erhöhen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunger-hö-hen
Grundformhoch
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. höher machen
Beispiele:
ein Gebäude, das Haus (um ein Stockwerk) erhöhen
einen Damm, den Weg erhöhen
die Absätze beim Schuster erhöhen lassen
die erhöhten Ränder des Weges, der Kurve
von einem erhöhten (= höhergelegenen) Punkt, Standort (aus) sprechen
Frau Flinz liegt mit erhöhtem Kissen im Bett [BaierlFlinz13]
bildlich etw. durch hellere Farben herausheben
Beispiel:
Die Zeichnung ... ist mit Feder und Pinsel in Tusche angefertigt mit Weiß erhöht [Urania1955]
2.
etw., sich steigern
Beispiele:
wir müssen den Umsatz, die Arbeitsproduktivität, Leistung, Erträge (wesentlich) erhöhen
die Preise, Steuern, Löhne, Mieten, Normen werden erhöht
die Produktion dieses Artikels wurde um 10%, auf 60% erhöht
die Geschwindigkeit, eine Umlaufzahl erhöhen
die Unruhe, Spannung (im Theater) erhöhte sich von Szene zu Szene
der Lebensstandard wird sich weiter erhöhen
etw., sich vergrößern, verstärken
Beispiele:
die Zeitung erhöht ihre Auflage
die Vorsicht, seine Wachsamkeit erhöhen
das erhöht unseren Verdacht
die erfreuliche Mitteilung erhöhte unsere Stimmung
die Unfallziffern haben sich leider erhöht
die Zahl der Opfer hat sich auf 48 erhöht
jmds. Ansehen in der Öffentlichkeit, unsere Sicherheit erhöht sich
wenn nicht Bockrunden ... den Einsatz dann und wann beträchtlich erhöht hätten [GrassBlechtrommel54]
oft im Part. Prät.
Beispiele:
jmd. hat erhöhte Temperatur (= leichtes Fieber)
es werden erhöhte Eintrittspreise verlangt
erhöhte Alarmbereitschaft, Gefahr
etw. hat eine erhöhte Bedeutung gewonnen
die Menschen wanderten in erhöhtem Maße in die Stadt ab
3.
gehoben etw., jmdn., sich auf eine höhere Stufe bringen, in seinem Rang heben
Beispiele:
biblisch wer sich selbst erhöht, der soll erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöht werden
den deutschen Roman zur Dichtung zu erhöhen [Th. Mann11,341]
Robert Carr, welchen Jakob ... zum Herzog von Sommerset erhöhte [Dahlm.Engl. Revolution158]
ihr Lieblingstraum: Steffi durch den Fabrikantensohn sich und die ganze Familie Eibl erhöhend [F. WolfGrenze5,184]
4.
Musik eine Note erhöhendie Note mit einem Kreuz versehen und dadurch einen Halbton höher setzen
Beispiel:
D zu Dis erhöhen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hoch · Hoch · Höhe · Anhöhe · Hoheit · höchstens · erhöhen · Hochachtung · hochachtungsvoll · hochdeutsch · hochherzig · Hochmeister · Hochmut · hochmütig · hochnäsig · Hochofen · Hochschule · Hochstapler · hochtrabend · Hochwasser · Hochwild
hoch Adj. ‘aus einer Ebene herausragend, weit nach oben reichend’, übertragen ‘nach Wert, Maß, Rang, Bedeutung hervorragend, über den Durchschnitt hinausgehend’, ahd. hōh (8. Jh.), mhd. hōch, , asächs. hōh, mnd. hō(ch), mnl. , hooch, nl. hoog, aengl. hēah, engl. high, anord. hār, got. hauhs, germ. *hauha- geht vielleicht wie ↗Hügel (s. d.) und aind. kucaḥ ‘weibliche Brust’, kucáti ‘zieht sich zusammen, krümmt sich’, lit. kaūkas ‘Beule’, kaũkaras ‘Hügel’, russ. kúča (куча) ‘Haufen, Heuschober’ auf die Gutturalerweiterung ie. *keuk-, *kūk- der Wurzel ie. *keu-, *keu̯ə- ‘biegen, Wölbung, Höhlung’ zurück (wozu auch ↗Hocke, ↗Hobel, ↗Haufen, ↗hüpfen, ↗Haube, s. d.), so daß hoch ursprünglich als ‘(hervor-, empor)gewölbt’ zu verstehen ist. Hoch n. ‘Höhe, Größe’ (17. Jh.); in der Meteorologie (20. Jh.) Kurzform für Hochdruckgebiet (um 1900). Höhe f. ‘Ausdehnung, Ausmaß in vertikaler Richtung, Dimension, Spitze, Gipfel’, mit vielfältigem übertragenem Gebrauch, ahd. hōhī (8. Jh.), mhd. hœhe, hōhe, asächs. hōhi, got. hauhei. Anhöhe f. ‘Hügel, ansteigendes Gelände’ (17. Jh.). Hoheit f. ‘Erhabenheit, hohe Würde, Herrschaftsbefugnis (über ein bestimmtes Gebiet)’, auch Anrede für einen hohen fürstlichen Würdenträger, mhd. hōchheit, hōcheit. höchstens Adv. ‘maximal, im äußersten Falle’ (16. Jh.), dann auch ‘im günstigsten Falle, bestenfalls’, gebildet zum Superlativ höchst. erhöhen Vb. ‘in eine höhere Position