ergeben

GrammatikVerb · ergibt, ergab, hat ergeben
Aussprache
Worttrennunger-ge-ben
Wortzerlegunger-geben
Wortbildung mit ›ergeben‹ als Erstglied: ↗Ergebnis · ↗Ergebung  ·  mit ›ergeben‹ als Grundform: ↗ergeben2
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. ergibt etw.etw. bringt etw. als Ertrag, Ergebnis hervor
Beispiele:
die Sammlung ergab einen hohen Betrag, eine Summe von rund 1 000 Euro
die Ernte ergab etwa 300 Zentner Kartoffeln
diese Mischung ergibt ein erfrischendes Getränk, einen pikanten Salat
die Untersuchungen, Ermittlungen ergaben seine Schuld, Unschuld
die Nachforschungen haben ergeben, dass keine Erben vorhanden sind
Was der Freund ihm von seiner Herkunft und Heimat erzählt hatte, hatte kein Bild ergeben [HesseNarziß5,46]
2.
etw. ergibt sich (aus etw.)etw. kommt zustande (als Folge aus etw.)
Beispiele:
dieser Lehrsatz ergibt sich aus dem vorigen
aus der Frage ergaben sich interessante Probleme
aus dieser Nachlässigkeit können sich böse Folgen ergeben
hieraus, aus alledem ergibt sich, dass ...
die sich daraus ergebenden Veränderungen, Schwierigkeiten
bald ergab sich ein angeregtes Gespräch, eine lebhafte Diskussion
wenn sich eine günstige Gelegenheit ergibt (= bietet)
dabei ergaben (= zeigten) sich neue Möglichkeiten, Perspektiven
es ergaben sich (= bestanden) keine weiteren Fragen
wie es sich manchmal so ergibt
es hat sich von selbst, von allein ergeben
das ergab sich so (= kam aus der Situation heraus zustande)
Ergab sich so, sagt Froese, paßte gerade [BobrowskiLevin216]
3.
sich jmdm., einer Sache, in etw. ergebensich jmdm., einer Sache rückhaltlos überlassen
a)
sich jmdm. ergebensich jmdm. aus großer Zuneigung, großem Vertrauen innerlich rückhaltlos hingeben
Beispiele:
sich jmdm. auf Gnade oder Ungnade ergeben
sie gehört ihm auf ewig an ... ergibt sich ihm für ihr Leben [BindingUnsterblichkeit49]
ergeben sein
Beispiele:
er ist ihm sehr ergeben
die Rebellen waren ihrem Anführer treu, blind ergeben
Ich bin überzeugt, daß du treu bist wie Gold und mir ergeben mit Leib und Seele [Th. MannJoseph4,264]
b)
sich einer Sache ergebensich einer Sache aus großem Interesse, tiefer Überzeugung rückhaltlos widmen
Beispiele:
sich einer Aufgabe, Arbeit ergeben
der Maler hat sich ganz seiner Kunst ergeben
Drum hab ich mich der Magie ergeben [GoetheFaustI 377]
Falkenauge ergab sich mit Leidenschaft dem Angelsport [L. FrankRäuberbande1,126]
häufig ergeben sein
Beispiele:
einer Lehre, Partei, dem Staate treu ergeben sein
Ja! diesem Sinne bin ich ganz ergeben, / Das ist der Weisheit letzter Schluß [GoetheFaustII 11573]
sich einer Sache hemmungslos hingeben und ihr dadurch völlig verfallen
Beispiele:
sich dem Trunk, Spiel, Laster ergeben
saloppsich dem Suff ergeben
jmd. ergibt sich seinem Kummer, Leid
Und wieder ließ sie alles liegen und ergab sich hemmungslos ihrem Schmerz [WeismantelRiemenschneider21]
c)
Beispiele:
sich in sein Schicksal, Geschick, in Gottes Willen ergeben (= widerstandslos fügen)
Ich hatte mich langsam in mein Los ergeben [MarchwitzaJugend37]
4.
sich ergebendie Waffen strecken, sich dem Feind ausliefern
Beispiele:
die Soldaten hoben die Hände hoch, um sich zu ergeben
die eingeschlossenen Truppen mussten sich bedingungslos ergeben
nach langer Belagerung ergab sich die Festung der feindlichen Übermacht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

