erfolgen

GrammatikVerb · erfolgte, ist erfolgt
Worttrennunger-fol-gen
Grundformfolgen1
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
als Folge von etw. geschehen
Beispiele:
kurz darauf erfolgte das Unglück, die Katastrophe
als das Feuer auch das Benzinlager erfasst hatte, erfolgte eine mächtige Explosion
Die Ohrfeige erfolgte, als der junge Zöllner ... behauptete, man werde mir schon sagen, wer ich in Wirklichkeit sei [FrischStiller11]
2.
papierdeutsch etw. erfolgtdient zur Umschreibung eines Verbalbegriffes   etw. geschieht, geht vor sich
Beispiele:
die Auszahlung der Gehälter, Renten erfolgt jeweils am 15. des Monats (= die Gehälter, Renten werden jeweils am 15. des Monats ausgezahlt)
die Bekanntgabe der Gewinner wird im nächsten Heft erfolgen (= die Gewinner werden im nächsten Heft bekanntgegeben werden)
eine Antwort auf unser Schreiben ist bisher nicht erfolgt (= unser Schreiben wurde bisher nicht beantwortet)
die Eröffnung der Ausstellung, die Übergabe des neuen Theaters an den Intendanten erfolgte durch den zuständigen Minister (= der zuständige Minister eröffnete die Ausstellung, übergab das neue Theater an den Intendanten)
Ihr Eintritt in unseren Betrieb kann sofort erfolgen (= Sie können sofort in unseren Betrieb eintreten)
nach erfolgter Umbesetzung der Rolle, nach erfolgter Prüfung der Beschwerde (= nach Umbesetzung der Rolle, nach Prüfung der Beschwerde)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

