ergrauen

GrammatikVerb · ergraut, ergraute, ist ergraut (meist im Part. Prät.)
Aussprache
Worttrennunger-grau-en
Wortzerlegunger-grauen1
eWDG, 1967

Bedeutung

graues Haar bekommen, grau werden
siehe auch grau (1)
Beispiele:
jmd. ist leicht, stark, völlig ergraut
er war früh, vorzeitig ergraut
eine ergraute ältere Dame
ein Herr mit ergrautem Haar, ergrauten Schläfen
ein im Dienst ergrauter (= alt gewordener) Beamter
ein in Ehren ergrauter Veteran
Dieser Hering, ein im Betrieb ergrauter Fünfziger [F. WolfGrenze5,87]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

grau · grauen1 · ergrauen · graulich · gräulich · Morgengrau · Morgengrauen
grau Adj. Bezeichnung des Farbtons zwischen schwarz und weiß, ahd. grāo, Genitiv grāwes (9. Jh.), mhd. grā, asächs. grāo, grē, mnd. grā, grāwe, mnl. grā, grau, nl. grauw, aengl. grǣg, engl. grey, anord. grār, schwed. grå, germ. *grēwa- gehört als wa-Stamm (darin den Farbbezeichnungen ↗blau, ↗gelb, s. d., vergleichbar) bzw. (im Aengl.) als Weiterbildung eines wa-Stammes mit lit. žėrė́ti ‘im Glanze strahlen, funkeln, glänzen’, žarà ‘Röte am Himmel, Lichtschein’, aslaw. zaŕa, zoŕa, russ. zarjá (заря) ‘Glanz, Röte am Himmel’ und wohl auch lat. rāvus (mit r aus *ghr- und unerklärtem ā) ‘grau, graugelb’ zur Wurzel ie. *g̑her(ə)-, *g̑hrē- ‘strahlen, glänzen, schimmern’. Ähnlich wie ↗blau (s. d.) entwickelt sich auch grau aus einer Ausgangsbedeutung ‘glänzend, strahlend, hell’. Zur genaueren Bezeichnung des Farbtons dienen mehrere Zusammensetzungen wie tauben-, maus-, schiefergrau. grauen1 Vb. ‘dämmern, hell werden’, ahd. grāwēn, grāwōn ‘grau sein, werden’ (11. Jh.), mhd. grāwen, auch ‘altern, dämmern’. Die Bedeutung ‘grau werden’ übernimmt im 18. Jh. ergrauen Vb. graulich, gräulich Adj. ‘ins Graue spielend, ein wenig grau’ (17. Jh.), zuvor graulicht (16. Jh.). Im substantivierten Kompositum mit Adjektiv Morgengrau n. mit Verb Morgengrauen n. ‘Morgendämmerung’ (beide Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ergrauen · grau werden

Typische Verbindungen zu ›ergrauen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ehre Haar Haupthaar Schläfe Würde langsam

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ergrauen‹.

Verwendungsbeispiele für ›ergrauen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit seinen 37 Jahren ist er schon ergraut, die Augen verraten unruhige Nächte.
Die Zeit, 11.10.2004, Nr. 41
Obwohl noch keine 40 Jahre alt, ist er bereits völlig ergraut.
Süddeutsche Zeitung, 09.04.1999
Er brachte mich am Abend vor die Thür seines Hauses, sehr ergraut, gealtert, müde.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1931. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1931], S. 236
Auch sein dunkelblondes, elegant frisiertes Haupthaar war etwas gelichtet und schon zum Teil ergraut.
Friedländer, Hugo: Der Hannoversche Spieler- und Wucherprozeß. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 92
Der kurz gehaltene Vollbart war leicht ergraut, ebenso das dünne, lang herabfallende Haar.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6994
Zitationshilfe
„ergrauen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ergrauen>, abgerufen am 24.02.2020.

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