erflehen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunger-fle-hen
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben etw. durch flehentliches Bitten zu erlangen suchen
Beispiele:
jmds. Beistand, Hilfe erflehen
des Himmels, Gottes Segen erflehen
der Gefangene versuchte, Gnade zu erflehen
Mit jammervoller Miene wollte Elisabeth seine Vergebung erflehen [BrodTycho Brahe293]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

flehen · erflehen · flehentlich
flehen Vb. ‘inständig bitten’, ahd. flē̌hōn (8. Jh.), flē̌hen (9. Jh.), mhd. vlēhen, vlēgen, vlēn ‘schmeichelnd, dringlich bitten’, asächs. flēhon, mnd. vlēn, mnl. nl. vleien und mit abweichender Bedeutung (sowie ungeklärter Anlautsvariante, s. auch ↗fliehen) got. gaþlaihan ‘ermahnen, trösten’ sind etymologisch nicht näher zu bestimmen. Verwandtschaft mit anord. flār ‘schlau, hinterlistig’, aengl. flāh ‘trügerisch, listig, feindlich’ ist wahrscheinlich, wenn vermittelnd zwischen den unterschiedlichen Bedeutungen ‘unaufrichtig sein, heucheln’ angenommen wird. erflehen Vb. ‘durch inständiges Bitten zu erlangen suchen, erbitten’, ahd. irflē̌hōn (8. Jh.), mhd. ervlēhen. flehentlich Adj. ‘dringlich bittend, inständig’, mhd. vlēhe(n)lich mit späterer Einfügung eines -t- als Gleitlaut.

Thesaurus

Synonymgruppe
anflehen · ↗appellieren · auf Knien (an)flehen · ↗aufrufen · erflehen · flehen · inständig bitten · unter Tränen (an)flehen · unter Tränen bitten  ●  bitteln und betteln  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›erflehen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Beistand Friede Fürbitte Gebet Gnade Gott Hilfe Himmel Regen Schutz Segen Vergebung Verzeihung erbitten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erflehen‹.

Verwendungsbeispiele für ›erflehen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie erflehen ihre Entlassung, aber selbst wenn diese angenommen wird, erfahren sie es nicht.
Die Zeit, 04.03.2002, Nr. 09
Sie erflehen damit den Segen Gottes für ein gutes Gelingen ihres Vorhabens.
Heine, Peter: Basmala. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 204
Der Kaplan begann, aufreizend laut zu beten und den Sieg für die Aufrührer zu erflehen.
Wissen und Leben, 1959, Nr. 12
Er ruft nach der Mutter und erfleht von der Ahnungslosen den Segen.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 441
Durch ein Wunder hat das Schicksal, so wie es die Millionen deutscher Herzen erfleht hatten, für unseren Führer gesprochen und ihn seinem Volk bewahrt.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1944]
Zitationshilfe
„erflehen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erflehen>, abgerufen am 18.02.2020.

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