geben · abgeben · Abgabe · angeben · Angabe · Angeber · angeblich · aufgeben · Aufgabe · ausgeben · Ausgabe · ausgiebig · begeben · Begebenheit · beigeben · Beigabe · eingeben · Eingabe · Eingebung · ergeben · Ergebung · ergeben · Ergebenheit · Ergebnis · ergiebig · freigebig · Freigebigkeit · hingeben · Hingabe · Hingebung · hingebungsvoll · nachgeben · nachgiebig · übergeben · Übergabe · umgeben · Umgebung · Untergebener · vergeben · Vergebung · vergebens · vergeblich · zugeben · Zugabe
geben Vb. ‘(hin-, dar)reichen, schenken, überlassen’. Das gemeingerm. Verb ahd. geban (8. Jh.), mhd. geben, asächs. geƀan, mnd. gēven, mnl. ghēven, nl. geven, aengl. giefan (engl. to give ist aus dem Nord. entlehnt), anord. gefa, schwed. giva, got. giban (germ. *geban). Herkunft ungesichert. Das Verb wird allgemein mit lat. habēre ‘halten, haben, besitzen’, habilis ‘handlich, geeignet’, air. gaibid ‘nimmt, ergreift, erhält’, lit. gabénti ‘fördern, transportieren, herbei-, fortschaffen’, aruss. gabati ‘bedrängen, verfolgen (?)’, tschech. (älter) habati ‘raffen’, poln. gebać ‘anfechten, reizen, beunruhigen’ zu der in mehreren Varianten vorliegenden Wurzel ie. *ghabh-, *ghab-, *ghap- ‘fassen, nehmen’ (die letzte Variante wohl unter Einfluß der Wurzel ie. *kap- ‘fassen’, s. ↗heben) gestellt. Der auffallende Bedeutungsunterschied zwischen den germ. Vertretern und dem ie. Wurzelansatz (‘geben’ – ‘nehmen’) wird damit erklärt, daß hier eine germ. Eigenbildung als Ersatz für ie. *dō- ‘geben’ vorliegt, die sowohl lautlich (im Vokalismus der Stammsilbe) wie inhaltlich unter dem Einfluß von germ. *neman (s. ↗nehmen) als Gegenwort steht (was man hat, auswählend ergreift, „nimmt“, kann man darreichen, schenken, „geben“). Die reiche Bedeutungsentfaltung des Verbs führt zu zahlreichen Präfixbildungen mit weiteren Ableitungen. abgeben Vb. ‘(einen Teil) hergeben, abtreten, überlassen, darstellen, sein’ reflexiv ‘sich beschäftigen, befassen’, frühnhd. ab(e)geben, vgl. ahd. abageban ‘verlassen, im Stich lassen’ (9. Jh.); Abgabe f. ‘zu entrichtende Leistung, Überlassung’ (2. Hälfte 17. Jh.). angeben Vb. ‘(aus)sagen, anzeigen, verraten, bestimmen, prahlen, aufschneiden’, mhd. an(e)geben, auch ‘(ein Kleid) anlegen’; Angabe f. ‘Aussage, Prahlerei, Aufschneiderei’ (Anfang 16. Jh.); Angeber m. ‘Denunziant, Aufschneider’, frühnhd. angeber ‘Anfänger, Anstifter’; angeblich Adj. ‘vermeintlich’ (1. Hälfte 18. Jh.). aufgeben Vb. ‘zur Weiterleitung übergeben, erledigen lassen, verzichten, zurücktreten’, mhd. ūfgeben; Aufgabe f. ‘Übergabe zur Weiterleitung, Auftrag, Verzicht’, mhd. ūfgābe. ausgeben Vb. ‘austeilen, aushändigen, verkünden, Geld verbrauchen, spendieren’, reflexiv ‘seine Kräfte verbrauchen, verausgaben’, ahd. ūʒgeban ‘(her)ausgeben, ausschütten’ (9. Jh.), mhd. ūʒgeben; Ausgabe f. ‘Austeilung, Aushändigung, Verkündigung, Verbrauch an Geld, Edition, Nummer einer Zeitung, Zeitschrift’, spätmhd. ūʒgābe; ausgiebig Adj. ‘reichlich’ (Mitte 18. Jh.). begeben Vb. reflexiv ‘sich aufmachen, gehen, sich ereignen, geschehen’, sich einer Sache begeben ‘auf etw. verzichten’, ahd. bigeban ‘verlassen, aufgeben’ (10. Jh.), mhd. begeben; Begebenheit f. ‘Ereignis, Geschehen’ (1. Hälfte 17. Jh.). beigeben Vb. ‘mitgeben, hinzufügen, zur Verfügung stellen, nachgeben, sich fügen’ (1. Hälfte 16. Jh.); Beigabe f. (1. Hälfte 19. Jh.). eingeben Vb. ‘einflößen, einreichen’, mhd. īngeben ‘übergeben, überweisen’; Eingabe f. ‘das Einflößen, schriftlicher Vorschlag, Gesuch’, spätmhd. ingābe; Eingebung f. ‘plötzlich auftauchender Gedanke, Intuition’ (1. Hälfte 15. Jh.). ergeben