ergötzen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunger-göt-zen
Wortbildung mit ›ergötzen‹ als Erstglied: ↗Ergötzung
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben jmdn. ergötzenjmdn. amüsieren, jmdm. Vergnügen bereiten
Beispiele:
die Geschichte, das Lustspiel ergötzte uns sehr
er ergötzte uns mit seiner Erzählung
der Herzog sorgt dafür, / Daß auch was Holdes uns das Aug' ergötze [SchillerPiccolominiI 1]
sich an etw. ergötzenan etw. Vergnügen finden
Beispiel:
sie ergötzte sich an diesem Bild, an dem Wohlklang der Musik
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ergötzen · ergötzlich
ergötzen Vb. ‘erheitern, Vergnügen bereiten’. Ahd. irgezzen (um 1000), mhd. ergetzen ‘vergessen machen’ steht als Kausativum neben ahd. irgeʒʒan (8. Jh.), mhd. ergeʒʒen ‘vergessen’ (zu Herkunft und Verwandtschaft s. ↗vergessen). Aus ‘vergessen machen’ entwickelt sich ‘entschädigen, vergüten’ und in frühnhd. Zeit über ‘erquicken’ die heutige Bedeutung ‘erfreuen’. Die Schreibung ergötzen, die auf mundartlicher Rundung beruht, begegnet im 15. Jh. zuerst im Obd., doch hält sich ergetzen bis ins 19. Jh. ergötzlich Adj. ‘unterhaltsam, erheiternd, Vergnügen bereitend’ (obd. 15. Jh.) neben ergetzlich (14. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›ergötzen‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ergötzen‹.

Verwendungsbeispiele für ›ergötzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es sanktioniert die Lust, sich an der Zerstörung der Welt zu ergötzen.
Süddeutsche Zeitung, 14.08.2004
An den Bildern der einstürzenden Türme habe sich niemand ergötzt.
Die Zeit, 04.03.2002, Nr. 09
Die epische Dichtung dagegen ist durchaus profan; sie will ihre Hörer ergötzen, nicht die Götter gnädig stimmen.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 20263
Ich wußte, was er dachte, und es ergötzte mich, ihn zu verblüffen.
Rinser, Luise: Mitte des Lebens, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1952 [1950], S. 292
An den Martern seiner Gegner hat er sich nicht ergötzt.
Foerster, W.: Herodes und seine Nachfolger. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 10248
Zitationshilfe
„ergötzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erg%C3%B6tzen>, abgerufen am 07.04.2020.

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