bringen, (an)heben, verherrlichen’, ahd. irhōhen (9. Jh.), mhd. erhœhen; vgl. gleichbed. ahd. hōhen (8. Jh.), mhd. hōhen, hœhen. Hochachtung f. ‘Wertschätzung, Respekt’ (16. Jh.); hochachtungsvoll Adj. ‘respektvoll, von Wertschätzung erfüllt’, besonders als Schlußfloskel bei förmlichen Briefen (19. Jh.). hochdeutsch Adj. Bezeichnung des (vor allem durch die 2. Lautverschiebung gekennzeichneten) Sprachstandes des Mittel- und Oberdeutschen (2. Hälfte 15. Jh.), dann auch im Sinne von ‘nicht mundartlich, der Norm der Literatursprache entsprechend’; ausgehend wohl von der meist gebirgigen Beschaffenheit der mittel- und oberdeutschen Landschaften (s. das Gegenwort ↗niederdeutsch und vgl. die Bezeichnung Niederlande). hochherzig Adj. ‘großmütig, von edler, selbstloser Gesinnung’ (17. Jh.), vgl. aengl. hēahheort, got. hauhhaírts ‘hochmütig, überheblich’. Hochmeister m. ‘Oberster eines geistlichen Ritterordens’, mhd. hōchmeister, hōmeister, dann auch ‘Vorsteher der gesamten Judenschaft im Reich, hoher Gelehrter’. Hochmut m. ‘übersteigertes Selbstgefühl, Überheblichkeit’, ahd. hōhmuot (11. Jh.), mhd. hōchmuot, auch im Sinne von ‘hohe, edle Gesinnung, Hochstimmung, Freude’; hochmütig Adj. ‘überheblich, übertrieben stolz’, ahd. hōhmuotīg (um 1000), mhd. hōchmüetic. hochnäsig Adj. ‘anmaßend, eingebildet’ (18. Jh.); vgl. die Redensart die Nase hoch tragen (18. Jh.). Hochofen m. hoher Schachtofen zur Ausschmelzung des Roheisens aus dem Erz, zunächst Hoherofen (18. Jh.), Hohofen (19. Jh.). Hochschule f. Bildungsstätte, in der die Qualifikation für akademische Berufe vermittelt wird, ‘Universität’ (15. Jh.), daneben zunächst auch Hohe Schule, Hoheschule. Hochstapler m. ‘seriös und vornehm auftretender Betrüger’ (18. Jh.), zu rotw. Stappler, Stabeler, Stabuler ‘Bettler’ (15. Jh.), vgl. rotw. stappeln, stapeln, stabeln ‘bettelnd umherziehen’, nhd. (literatursprachlich und landschaftlich) stapeln ‘hochbeinig, gespreizt gehen, betteln gehen’. hochtrabend Part.adj. ‘von oben herab, überheblich’ (vgl. auf dem hohen Roß sitzen), mhd. hōchtrabende. Hochwasser n. ‘höchster Wasserstand innerhalb der Gezeiten, Überschwemmung(sgefahr)’ (19. Jh.), vorher hoch Wasser (16. Jh.). Hochwild n. ‘wertvollste Wildkategorie’, z. B. Rotwild, Schalenwild, edles Federwild (16. Jh.), hoewilt (15. Jh.), entsprechend der Einteilung in hohe, (mittlere,) niedere Jagd.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufbessern · erhöhen · ↗steigern
Synonymgruppe
aufzählen · erhöhen · hochzählen · inkrementieren
Synonymgruppe
erhöhen · ↗potenzieren · ↗steigern
Synonymgruppe
anböschen · ↗anheben · ↗aufstocken · erhöhen  ●  höher machen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anteil Attraktivität Beitrag Chance DM Dividende Druck Euro Gebühr Gewinn Grundkapital Kapital Leitzins Marktanteil Mehrwertsteuer Milliarde Million Preis Prozent Prozentpunkt Risiko Sicherheit Steuer Umsatz Vorjahr Zahl Zins deutlich senken weiter

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erhöhen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gleichzeitig erhöht er den Druck, bald einen Käufer zu finden.
Die Zeit, 21.09.2013, Nr. 38
Er wäre gern rascher vorangekommen, aber er wagte nicht, die Geschwindigkeit zu erhöhen.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 328
Die Zahl der geschriebenen Bücher erhöhte sich bis 1921 auf insgesamt 98, danach entstehen nur noch einzelne Blätter.
o. A.: Lexikon der Kunst - K. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 20031
Während im Jahr 1900 89 Personen verurteilt wurden, erhöhte sich im Jahr 1939 diese Zahl auf 174.
Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 466
Täglich 1 frisches Ei in abwechselnder Form gereicht, erhöht bei schwächlichen Kindern den Nährwert.
Cornelius, Liete: So bleibt ihr gesund von der Wiege bis zum Grabe!, Berlin: Möller 1902 [1902], S. 5
Zitationshilfe
„erhöhen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erhöhen>, abgerufen am 26.06.2019.

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