Vb. ‘als Ergebnis hervorbringen’, reflexiv ‘zustande kommen, sich hingeben, widmen, die Waffen strecken, sich dem Feind ausliefern’, ahd. irgeban ‘(von sich) geben, heraus-, übergeben, sich jmdm. ausliefern, Rechenschaft ablegen’ (8. Jh.), mhd. ergeben ‘zeigen, herausgeben, übergeben, anheimgeben, einträglich sein’, reflexiv ‘sich in jmds. Gewalt geben, sich fügen’; Ergebung f. ‘das Sichergeben, Unterwerfung, Ergebenheit’ (14. Jh.); ergeben Part.adj. ‘gefügig, hingebungsvoll, wohlgeneigt’, in frühnhd. Zeit aus dem Part. Prät. mhd. ergeben ‘sich durch Gelübde dem Mönchsleben ergeben habend’; Ergebenheit f. ‘demütige Hingabe, Fügsamkeit’, mhd. ergebenheit ‘Klostergelübde’; Ergebnis n. ‘Resultat’ (um 1800); ergiebig Adj. ‘ertragreich, fruchtbar’ (16. Jh.). freigebig Adj. ‘gern gebend, großzügig’, Freigebigkeit f. (1. Hälfte 16. Jh.). hingeben Vb. ‘weg-, fortgeben, verschenken’ (15. Jh.), reflexiv ‘sich aufopfern, sich widmen’ (18. Jh.); vgl. schon ahd. hinageban ‘hingeben, übergeben, preisgeben’ (um 1000); Hingabe f. ‘Opferbereitschaft, Leidenschaft’ und gleichbed. Hingebung f. (1. Hälfte 19. Jh.), älter im Sinne von ‘das Weg-, Fortgeben’ (Hingebung seit dem 17. Jh., Hingabe seit dem 18. Jh.); hingebungsvoll Adj. ‘voll Eifer, Aufopferung’ (1. Hälfte 19. Jh.). nachgeben Vb. ‘nicht standhalten, Widerstand aufgeben, sich fügen, erschlaffen, locker werden’, spätmhd. nāchgeben ‘zulassen, einräumen’; nachgiebig Adj. ‘nicht standhaltend, keinen Widerstand entgegensetzend, schlaff, leicht umzustimmen, fügsam’ (18. Jh.). übergeben Vb. ‘aushändigen, überantworten, ausliefern, für etw. freigeben’, reflexiv ‘sich erbrechen’, mhd. übergeben ‘übertreffen, beeinträchtigen, verletzen, verzichten’, reflexiv ‘sich aufgeben, schuldig bekennen’; Übergabe f. ‘Aushändigung, Auslieferung’ (Ende 15. Jh.). umgeben Vb. ‘ein-, umschließen’, ahd. umbigeban ‘umgeben, umstellen’ (8. Jh.), mhd. umbegeben; Umgebung f. ‘einen Ort umgebende Landschaft, jmdn. umgebender Kreis von Menschen’ (um 1800; vorher dafür Environs, nach gleichbed. frz. environs Plur.), älter im Sinne von ‘das Herumgeben, Umhängen’ (Ende 15. Jh.). Untergebener m. ‘wer einem Vorgesetzten dienstlich unterstellt ist’ (um 1600), substantivierte Form zum Part.adj. untergeben ‘einem Vorgesetzten dienstlich unterstellt’, eigentlich Part. Prät. zu heute nicht mehr üblichem untergeben ‘unter Aufsicht stellen’, ahd. untargeban ‘unterwerfen, unterstellen’ (um 800), spätmhd. undergeben. vergeben Vb. ‘weggeben, austeilen, verschenken, verzeihen’, meist reflexiv ‘seinem Ansehen schaden’, nur reflexiv ‘sich beim Austeilen (der Spielkarten) irren, falsch geben’, ahd. firgeban ‘vergeben, schenken, einräumen’ (8. Jh.), mhd. vergeben; Vergebung f. ‘das Vergeben, Vergabe, Verzeihung’, spätmhd. vergebunge ‘Verzeihung’; vergebens Adv. ‘vergeblich, erfolglos, umsonst, nutzlos’, spätmhd. vergeben(e)s, mit sekundärem s für gleichbed. mhd. vergebene ‘geschenkweise, unentgeltlich, umsonst, unnütz, vergeblich’, Adverb zum Part. Prät. mhd. vergeben; vgl. ahd. firgebano Adv. ‘umsonst, ohne Gegenleistung’ (um 1000). vergeblich Adj. ‘erfolglos, nutzlos, umsonst’, zuerst md. vergebelich (15. Jh.), vgl. mhd. frühnhd. vergebenlich (wohl gekürzt aus vergebendlich). zugeben Vb. ‘hinzufügen, dazugeben, für richtig erklären, einräumen, gestehen’ (15. Jh.), vgl. schon ahd. zuogeban ‘hinzufügen, zuteilen, verteilen’ (9. Jh.), dagegen mhd. zuogeben ‘tapfer auf jmdn. eindringen, jmdm. zusetzen’; Zugabe f. ‘was zusätzlich über die pflichtgemäße Leistung oder Menge hinaus gegeben wird’, spätmhd. zuogābe ‘Zugabe, Mitgift’.

