Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

erklingen

Grammatik Verb · erklingt, erklang, ist erklungen
Aussprache 
Worttrennung er-klin-gen
Wortzerlegung er- klingen
eWDG

Bedeutung

hell ertönen
Beispiele:
die Saiten, Glocken erklingen
die Gläser erklingen
aus dem geöffneten Fenster erklang ein frisches Lied
seine Stimme (kräftig) erklingen lassen
dann und wann erklang im Nebenzimmer … das Räuspern Mamsell Jungmanns [ Th. MannBuddenbrooks1,344]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klingen · abklingen · anklingen · Anklang · erklingen · verklingen · kling · Kling
klingen Vb. ‘einen (hellen) Klang von sich geben, (er)tönen’, übertragen ‘sich gut anhören, gut wirken’, ahd. klingan (8. Jh.), mhd. mnd. klingen, mnl. clinghen ‘hell tönen, erschallen, rauschen, plätschern’, daneben (mit abweichender, wohl expressiver Konsonanz im Inlaut) mnl. clinken, nl. klinken, engl. (aus dem Nl.?) to clink ‘klinken’ (s. Klinke, Klinker). Die Formen führen auf ie. *glengh-, eine nasalierte Erweiterung der unter Klage (s. d.) angegebenen Schallwurzel ie. *gal- ‘rufen, schreien’. Zum Verb sind gebildet Klinge, klingeln, Klang (s. d.). abklingen Vb. ‘leiser werden, verklingen, schwächer werden, nachlassen’ (2. Hälfte 18. Jh.). anklingen Vb. ‘anfangen zu klingen, an etw. erinnern, mit etw. übereinstimmen’ (2. Hälfte 17. Jh.); Anklang m. ‘durch Anschlag hervorgerufener Klang, leichte Ähnlichkeit, Zustimmung, Anerkennung’ (2. Hälfte 18. Jh.). erklingen Vb. ‘hell ertönen, zu klingen beginnen’, mhd. erklingen ‘erklingen (lassen, machen)’. verklingen Vb. ‘immer leiser werden und allmählich aufhören zu klingen’ (2. Hälfte 18. Jh.). kling Interjektion für einen hellen Ton (besonders beim Gläserklang), Schallwort zum Verb, mhd. klingā klinc!, auch in der Doppelung kling kling (17. Jh.), kling ling ling (18. Jh.); mit Sekundärablaut kling klang (Goethe). Substantivisch Kling m. ‘heller Klang’, mhd. klinc. Entsprechend Klingklang m.

Thesaurus

Synonymgruppe
erklingen · erschallen · ertönen · zu hören sein
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›erklingen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erklingen‹.

Verwendungsbeispiele für ›erklingen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ach ja, der Transrapid hat mit der WM zwar nichts zu tun, aber der Ruf danach ist am Tag nach der Entscheidung sofort wieder erklungen. [Süddeutsche Zeitung, 22.07.2000]
Und heute, im Jahr 2003, erklingen neue Rufe nach mehr Zeit für die Inspektionen. [Die Zeit, 26.08.2013 (online)]
So lässt er sie im Refrain gern mehrstimmig erklingen, denn im Chor mit sich selbst wirkt sie kraftvoller. [Die Zeit, 28.12.2009 (online)]
Und doch erklingt gerade in diesem Haus das Lied von der bevorstehenden Befreiung des Irak, denn hier hält ein neuer politischer Star der Stadt Hof. [Die Zeit, 04.03.2002, Nr. 09]
Und durch das ganze Buch soll immer das dröhnende Hämmern erklingen auf den riesigen, gewalzten Platten. [Hermann, Georg [d.i. Borchardt, Georg Hermann]: Jettchen Gebert, Berlin: Fleischel 1919 [1906], S. 203]
Zitationshilfe
„erklingen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erklingen>.

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