erdbirne f. längliche Kartoffel (17. Jh.). Erdbeere f. ahd. erdberi ‘Erdbeere, Heidelbeere’ (9./10. Jh.), mhd. ertber, nl. aardbei, aardbezie, aengl. eorþberge. Erdkreis m. ‘die bewohnte Erde, Erdball’, anfangs Erdenkreis (1. Hälfte 16. Jh.), Übersetzung von lat. orbis terrārum. Erdkunde f. (18. Jh.), dt. Ausdruck für Geographie (s. d.), älter Erdbeschreibung (16. Jh.). Erdnuß f. dünnschalige, bohnengroße Ölfrucht, deren Fruchtkapseln sich vor der Reife in die Erde senken (18. Jh.); vgl. ahd. erd(h)nuʒ (9./10. Jh.), frühnhd. ertnus, aengl. eorþnutu für verschiedene Knollengewächse. Erdöl n. in der Erde vorkommendes Kohlenwasserstoffgemisch, ‘Rohöl’, im 18. Jh. als dt. Ausdruck für Petroleum (s. d.); vorher auch Bergöl, Steinöl. Erdreich n. ‘Erdboden, oberste lockere Erdschicht’; ahd. erdrīhhi (um 800), mhd. ert-, erderīch(e), asächs. erðrīki, aengl. eorþrīce, anord. jarðrīki gelten vor allem für die ‘Erde als Wohnstätte der Menschen’ im Gegensatz zu Himmelreich.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) erden  ●  (seine) Mitte finden  variabel

Typische Verbindungen zu ›erden‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erden‹.

Verwendungsbeispiele für ›erden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn eine Leitung abgeschaltet werden muss, erde ich die Leitung. [Süddeutsche Zeitung, 03.07.2000]
An solch einer Stelle ist das Feld – auch auf der Erde – besonders schwach. [Die Welt, 29.05.2004]
Um mich zu erden, schnalle ich die Skier an die Schuhe. [Die Zeit, 15.05.2012, Nr. 10]
Es war natürlich schwierig, aber ich denke mal, dass wir schon immer geerdet genug waren, um mit solchen Dingen klar zu kommen. [Die Zeit, 23.08.2006 (online)]
Beim Spurwechsel erden die Waggons auf besonders eingerichtete Achsen umgespurt. [o. A. [hs]: Bahn-Spurweite. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1988]]
Zitationshilfe
„erden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erden>.

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