Thesaurus

Synonymgruppe
ergeben · ↗getreu · ↗loyal · ↗sicher · ↗treu · ↗treu ergeben · treugesinnt · ↗treulich · ↗vertrauenswürdig · ↗zuverlässig
Assoziationen
Synonymgruppe
(das) Ergebnis sein (von) · (seinen) Niederschlag finden (in) · (sich) einstellen (aus) · (sich) entwickeln (aus) · (sich) ergeben (aus) · ↗(sich) herausbilden · ↗(sich) herauskristallisieren · (sich) herleiten (aus) · Form annehmen (aus) · ↗basieren (auf) · ↗folgen (aus) · ↗hervorgehen (aus) · ↗resultieren (aus)
Synonymgruppe
(sich) (freiwillig) in die Hände begeben (von) · ↗(sich) ausliefern · (sich) ergeben · ↗(sich) stellen
Synonymgruppe
bereitwillig · ↗demutsvoll · ↗demütig · ergeben · ↗fügsam · ↗gefügig · guten Willens · ↗gutwillig · ↗kooperativ · voller Demut · ↗willig  ●  ↗willfährig  abwertend
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) belaufen (auf) · (sich) beziffern (auf) · ↗ausmachen · ↗betragen · ergeben
Assoziationen
  • Betrag · ↗Menge · ↗Summe  ●  Absolutbetrag  fachspr.
  • kosten · zu Buche schlagen (mit)  ●  ↗kommen  ugs. · ↗machen  ugs. · zu haben sein (für)  ugs.
Synonymgruppe
(sich) ergeben (aus) · ↗abstammen · ↗entspringen · ↗herkommen · ↗resultieren (aus) · ↗stammen
Synonymgruppe
(sich) bilden · (sich) ergeben · ↗aufkommen · ↗entstehen · ↗erwachsen (aus)
Unterbegriffe
Assoziationen
  • erreicht werden (können) · erzielt werden (können) · es kommt zu · kommen zu · zu dem Ergebnis gelangen (dass) · zu dem Ergebnis kommen (dass) · zustande kommen
Synonymgruppe
(sich) ergeben · ↗(sich) herausstellen · ↗(sich) zeigen · ↗sehen  ●  ↗(sich) finden  geh., veraltend

