erklimmen

Grammatik Verb · erklimmt, erklomm, hat erklommen
Aussprache 
Worttrennung er-klim-men

Bedeutungsübersicht+

  1. etw. mühsam erklettern
    1. [bildlich] ...
    2. [übertragen] etw. erreichen
eWDG

Bedeutung

etw. mühsam erklettern
Beispiele:
eine Anhöhe, einen Gipfel erklimmen
er erklomm mehrere Treppen
die Sprossen einer Leiter erklimmen
bildlich
Beispiel:
Langgezogene Töne [werde ich] heulen, immer höhere Tonleitern erklimmen [ A. ZweigRegenbogen46]
übertragen etw. erreichen
Beispiele:
eine hohe Position, Stellung erklimmen
er will eine noch höhere Stufe erklimmen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klimmen · erklimmen · Klimmzug
klimmen Vb. ‘mühsam emporklettern’, ahd. klimban ‘(er)steigen’ (9. Jh.), mhd. klimben, (mit Assimilation) klimmen (intransitiv) ‘steigen, klettern’, (transitiv) ‘erklimmen, zwicken, kneifen, packen’, mnd. klimmen, mnl. climmen, clemmen, nl. klimmen, aengl. climban, engl. to climb. Sieht man in den Formen mit mm eine Assimilation aus mb (s. auch ↗beklommen, ↗klemmen), so kann als nah verwandt mhd. klamben ‘fest zusammenfügen, verklammern’, klambe ‘Fessel, Klammer’ sowie ↗Klammer und ↗Klumpen (s. d.) herangezogen werden. Als Ansatz ist ie. *glembh- erschließbar, das als Labialerweiterung einer nasalierten Form ie. *glem- (wozu ↗Klamm f., ↗klamm Adj., s. d.; ferner lat. glomus ‘Kloß, Knäuel’, glomerāre ‘zusammenballen’, air. glomar ‘Zaum, Knebel’) zur Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’ aufgefaßt werden kann. Oder ist besser von einer nasalierten Labialerweiterung ie. *glimbh- ‘haften, klimmen’ zu ie. *glei- ‘kleben, schmieren’ (s. ↗kleben), einer anderen Erweiterung der vorgenannten Wurzel, auszugehen und klimmen als ‘sich fest andrückend hinaufsteigen’ zu deuten? erklimmen Vb. ‘durch Klettern ersteigen’, übertragen ‘erreichen’, mhd. erklimmen ‘erklettern’. Klimmzug m. Turnübung an einer Querstange, bei der der an den Händen frei hängende Körper mit Hilfe der Muskelkraft hochgezogen wird (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
besteigen · ↗erklettern · erklimmen · ↗hochsteigen · ↗steigen (auf)  ●  ↗klettern (auf)  Hauptform · ↗hochklettern  ugs. · ↗hochkraxeln  ugs. · ↗kraxeln (auf)  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Aufstieg · ↗Besteigung
  • Enterdregge · ↗Enterhaken · Kletterhaken · Wurfanker · Wurfhaken  ●  Kagi-Nawa  fachspr., japanisch

Typische Verbindungen zu ›erklimmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erklimmen‹.

Verwendungsbeispiele für ›erklimmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für diese Erkenntnis braucht man keine moralischen Höhen zu erklimmen.
Die Welt, 04.12.1999
Doch die wollten schwimmen Und Bäume erklimmen, Sie turnten sich schlank in den Ästen.
Die Zeit, 08.03.1968, Nr. 11
Ein Auto nach dem anderen startete, federte durch eine Senke, erklomm die Böschung zur Straße und preschte davon.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 982
Von Tag zu Tag erklomm ihr Zorn eine höhere Stufe.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 166
Durch den Sturm hindurch, der sich gegen ihn erhoben hatte, mußte Unrat die steile Straße erklimmen.
Mann, Heinrich: Professor Unrat, Berlin: Aufbau-Verl. 1958 [1905], S. 21
Zitationshilfe
„erklimmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erklimmen>, abgerufen am 15.01.2021.

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