erkälten

GrammatikVerb · erkältete, hat erkältet
Aussprache
Worttrennunger-käl-ten
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich erkältensich eine Erkältung zuziehen
Beispiele:
ich erkälte mich leicht, schnell
erkälte dich nicht!
ich habe mich, bin stark, oft erkältet
sie hat sich beim Nachhausegehen erkältet
sich [Dativ] einen Körperteil erkälteneinen Körperteil durch Kälteeinwirkung schädigen
Beispiel:
Aber Dr. Kürtchen hatte sich nur den Magen erkältet [A. ZweigEinsetzung315]
2.
gehoben jmdn., etw. kalt werden lassen, abkühlen
Beispiele:
diese Eindrücke, Worte erkälteten uns
[dein Auftreten] half meine Gefühle nur erkälten [HesseGlasperlensp.6,410]
Sie seien hart und streng ... und hätten erkältend auf sie gewirkt [Th. MannKönigl. Hoheit7,251]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kalt · Kälte · erkalten · erkälten · Erkältung · kaltblütig · Kaltschale · Kaltschmied
kalt Adj. ‘von niedriger Temperatur, erstarrt, gefühlsarm’, ahd. (9. Jh.), mhd. kalt, asächs. kald, mnd. kōlt, mnl. cout, nl. koud, aengl. ceald, cald, engl. cold, anord. kaldr, schwed. kall, got. kalds (germ. *kalda-) geht aus einer alten Partizipialbildung (auf ie. -to-) hervor, daher eigentlich ‘gekühlt, gefroren’; es stellt sich zu den überlieferten germ. Verben aengl. calan ‘erkalten, abkühlen’ und anord. kala ‘frieren, kalt machen’. Mit den ablautenden Verwandten ↗kühl (s. d.), lat. gelū ‘Kälte, Frost’, gelāre ‘gefrieren’, gelidus ‘eiskalt’ (s. ↗Gelee) setzt es eine (allerdings nur aus dem Germ. und Ital. zu erschließende) Wurzel ie. *gel(ə)- ‘kalt, frieren’ voraus. Kälte f. Adjektivabstraktum, ahd. kaltī (8. Jh.), mhd. kelte. erkalten Vb. ‘kalt werden, abkühlen’, ahd. irkaltēn, -kaltōn (9. Jh.), mhd. erkalten, zum gleichbed., im Nhd. untergegangenen Simplex ahd. kaltēn, kaltōn, mhd. kalten. erkälten Vb. reflexiv ‘durch Kälteeinwirkung erkranken’, mhd. erkelten ‘kalt machen’, zum gleichbed. Simplex mhd. kelten, das nhd. nicht mehr gebräuchlich ist; dazu Erkältung f. (16. Jh.). kaltblütig Adj. ‘leidenschaftslos, unerschrocken, skrupellos’ (18. Jh.). Kaltschale f. ‘kalt serviertes süßes (Suppen)gericht mit Früchten’ (17. Jh.), Zusammenrückung aus kalte Schale. Kaltschmied m. ‘ohne Feuer arbeitender Schmied’ (z. B. Kupferschmied), ahd. kaltsmid (Hs. 12. Jh.), mhd. kaltsmit ‘Kessel-, Kupfer-, Messingschmied’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Wetter du hoffentlich ich ihr leicht sonst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erkälten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich war dabei, mich zu erkälten, mein Lachen klang heiser.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 980
Es geht nicht, dass du dich erkältest, und du wirst dich erkälten in einer kurzen Hose.
Süddeutsche Zeitung, 26.11.2004
Daraus würde ich mir nicht viel machen, aber jetzt habe ich mich auch erkältet.
Die Zeit, 30.04.1965, Nr. 18
Vielleicht habt Ihr Euch erkältet, wenn nötig, gehe immer zum Arzt.
Brief von Alois Scheuer an Friedchen Scheuer vom 08.10.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0079
Und jetzt war mein Opa so erkältet, daß er nicht spielen wollte und konnte.
Holtz-Baumert, Gerhard: Alfons Zitterbacke, Berlin: Kinderbuchverlag 1981 [1958], S. 100
Zitationshilfe
„erkälten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erkälten>, abgerufen am 19.10.2019.

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