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anhängerschaft Bewunderer Bitte Diener Dienerin Fangemeinde Gatte Gattin Gefolgschaft Gefolgsleute Gefolgsmann Gehilfe Glückwunsch Gruß Jünger Kreatur Obrigkeit Präsidentengarde Untertan Vasall Verehrer Warten bedingungslos blind diszipliniert erwidern gehorsam loyal sklavisch treu

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ergeben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aus dieser Situation ergebe sich die historische Verpflichtung, nichts unversucht zu lassen, einer solchen Entwicklung den Weg zu versperren.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1984]
Die Ableitung des Potentials in irgendeiner Richtung ergibt die Geschwindigkeit in dieser Richtung.
Eck, Bruno: Technische Strömungslehre, Berlin: Springer 1941, S. 26
Es ergibt sich, daß man bei bestem schlechten Willen nicht verurteilen kann.
Tucholsky, Kurt: Der Verdachtsfreispruch. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931]
Daraus ergibt sich noch nicht die Institution des modernen Parlaments.
Schmitt, Carl: Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus, Berlin: Duncker & Humblot 1991 [1923], S. 6
Um Sie darauf vorzubereiten, teile ich Ihnen dieses ergebenst mit.
Brief von Willi Böhne vom 20.10.1914. In: Witkop, Philipp (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, München: Müller 1928 [1914], S. 10
Zitationshilfe
„ergeben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ergeben#1>, abgerufen am 11.12.2019.

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ergeben

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennunger-ge-ben
Grundformergeben1
Wortbildung mit ›ergeben‹ als Letztglied: ↗gottergeben · ↗schicksalergeben · ↗schicksalsergeben · ↗treuergeben
eWDG, 1967

Bedeutung

hingebungsvoll
entsprechend der Bedeutung von ergeben¹ (3)
Beispiele:
ergeben lächeln
jmdn. ergeben anblicken
Sie schwieg mit einem ergebenen Gesicht dazu [MusilMann212]
gehoben devot, untertänig
Beispiele:
sich ergeben verbeugen
sich ergebenst empfehlen
Ihr (sehr) ergebener ... (= Briefschluss)
Zugleich erlaube ich mir, meinen aufrichtig ergebensten Glückwunsch auszusprechen [KlugeZaubergeige158]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

