erlauben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunger-lau-ben (computergeneriert)
Wortbildung formal verwandt mit: ↗unerlaubt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmd. erlaubt jmdm. etw.jmd. gibt jmdm. die Erlaubnis, etw. zu tun, jmd. gestattet jmdm. etw.
Beispiele:
ich erlaube (es) ihm, nach Hause zu gehen, das Buch mitzunehmen
die Mutter erlaubt den Kindern zu spielen
der Arzt, Lehrer hat es erlaubt
salopp er ist dümmer, als die Polizei erlaubt (= sehr dumm)
höflich Bitte um Erlaubnis
Beispiele:
erlauben Sie bitte?
erlauben Sie (mir), Ihnen eine Tasse Kaffee anzubieten, eine Bemerkung (dazu)
erlauben Sie, dass ich rauche?
etw. gern, sofort, freundlich, gütigst, ohne weiteres, unwillig erlauben
oft im Part. Prät.
erlaubtgestattet, zulässig
Beispiele:
eine erlaubte Handlungsweise
das erlaubte Maß, die Grenze des Erlaubten (nicht) überschreiten
etw. bleibt in erlaubten Grenzen, geschieht mit erlaubten Mitteln
erlaubt seingestattet, statthaft sein
Beispiele:
etw. ist gesetzlich, behördlich erlaubt
hier ist Parken (nicht) erlaubt
Rauchen erlaubt!
es ist nicht erlaubt, die Schonung zu betreten, die Tiere zu füttern
ist die Frage erlaubt?
ich kann mir keine großen Anschaffungen erlauben (= ich kann mir keine großen Anschaffungen leisten)
salopp ich kann mir keine großen Sprünge erlauben (= ich kann mir keine großen Anschaffungen leisten)
salopp (na) erlauben Sie mal! (= wie kommen Sie darauf, was fällt Ihnen ein!)
Erlaubt ist, was sich ziemt [GoetheTassoII 1]
Was nicht verboten ist, ist erlaubt [SchillerWallenst. Lager6]
2.
etw. erlaubt jmdm. etw.etw. ermöglicht jmdm. etw.
Beispiele:
die Verfassung, Behörde erlaubt, dass ...
seine Mittel erlauben ihm, ein Auto zu kaufen
die Umstände, Verhältnisse erlauben es (nicht)
mein Gesundheitszustand erlaubt (es) mir nicht, dass ich reise
meine Zeit erlaubte mir, viel zu lesen
wenn es das Wetter erlaubt, werde ich mitkommen
die Elektrifizierung dieser Strecke erlaubt es nun, diesen Weg per Bahn in angemessener Zeit zurückzulegen
Obwohl er ein wenig mehr durchblicken ließ, als seine Schweigepflicht ihm erlaubte [SeghersDie Toten6,52]
3.
sich [Dativ] etw. erlaubensich die Freiheit zu etw. nehmen, sich etw. herausnehmen
Beispiele:
sich (allerlei, viele) Freiheiten, Frechheiten, Übergriffe, Ungehörigkeiten, eine Zudringlichkeit, Anspielung erlauben
er hat sich viel(es), zu viel, allerhand erlaubt
sich [Dativ] mit jmdm. einen Scherz erlauben
ich möchte mir kein Urteil erlauben
ich werde mir erlauben, Sie zu besuchen
er erlaubte sich, Einspruch zu erheben
ich habe mir erlaubt, eine Stunde später zu kommen
wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf
umgangssprachlich was erlauben Sie sich! (= Ausruf, der Empörung ausdrückt)
Das Leben erlaubt sich Kombinationen, die sich kein Romancier erlauben darf [KlempererLTI175]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

erlauben · Erlaubnis
erlauben Vb. ‘gestatten, zugestehen, zustimmen’. Die Präfixbildung (s. ↗er-) ahd. irlouben ‘zugestehen’ (8. Jh.), mhd. erlouben, mnd. erlȫven, got. uslaubjan geht von einer Bedeutung ‘gern haben, gutheißen’ aus und ist mit ↗lieb, ↗loben, ↗glauben (s. d.) verwandt; s. auch das zugehörige Abstraktum ↗Urlaub sowie ↗Verlaub. Erlaubnis f. ‘Genehmigung, Zustimmung’ (um 1300).