folgen · Folge · folglich · folgsam · folgenschwer · folgerecht · folgerichtig · folgern · Folgerung · Gefolge · Gefolgschaft · erfolgen · Erfolg · verfolgen · Verfolger · Verfolgung · verabfolgen
folgen Vb. ‘hinterhergehen, der nächste sein, sich nach etw. richten, sich aus etw. ergeben, gehorchen’, ahd. folgēn ‘folgen, treu dienen, nachjagen’ (8. Jh.), seltener folgōn ‘Folge leisten’ (9. Jh.), mhd. volgen, auch ‘Heerfolge leisten, beipflichten’, asächs. folgon, mnd. volgen, mnl. volghen, nl. volgen, aengl. folgian, engl. to follow, anord. fylgja, schwed. följa ist trotz zahlreicher Deutungsversuche in seiner Etymologie ungeklärt. Außergerm. Verwandte sind fraglich; erwogen wird Verwandtschaft mit kymr. ol ‘Spur’, ar ol ‘nach, hinter’, korn. ol ‘Fußspur’, so daß sich eine Form ie. *pelgh-, *polgh- ergäbe (Kluge ²¹211 f.); andere vermuten einen Zusammenhang mit der Wortfamilie ↗befehlen (s. d.) mit einer Bedeutungsentwicklung ‘bedecken ‒ beschützen ‒ in jmds. Gefolgschaft treten’ (Falk/Torp 1, 291 und 227). Die naheliegende Annahme, das Verb (mit den Endungen ahd. -ōn bzw. -ēn) als Ableitung von einem Nomen aufzufassen, bleibt ebenfalls zweifelhaft, da Folge f. ‘Ergebnis, Wirkung, Reihe’ erst spät im Kompositum ahd. selbfolga ‘Sekte’ (11. Jh.) bezeugt ist, danach mhd. volge ‘Gefolge, Begleitung, Verfolgung, Nachfolge, Beistimmung’. Hier liegt eher eine postverbale Bildung vor. folglich Konj. ‘daher, infolgedessen’ (1. Hälfte 17. Jh.), ohne Tradition zu ahd. folglīhho Adv. ‘in der Folge, hintenan’ (9. Jh.); in älterer Sprache nicht nur kausal (s. oben), sondern auch temporal im Sinne von ‘danach, ferner, weiter’ (bis ins 19. Jh.) verwendet. folgsam Adj. ‘brav, gehorsam’ (17. Jh.); vgl. ahd. gifolgīg ‘gehorsam, gefügig’ (um 1000), mhd. gevolgec, -volgic, nhd. gefolgig (bis ins 18. Jh.). Daneben wird folgsam (wie folglich, s. oben) als kausale (17. Jh.) und temporale (18. Jh.) Konj. benutzt. folgenschwer Adj. ‘von schwerwiegender Wirkung’ (18. Jh.), wohl nach frz. gros de conséquences, entsprechend noch im 19. Jh. auch folgeschwer. folgerecht Adj. (18. Jh.), heute häufiger folgerichtig (19. Jh.) ‘sich aus den Tatsachen logisch ergebend’, für frz. conséquent (s. ↗konsequent). folgern Vb. ‘eine Folge ableiten, einen Schluß ziehen’ (16. Jh.), bei Luther geringschätzig im Sinne von ‘Sophisterei treiben’, seit dem 18. Jh. im Wortschatz der Philosophie üblich ‘einen logischen Schluß ableiten’; dazu Folgerung f. ‘logische Ableitung, Schluß’ (18. Jh.), älteres ↗Konsequenz (s. d.) teilweise ersetzend. Gefolge n. ‘Begleitung’, seit dem 17. Jh. belegt, geläufig seit dem 18. Jh. für ‘Begleitung einer fürstlichen Person, Hofstaat’; im Gefolge ‘zeitlich oder kausal folgend’ (18. Jh.). Gefolgschaft f. ‘Gesamtheit der Gefolgsleute’ (eines germanischen Fürsten), Fachwort der Geschichtswissenschaft; dann auch ‘Anhängerschaft’ (19. Jh.). erfolgen Vb. ‘als Folge eintreten, geschehen’, ahd. irfolgēn ‘verfolgen’ (9. Jh.), mhd. ervolgen ‘zuteil werden, erreichen, erlangen’, reflexiv ‘sich erfüllen, zutragen’; dazu Erfolg m. ‘Wirkung, Erreichen eines Zieles’, Rückbildung zu erfolgen (17. Jh.); erfolglos, erfolgreich Adj. (19. Jh.). verfolgen Vb. ‘(in feindlicher Absicht) hinterhergehen, zu erreichen suchen’, verstärktes ↗folgen (s. d.), mhd. vervolgen ‘Folge leisten, beistimmen, nachfolgen, befolgen’, asächs. farfolgon; dazu Verfolger m. ‘wer jmdn. feindlich verfolgt’ (15. Jh.) und Verfolgung f. ‘feindliches Nachsetzen, Versuch, ein Ziel zu erreichen’ (14. Jh.). verabfolgen Vb. ‘zuteilen, übergeben’ (17. Jh.), neben gleichbed., heute seltenem abfolgen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) abspielen · ↗(sich) ereignen · ↗(sich) zutragen · ↗ergehen · ↗geschehen · kommen zu (es) · nicht ausbleiben · ↗passieren · ↗vorfallen  ●  erfolgen  förmlich · (sich) begeben (es)  geh. · ↗(sich) tun  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstimmung Angriff Auswahl Auszahlung Basis Eintragung Einvernehmen Ernennung Festnahme Finanzierung Handelsregister Kündigung Lieferung Rahmen Schritt Spatenstich Start Trennung Umstellung Veröffentlichung Zahlung Zugriff Zustimmung ausschließlich automatisch bekanntmachen dann erst Übergabe Übertragung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erfolgen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zugleich sollte eine "umfassende wissenschaftliche Evaluation der familienpolitischen Leistungen" erfolgen.
Die Zeit, 07.07.2012, Nr. 28
In dem ganzen Lied erfolgt die Bewegung lediglich zweimal schrittweise.
Austin, William W.: Neue Musik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1979], S. 43415
Das Gießen braucht noch nicht allzu häufig zu erfolgen, weil die Pflanzen erst einwurzeln müssen.
Reinhardt Höhn, Blumen für den Balkon: Berlin: VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag 1976, S. 21
Meist erfolgt die Lieferung im Juli, aber auch schon im Juni.
Meyerhoff, Grete: Kleine Imkerschule, Berlin: Deutscher Landwirtschaftsverl. VEB 1981 [1970], S. 57
Dann könne selbst eine Untersuchung radikaler Lösungen des Problems erfolgen, doch sollte die öffentliche Diskussion Zurückhaltung bewahren.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1943]
Zitationshilfe
„erfolgen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erfolgen>, abgerufen am 20.10.2019.

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