geben · abgeben · Abgabe · angeben · Angabe · Angeber · angeblich · aufgeben · Aufgabe · ausgeben · Ausgabe · ausgiebig · begeben · Begebenheit · beigeben · Beigabe · eingeben · Eingabe · Eingebung · ergeben · Ergebung · ergeben · Ergebenheit · Ergebnis · ergiebig · freigebig · Freigebigkeit · hingeben · Hingabe · Hingebung · hingebungsvoll · nachgeben · nachgiebig · übergeben · Übergabe · umgeben · Umgebung · Untergebener · vergeben · Vergebung · vergebens · vergeblich · zugeben · Zugabe
geben Vb. ‘(hin-, dar)reichen, schenken, überlassen’. Das gemeingerm. Verb ahd. geban (8. Jh.), mhd. geben, asächs. geƀan, mnd. gēven, mnl. ghēven, nl. geven, aengl. giefan (engl. to give ist aus dem Nord. entlehnt), anord. gefa, schwed. giva, got. giban (germ. *geban). Herkunft ungesichert. Das Verb wird allgemein mit lat. habēre ‘halten, haben, besitzen’, habilis ‘handlich, geeignet’, air. gaibid ‘nimmt, ergreift, erhält’, lit. gabénti ‘fördern, transportieren, herbei-, fortschaffen’, aruss. gabati ‘bedrängen, verfolgen (?)’, tschech. (älter) habati ‘raffen’, poln. gebać ‘anfechten, reizen, beunruhigen’ zu der in mehreren Varianten vorliegenden Wurzel ie. *ghabh-, *ghab-, *ghap- ‘fassen, nehmen’ (die letzte Variante wohl unter Einfluß der Wurzel ie. *kap- ‘fassen’, s. ↗heben) gestellt. Der auffallende Bedeutungsunterschied zwischen den germ. Vertretern und dem ie. Wurzelansatz (‘geben’ – ‘nehmen’) wird damit erklärt, daß hier eine germ. Eigenbildung als Ersatz für ie. *dō- ‘geben’ vorliegt, die sowohl lautlich (im Vokalismus der Stammsilbe) wie inhaltlich unter dem Einfluß von germ. *neman (s. ↗nehmen) als Gegenwort steht (was man hat, auswählend ergreift, „nimmt“, kann man darreichen, schenken, „geben“). Die reiche Bedeutungsentfaltung des Verbs führt zu zahlreichen Präfixbildungen mit weiteren Ableitungen. abgeben Vb. ‘(einen Teil) hergeben, abtreten, überlassen, darstellen, sein’ reflexiv ‘sich beschäftigen, befassen’, frühnhd. ab(e)geben, vgl. ahd. abageban ‘verlassen, im Stich lassen’ (9. Jh.); Abgabe f. ‘zu entrichtende Leistung, Überlassung’ (2. Hälfte 17. Jh.). angeben Vb. ‘(aus)sagen, anzeigen, verraten, bestimmen, prahlen, aufschneiden’, mhd. an(e)geben, auch ‘(ein Kleid) anlegen’; Angabe f. ‘Aussage, Prahlerei, Aufschneiderei’ (Anfang 16. Jh.); Angeber m. ‘Denunziant, Aufschneider’, frühnhd. angeber ‘Anfänger, Anstifter’; angeblich Adj. ‘vermeintlich’ (1. Hälfte 18. Jh.). aufgeben Vb. ‘zur Weiterleitung übergeben, erledigen lassen, verzichten, zurücktreten’, mhd. ūfgeben; Aufgabe f. ‘Übergabe zur Weiterleitung, Auftrag, Verzicht’, mhd. ūfgābe. ausgeben Vb. ‘austeilen, aushändigen, verkünden, Geld verbrauchen, spendieren’, reflexiv ‘seine Kräfte verbrauchen, verausgaben’, ahd. ūʒgeban ‘(her)ausgeben, ausschütten’ (9. Jh.), mhd. ūʒgeben; Ausgabe f. ‘Austeilung, Aushändigung, Verkündigung, Verbrauch an Geld, Edition, Nummer einer Zeitung, Zeitschrift’, spätmhd. ūʒgābe; ausgiebig Adj. ‘reichlich’ (Mitte 18. Jh.). begeben Vb. reflexiv ‘sich aufmachen, gehen, sich ereignen, geschehen’, sich einer Sache begeben ‘auf etw. verzichten’, ahd. bigeban ‘verlassen, aufgeben’ (10. Jh.), mhd. begeben; Begebenheit f. ‘Ereignis, Geschehen’ (1. Hälfte 17. Jh.). beigeben Vb. ‘mitgeben, hinzufügen, zur Verfügung stellen, nachgeben, sich fügen’ (1. Hälfte 16. Jh.); Beigabe f. (1. Hälfte 19. Jh.). eingeben Vb. ‘einflößen, einreichen’, mhd. īngeben ‘übergeben, überweisen’; Eingabe f. ‘das Einflößen, schriftlicher Vorschlag, Gesuch’, spätmhd. ingābe; Eingebung f. ‘plötzlich auftauchender Gedanke, Intuition’ (1. Hälfte 15. Jh.). ergeben