erheischen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunger-hei-schen (computergeneriert)
Wortzerlegunger-heischen
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben etw. erfordern, verlangen
Beispiele:
die moderne Technik erheischt neue Werkstoffe
dieser Stoff erheischt die Novellenform
die Vieldeutigkeit dieses Begriffes erheischt eine nähere Erklärung
das erheischt (schon) der Anstand
[er] schaute fragend gradaus in die Luft, als erheische er eine Antwort darauf [O. M. GrafUnruhe139]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

heischen · erheischen
heischen Vb. älter auch eischen, ‘gebieterisch fordern, begehren, erbitten’, ahd. eiscōn ‘fordern, verlangen, bitten, fragen’ (8. Jh.), mhd. eischen, heischen (mit anlautendem h- unter Einfluß von mhd. heiʒen, s. ↗heißen), asächs. ēskon, mnd. ēschen, mnl. eiscen, ēscen, auch hēschen, nl. eisen, aengl. āscian, engl. to ask ‘fragen, bitten’ und zugehörige Substantivbildungen wie ahd. eisca ‘Forderung’ (11. Jh.), aengl. ǣsce ‘Untersuchung’ lassen sich außergerm. mit aind. ḗṣati ‘sucht’, iccháti ‘sucht, wünscht’, icchā́ ‘Wunsch, Verlangen’, lat. aeruscāre ‘betteln gehen, bitten’, lit. (j)ieškóti ‘suchen’, aslaw. iskati ‘(auf-, er)suchen, fordern’, russ. iskát’ (искать) ‘suchen, trachten nach, verlangen’ vergleichen und auf eine Wurzel ie. *ais-, daneben *eis- ‘wünschen, begehren, aufsuchen’ zurückführen. erheischen Vb. älter ereischen, ‘erfordern, dringend verlangen’, ahd. ireiscōn ‘erfragen, erkunden, erfahren, erforschen’ (8. Jh.), mhd. ereischen, erheischen ‘durch Fragen erfahren’.

Thesaurus

Synonymgruppe
beanspruchen · ↗bedingen · ↗bedürfen · ↗benötigen · ↗erfordern · ↗gebieten · nötig haben · ↗verlangen · ↗voraussetzen  ●  erheischen  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Achtung Anerkennung Antwort Aufmerksamkeit Auskunft Beachtung Beifall Berücksichtigung Blick Erfordernis Interesse Mitleid Ordnung Pflicht Respekt Sympathie Umstand Verständnis Vorteil Wohl Zustimmung dringend gebieterisch wenigstens

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erheischen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es hat keinen Sinn, wieder einen Abend mit ihm auf diese Weise zu erheischen.
Merian, Svende: Der Tod des Märchenprinzen, Hamburg: Buntbuch-Verl. 1980 [1980], S. 318
Das sind selbständige Fragen und jede von ihnen erheischt ihre Lösung.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1960]
Ist man vollends unsicher geworden darüber, was das öffentliche Interesse erheischt?
Die Zeit, 23.09.1954, Nr. 38
Er verbog sich in jede Richtung, die ihm geeignet schien, Applaus zu erheischen.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 895
Der Wille Gottes erheischt auf allen Gebieten unmittelbare und unbedingte Verwirklichung.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 6924
Zitationshilfe
„erheischen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erheischen>, abgerufen am 12.12.2019.

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