Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

erdrücken

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung er-drü-cken
Wortzerlegung er- drücken
Wortbildung  mit ›erdrücken‹ als Erstglied: erdrückend
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdn. totdrücken
Beispiele:
bei der Panik im vollbesetzten Theater, Stadion wurden mehrere Menschen erdrückt
drei Bergarbeiter sind von herabstürzenden Erdmassen erdrückt worden
bildlich
Beispiel:
der Saal war zum Erdrücken (= brechend) voll
2.
übertragen etw. erdrückt jmdn.etw. belastet durch sein Übermaß jmdn. so sehr, dass er es geistig, seelisch oder materiell nicht mehr zu bewältigen vermag
Beispiele:
die Schüler, Studenten wurden von der Fülle des Stoffes erdrückt
die Last der Sorgen, der Verantwortung erdrückte sie
die hohen Steuern, vielen Schulden drohten ihn zu erdrücken
erdrückendübermäßig und daher unerträglich
Grammatik: oft im Partizip I
Beispiel:
es herrschte eine erdrückende Hitze, Stille
übermäßig und daher überwältigend
Beispiele:
gegen eine erdrückende Übermacht kämpfen
die erdrückende Mehrheit stimmte in der Versammlung für den Antrag
erdrückendes (= zwingend überführendes) Beweismaterial vorlegen, liefern
Beweise erdrückend, es bleibt nur noch das freiwillige Geständnis [ FrischStiller493]
3.
etw. erdrückt etw.etw. steht zu etw. anderem in einem so ungünstigen Größenverhältnis, dass dieses nicht zur Geltung kommt
Beispiele:
die kleine Vase, Plastik auf der Anrichte wird von dem darüberhängenden Bild erdrückt
eine zu große, zu schwere Lampe erdrückt den Raum

Typische Verbindungen zu ›erdrücken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erdrücken‹.

Verwendungsbeispiele für ›erdrücken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die wackere Frau erdrückte ihn fast mit ihrer mütterlichen Fürsorge. [Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 104]
Aber ich bin doch jetzt öfters weggefahren aus dieser Stadt, ich kam mir irgendwie erdrückt vor. [Der Spiegel, 31.08.1987]
Ihr ganzes Leben lang war Sunny damit beschäftigt, sich nicht wie ihre sanfte Mutter vom Vater erdrücken zu lassen. [Die Zeit, 24.03.1989, Nr. 13]
Die Bilder verlieren sich weder im Uferlosen, noch erdrücken sie einander mit ihrer Fülle. [Süddeutsche Zeitung, 29.07.1998]
Der Kanzler erdrückt den Gaul, der ihn vorwärts bringen soll. [Süddeutsche Zeitung, 17.10.1994]
Zitationshilfe
„erdrücken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erdr%C3%BCcken>.

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