Vb. ‘als Ergebnis hervorbringen’, reflexiv ‘zustande kommen, sich hingeben, widmen, die Waffen strecken, sich dem Feind ausliefern’, ahd. irgeban ‘(von sich) geben, heraus-, übergeben, sich jmdm. ausliefern, Rechenschaft ablegen’ (8. Jh.), mhd. ergeben ‘zeigen, herausgeben, übergeben, anheimgeben, einträglich sein’, reflexiv ‘sich in jmds. Gewalt geben, sich fügen’; Ergebung f. ‘das Sichergeben, Unterwerfung, Ergebenheit’ (14. Jh.); ergeben Part.adj. ‘gefügig, hingebungsvoll, wohlgeneigt’, in frühnhd. Zeit aus dem Part. Prät. mhd. ergeben ‘sich durch Gelübde dem Mönchsleben ergeben habend’; Ergebenheit f. ‘demütige Hingabe, Fügsamkeit’, mhd. ergebenheit ‘Klostergelübde’; Ergebnis n. ‘Resultat’ (um 1800); ergiebig Adj. ‘ertragreich, fruchtbar’ (16. Jh.). freigebig Adj. ‘gern gebend, großzügig’, Freigebigkeit f. (1. Hälfte 16. Jh.). hingeben Vb. ‘weg-, fortgeben, verschenken’ (15. Jh.), reflexiv ‘sich aufopfern, sich widmen’ (18. Jh.); vgl. schon ahd. hinageban ‘hingeben, übergeben, preisgeben’ (um 1000); Hingabe f. ‘Opferbereitschaft, Leidenschaft’ und gleichbed. Hingebung f. (1. Hälfte 19. Jh.), älter im Sinne von ‘das Weg-, Fortgeben’ (Hingebung seit dem 17. Jh., Hingabe seit dem 18. Jh.); hingebungsvoll Adj. ‘voll Eifer, Aufopferung’ (1. Hälfte 19. Jh.). nachgeben Vb. ‘nicht standhalten, Widerstand aufgeben, sich fügen, erschlaffen, locker werden’, spätmhd. nāchgeben ‘zulassen, einräumen’; nachgiebig Adj. ‘nicht standhaltend, keinen Widerstand entgegensetzend, schlaff, leicht umzustimmen, fügsam’ (18. Jh.). übergeben Vb. ‘aushändigen, überantworten, ausliefern, für etw. freigeben’, reflexiv ‘sich erbrechen’, mhd. übergeben ‘übertreffen, beeinträchtigen, verletzen, verzichten’, reflexiv ‘sich aufgeben, schuldig bekennen’; Übergabe f. ‘Aushändigung, Auslieferung’ (Ende 15. Jh.). umgeben Vb. ‘ein-, umschließen’, ahd. umbigeban ‘umgeben, umstellen’ (8. Jh.), mhd. umbegeben; Umgebung f. ‘einen Ort umgebende Landschaft, jmdn. umgebender Kreis von Menschen’ (um 1800; vorher dafür Environs, nach gleichbed. frz. environs Plur.), älter im Sinne von ‘das Herumgeben, Umhängen’ (Ende 15. Jh.). Untergebener m. ‘wer einem Vorgesetzten dienstlich unterstellt ist’ (um 1600), substantivierte Form zum Part.adj. untergeben ‘einem Vorgesetzten dienstlich unterstellt’, eigentlich Part. Prät. zu heute nicht mehr üblichem untergeben ‘unter Aufsicht stellen’, ahd. untargeban ‘unterwerfen, unterstellen’ (um 800), spätmhd. undergeben. vergeben Vb. ‘weggeben, austeilen, verschenken, verzeihen’, meist reflexiv ‘seinem Ansehen schaden’, nur reflexiv ‘sich beim Austeilen (der Spielkarten) irren, falsch geben’, ahd. firgeban ‘vergeben, schenken, einräumen’ (8. Jh.), mhd. vergeben; Vergebung f. ‘das Vergeben, Vergabe, Verzeihung’, spätmhd. vergebunge ‘Verzeihung’; vergebens Adv. ‘vergeblich, erfolglos, umsonst, nutzlos’, spätmhd. vergeben(e)s, mit sekundärem s für gleichbed. mhd. vergebene ‘geschenkweise, unentgeltlich, umsonst, unnütz, vergeblich’, Adverb zum Part. Prät. mhd. vergeben; vgl. ahd. firgebano Adv. ‘umsonst, ohne Gegenleistung’ (um 1000). vergeblich Adj. ‘erfolglos, nutzlos, umsonst’, zuerst md. vergebelich (15. Jh.), vgl. mhd. frühnhd. vergebenlich (wohl gekürzt aus vergebendlich). zugeben Vb. ‘hinzufügen, dazugeben, für richtig erklären, einräumen, gestehen’ (15. Jh.), vgl. schon ahd. zuogeban ‘hinzufügen, zuteilen, verteilen’ (9. Jh.), dagegen mhd. zuogeben ‘tapfer auf jmdn. eindringen, jmdm. zusetzen’; Zugabe f. ‘was zusätzlich über die pflichtgemäße Leistung oder Menge hinaus gegeben wird’, spätmhd. zuogābe ‘Zugabe, Mitgift’.

