erflehen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung er-fle-hen
eWDG

Bedeutung

gehoben etw. durch flehentliches Bitten zu erlangen suchen
Beispiele:
jmds. Beistand, Hilfe erflehen
des Himmels, Gottes Segen erflehen
der Gefangene versuchte, Gnade zu erflehen
Mit jammervoller Miene wollte Elisabeth seine Vergebung erflehen [ BrodTycho Brahe293]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

flehen · erflehen · flehentlich
flehen Vb. ‘inständig bitten’, ahd. flē̌hōn (8. Jh.), flē̌hen (9. Jh.), mhd. vlēhen, vlēgen, vlēn ‘schmeichelnd, dringlich bitten’, asächs. flēhon, mnd. vlēn, mnl. nl. vleien und mit abweichender Bedeutung (sowie ungeklärter Anlautsvariante, s. auch fliehen) got. gaþlaihan ‘ermahnen, trösten’ sind etymologisch nicht näher zu bestimmen. Verwandtschaft mit anord. flār ‘schlau, hinterlistig’, aengl. flāh ‘trügerisch, listig, feindlich’ ist wahrscheinlich, wenn vermittelnd zwischen den unterschiedlichen Bedeutungen ‘unaufrichtig sein, heucheln’ angenommen wird. erflehen Vb. ‘durch inständiges Bitten zu erlangen suchen, erbitten’, ahd. irflē̌hōn (8. Jh.), mhd. ervlēhen. flehentlich Adj. ‘dringlich bittend, inständig’, mhd. vlēhe(n)lich mit späterer Einfügung eines -t- als Gleitlaut.

Thesaurus

Synonymgruppe
anflehen · appellieren · auf Knien (an)flehen · aufrufen · erflehen · flehen · inständig bitten · unter Tränen (an)flehen · unter Tränen bitten  ●  bitteln und betteln  ugs.

Typische Verbindungen zu ›erflehen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erflehen‹.

Verwendungsbeispiele für ›erflehen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie erflehen damit den Segen Gottes für ein gutes Gelingen ihres Vorhabens. [Heine, Peter: Basmala. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 204]
Sie erflehen ihre Entlassung, aber selbst wenn diese angenommen wird, erfahren sie es nicht. [Die Zeit, 04.03.2002, Nr. 09]
Zum Schluß wissen sie keinen anderen Rat, als die Hilfe der amerikanischen Luftwaffe zu erflehen. [Die Zeit, 23.10.1964, Nr. 43]
Der Kaplan begann, aufreizend laut zu beten und den Sieg für die Aufrührer zu erflehen. [Wissen und Leben, 1959, Nr. 12]
Einmal, erinnere ich mich, auf dem Strand, erflehte ein armer und gebrechlicher alter Mann ein Almosen von ihm. [Die Zeit, 08.04.1988, Nr. 15]
Zitationshilfe
„erflehen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erflehen>.

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