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Erlaubnis erteilen · (die) Zustimmung geben · (einer Sache) seine Zustimmung erteilen · (seinen) Segen geben · ↗absegnen · ↗billigen · ↗einwilligen · erlauben · ↗genehmigen · in Kraft setzen · ↗zustimmen  ●  (sein) Okay geben  ugs. · (sein) Placet geben  geh. · ↗abnicken  ugs. · grünes Licht geben  ugs. · ↗verabschieden  fachspr.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
(eine) Möglichkeit schaffen · ↗autorisieren · ↗bewilligen · erlauben · ↗ermöglichen · ↗gestatten · ↗gewähren · ↗lassen · ↗lizenzieren · möglich machen · ↗zulassen  ●  den Weg frei machen  fig. · den Weg freimachen  fig. · ↗legalisieren  juristisch · ↗sanktionieren  fachspr.
Synonymgruppe
(sich) anmaßen · ↗(sich) erdreisten · ↗(sich) erkühnen · (sich) erlauben · ↗(sich) herausnehmen · (sich) nicht scheuen (zu) · die Unverfrorenheit haben  ●  (die) Nerven haben  ugs. · (frech) das Haupt erheben  geh., fig. · ↗(sich) erfrechen  geh., veraltet · ↗(sich) unterstehen  ugs. · die Chuzpe besitzen  geh. · die Chuzpe haben  geh. · die Frechheit haben  ugs. · die Stirn haben  ugs. · so frei sein (zu)  geh.
Assoziationen
  • (einer Sache) trotzen · (etwas) nicht auf sich sitzen lassen · (sich) (etwas) nicht gefallen lassen · ↗(sich) erwehren · (sich) seiner Haut zu wehren wissen · ↗(sich) sträuben · ↗(sich) verteidigen · ↗(sich) widersetzen · (sich) zur Wehr setzen · Trotz bieten · Widerstand leisten · die Stirn bieten · ↗widerstehen  ●  (sich) auf die Hinterbeine stellen  fig. · (sich) nichts gefallen lassen  Hauptform · ↗(sich) wehren  Hauptform · wider den Stachel löcken  geh., veraltend
  • frech werden · patzige Antworten geben · ↗provozieren  ●  Widerworte geben  ugs. · wider den Stachel löcken  geh., veraltet
  • (ein) Risiko auf sich nehmen · ↗(etwas) riskieren · (sein) Schicksal herausfordern · ↗(sich) trauen · (sich) wagen (an) · Risiken eingehen · es auf einen Versuch ankommen lassen · es wissen wollen · mutig sein  ●  (ein) Risiko eingehen  Hauptform · (sich) auf dünnem Eis bewegen  fig. · auf schmalem Grat wandern  fig. · mit dem Feuer spielen  fig. · (sich) aus dem Fenster lehnen  ugs., fig. · es darauf ankommen lassen  ugs. · ganz schön mutig sein  ugs.
  • (sich) vorwagen  ●  (sich) aus dem Fenster hängen  fig. · ↗vorpreschen  fig.
  • (den) Mut haben (zu) · ↗(sich) trauen · ↗(sich) zutrauen · (so) mutig sein (zu) · es wagen  ●  ↗(sich) getrauen  veraltet · (den) Arsch in der Hose haben (zu)  ugs. · ↗(etwas) bringen  ugs. · die Stirn haben (zu)  geh., veraltend
  • (sich) hinwegsetzen (über) · ↗missachten · ↗zuwiderhandeln  ●  (etwas) Verbotenes tun  Hauptform · (ein) böses Kind sein  ugs., Kindersprache, variabel · (eine Regel) mit den Füßen treten  ugs. · böse sein  ugs., Kindersprache · vom süßen Gift (des / der ...) naschen  geh., ironisierend, literarisch
  • (sich) nicht stören an · keine Bedenken haben (zu) · nicht zögern (zu) · nichts dabei finden (zu) · nichts dagegen haben (zu)  ●  nicht anstehen (zu)  geh.
Synonymgruppe
anerkennen · ↗einräumen · erlauben · ↗konzedieren · ↗zubilligen · ↗zuerkennen · ↗zugestehen  ●  ↗gestatten  geh.
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erlauben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dieses Amt muss erlauben, dass Cannabis kontrolliert verkauft werden darf.
Die Zeit, 29.11.2013, Nr. 49
Man kann es sich nicht mehr erlauben, Ziele zu verfehlen.
Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs, Frankfurt a. M.: Eichborn 1998, S. 26
Dann nämlich wäre endlich auch Kritik erlaubt aus dem eigenen Laden.
Der Spiegel, 06.02.1984
Darf ich mir erlauben, zu diesem Anschreiben etwas zu sagen?
o. A.: Einhundertzweiundneunzigster Tag. Donnerstag, 1. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 26708
Ich habe mir erlaubt, Ihnen eben diese Namen zu nennen.
o. A.: Einhundertundneunzehnter Tag. Donnerstag, 2. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 10087
Zitationshilfe
„erlauben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erlauben>, abgerufen am 19.01.2019.

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