Thesaurus

Synonymgruppe
ergeben · ↗getreu · ↗loyal · ↗sicher · ↗treu · ↗treu ergeben · treugesinnt · ↗treulich · ↗vertrauenswürdig · ↗zuverlässig
Assoziationen
Synonymgruppe
(das) Ergebnis sein (von) · (seinen) Niederschlag finden (in) · (sich) einstellen (aus) · (sich) entwickeln (aus) · (sich) ergeben (aus) · ↗(sich) herausbilden · ↗(sich) herauskristallisieren · (sich) herleiten (aus) · Form annehmen (aus) · ↗basieren (auf) · ↗folgen (aus) · ↗hervorgehen (aus) · ↗resultieren (aus)
Synonymgruppe
(sich) (freiwillig) in die Hände begeben (von) · ↗(sich) ausliefern · (sich) ergeben · ↗(sich) stellen
Synonymgruppe
bereitwillig · ↗demutsvoll · ↗demütig · ergeben · ↗fügsam · ↗gefügig · guten Willens · ↗gutwillig · ↗kooperativ · voller Demut · ↗willig  ●  ↗willfährig  abwertend
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) belaufen (auf) · (sich) beziffern (auf) · ↗ausmachen · ↗betragen · ergeben
Assoziationen
  • Betrag · ↗Menge · ↗Summe  ●  Absolutbetrag  fachspr.
  • kosten · zu Buche schlagen (mit)  ●  ↗kommen  ugs. · ↗machen  ugs. · zu haben sein (für)  ugs.
Synonymgruppe
(sich) ergeben (aus) · ↗abstammen · ↗entspringen · ↗herkommen · ↗resultieren (aus) · ↗stammen
Synonymgruppe
(sich) bilden · (sich) ergeben · ↗aufkommen · ↗entstehen · ↗erwachsen (aus)
Unterbegriffe
Assoziationen
  • erreicht werden (können) · erzielt werden (können) · es kommt zu · kommen zu · zu dem Ergebnis gelangen (dass) · zu dem Ergebnis kommen (dass) · zustande kommen
Synonymgruppe
(sich) ergeben · ↗(sich) herausstellen · ↗(sich) zeigen · ↗sehen  ●  ↗(sich) finden  geh., veraltend

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anhängerschaft Bewunderer Bitte Diener Dienerin Fangemeinde Gatte Gattin Gefolgschaft Gefolgsleute Gefolgsmann Gehilfe Glückwunsch Gruß Jünger Kreatur Obrigkeit Präsidentengarde Untertan Vasall Verehrer Warten bedingungslos blind diszipliniert erwidern gehorsam loyal sklavisch treu

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ergeben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aus dieser Situation ergebe sich die historische Verpflichtung, nichts unversucht zu lassen, einer solchen Entwicklung den Weg zu versperren.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1984]
Die Ableitung des Potentials in irgendeiner Richtung ergibt die Geschwindigkeit in dieser Richtung.
Eck, Bruno: Technische Strömungslehre, Berlin: Springer 1941, S. 26
Es ergibt sich, daß man bei bestem schlechten Willen nicht verurteilen kann.
Tucholsky, Kurt: Der Verdachtsfreispruch. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931]
Daraus ergibt sich noch nicht die Institution des modernen Parlaments.
Schmitt, Carl: Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus, Berlin: Duncker & Humblot 1991 [1923], S. 6
Um Sie darauf vorzubereiten, teile ich Ihnen dieses ergebenst mit.
Brief von Willi Böhne vom 20.10.1914. In: Witkop, Philipp (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, München: Müller 1928 [1914], S. 10
Zitationshilfe
„ergeben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ergeben#2>, abgerufen am 11.12.2019.

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