erden

GrammatikVerb · erdet, erdete, hat geerdet
Aussprache
Worttrennunger-den
GrundformErde
Wortbildung mit ›erden‹ als Erstglied: ↗Erdung
eWDG, 1967

Bedeutung

Elektrotechnik, Rundfunk die zur Ableitung von Fehlspannungen dienende Verbindung zwischen einer elektrischen Anlage, einem Rundfunkgerät und dem Erdreich herstellen
Beispiele:
das elektrische Aggregat, die Masten der Hochspannungsleitung müssen geerdet sein
die Antenne, das Radio erden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Erde · erden · beerdigen · Erdapfel · Erdbirne · Erdbeere · Erdkreis · Erdkunde · Erdnuß · Erdöl · Erdreich
Erde f. ‘fruchtbarer Boden, Land, die irdische Welt, unser Himmelskörper’, ahd. erda (8. Jh.), mhd. erde, asächs. erða, mnd. ērde, mnl. aerde, eerde, nl. aarde, afries. erthe, irthe, aengl. eorþe, engl. earth, anord. jǫrð, schwed. dän. jord, got. aírþa (germ. *erþō), gebildet mit Dentalsuffix neben ahd. ero (9. Jh.) und verwandtem griech. éra (ἔρα) ‘Erde’; Suffix mit Halbvokal zeigen anord. jǫrfi ‘Sand, Sandhügel’ und kymr. erw ‘Feld’. Allen gemeinsam ist die Wurzel ie. *er- ‘Erde’. erden Vb. ‘eine elektrische Anlage zur Ableitung von Fehlspannungen mit der Erde verbinden’ (Anfang 20. Jh.). beerdigen Vb. ‘begraben, bestatten’ (17. Jh.). Erdapfel m. (17. Jh.), landschaftlich für ↗Kartoffel (s. d.), vgl. nl. aardappel, frz. pomme de terre; dagegen ahd. erdaphul ‘Melone, Saubrot, Alkannawurzel’ (11. Jh.), mhd. ertaphel ‘Frucht der Mandragora, Gurke’. Landschaftlich Erdbirne f. längliche Kartoffel (17. Jh.). Erdbeere f. ahd. erdberi ‘Erdbeere, Heidelbeere’ (9./10. Jh.), mhd. ertber, nl. aardbei, aardbezie, aengl. eorþberge. Erdkreis m. ‘die bewohnte Erde, Erdball’, anfangs Erdenkreis (1. Hälfte 16. Jh.), Übersetzung von lat. orbis terrārum. Erdkunde f. (18. Jh.), dt. Ausdruck für ↗Geographie (s. d.), älter Erdbeschreibung (16. Jh.). Erdnuß f. dünnschalige, bohnengroße Ölfrucht, deren Fruchtkapseln sich vor der Reife in die Erde senken (18. Jh.); vgl. ahd. erd(h)nuʒ (9./10. Jh.), frühnhd. ertnus, aengl. eorþnutu für verschiedene Knollengewächse. Erdöl n. in der Erde vorkommendes Kohlenwasserstoffgemisch, ‘Rohöl’, im 18. Jh. als dt. Ausdruck für ↗Petroleum (s. d.); vorher auch Bergöl, Steinöl. Erdreich n. ‘Erdboden, oberste lockere Erdschicht’; ahd. erdrīhhi (um 800), mhd. ert-, erderīch(e), asächs. erðrīki, aengl. eorþrīce, anord. jarðrīki gelten vor allem für die ‘Erde als Wohnstätte der Menschen’ im Gegensatz zu Himmelreich.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) erden  ●  (seine) Mitte finden  variabel

Typische Verbindungen zu ›erden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Antenne Antennenkabel Erde Gegenwart Leitung Oberleitung Schutzleiter

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erden‹.

Verwendungsbeispiele für ›erden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An solch einer Stelle ist das Feld - auch auf der Erde - besonders schwach.
Die Welt, 29.05.2004
Wenn eine Leitung abgeschaltet werden muss, erde ich die Leitung.
Süddeutsche Zeitung, 03.07.2000
Zu guter Letzt prüfen wir noch, ob das Gehäuse geerdet und sauber verschraubt ist.
C't, 1997, Nr. 5
Sie hatten fleißig Antennen gespannt und sie dann - auf dem Umweg über eine elektrische Glühlampe - geerdet.
Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 391
Entgleiste müssen eingerenkt, geerdet, nicht in einer Suada von nichtssagenden Fachausdrücken gebadet werden.
Burger, Hermann: Die künstliche Mutter, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1986 [1982], S. 163
Zitationshilfe
„erden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erden>, abgerufen am 08.04.2020.

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