Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

erledigen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung er-le-di-gen
Wortbildung  mit ›erledigen‹ als Grundform: erledigt
eWDG

Bedeutungen

1.
eine Aufgabe zu Ende führen, ausführen, durchführen
Beispiele:
eine Arbeit, Aufgabe, Frage, Pflicht, ein Geschäft, einen Auftrag, die Formalitäten erledigen
seine Korrespondenz, die Post erledigen
in der Stadt Besorgungen erledigen
er hat noch eine Kleinigkeit, eine Menge zu erledigen
umgangssprachlichetw. im Handumdrehen erledigen
saloppetw. auf die Schnelle erledigen
ich werde alles (pünktlich, zur vollsten Zufriedenheit) erledigen
er erledigte das spielend
ich habe mein Pensum für heute (noch nicht) erledigt
die Sache hat sich, ist (hiermit, für mich) erledigt
die Angelegenheit hat sich von selbst erledigt
eine Angelegenheit als erledigt ansehen
sie erklärten die Aufgabe für erledigt
damit wäre dieser Punkt erledigt
die erledigten (= bearbeiteten) Briefe, Akten, Rechnungen werden abgelegt
erledigt! (= darüber ist nicht mehr zu sprechen!)
umgangssprachlich, verhüllendsein Geschäft erledigen (= seine Notdurft verrichten)
2.
umgangssprachlich jmdn., etw. unmöglich machen, mit Geringschätzung abtun
Beispiele:
das, er ist für mich (endgültig) erledigt
er ist politisch, als Geschäftsmann erledigt
der Sänger wurde ausgepfiffen und war damit erledigt
Der politische Gegner bedient sich literarischer, ästhetischer Argumente, um einen ihm politisch mißliebigen Autor zu erledigen [ BecherPoet. Konfession19]
Du brauchst nur mit der Wimper zu zucken, und er ist ein erledigter Mann [ R. BartschGeliebt276]
verhüllend jmdn. ermorden, beseitigen
Beispiele:
den Feind erledigen
die beiden Deserteure wurden auf der Stelle erledigt
Schon in den ersten Tagen seien … achthundert von ihnen durch Genickschuß erledigt worden [ BredelFünfzig Tage53]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ledig · entledigen · erledigen
ledig Adj. ‘frei, unbehindert, unverheiratet’, mhd. ledec, ledic, auch ‘müßig’, mnd. lēdich, leddich ‘frei, unverheiratet, müßig’, mnl. lēdich, nl. ledig, leeg ‘leer, nichts enthaltend, frei, müßig’, anord. liðugr ‘beweglich, ungehindert, frei, wohlwollend’, schwed. ledig ‘biegsam, geschmeidig, beweglich, ungezwungen, frei’. Trotz der unterschiedlichen Verwendungsweisen in den Einzelsprachen kann man von einer ursprünglichen Bedeutung ‘gelenkig, beweglich’ ausgehen und die Adjektive als Ableitungen zu den unter Glied (s. d.) behandelten unpräfigierten germ. Formen (vgl. ahd. lid) stellen. Aus ‘mit Gliedern, Gelenken versehen’ entwickeln sich ‘beweglich, ungebunden, frei (von)’ und weitere einzelsprachliche Bedeutungsvarianten. entledigen Vb. ‘sich (von einer Sache) frei machen’, mhd. entledigen neben gleichbed. ledigen, das im 16. Jh. zurücktritt. erledigen Vb. ‘ausführen, vernichtend besiegen’, mhd. erledigen ‘frei machen, in Freiheit setzen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
(einer Sache) ein Ende setzen · abschließen · ad acta legen · aufhören (mit) · beenden · beendigen · besiegeln · erledigen  ●  einen Schlussstrich ziehen  fig. · (einen) Cut machen  ugs. · abhaken  ugs. · abräumen (Thema)  ugs., Jargon · den Stecker ziehen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
besorgen · erledigen · schaffen
Synonymgruppe
abschließen · beenden · beschließen · durchziehen · erledigen · fertig stellen · fertigstellen · terminieren · vollenden · zu Ende führen  ●  unter Dach und Fach bringen  fig. · (den) Sack zumachen  ugs., fig. · (etwas) hinter sich bringen  ugs. · finalisieren  geh. · in trockene Tücher bringen  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(daraus) wird nichts · (sich) erübrigen · (sich) zerschlagen · abgesagt werden · ausfallen · entfallen · ersatzlos gestrichen werden · gecancelt werden · gestrichen werden · hinfällig werden · nicht mehr nötig sein · nicht stattfinden · nicht zustande kommen · platzen (Geschäft, Hochzeit, Reise, Termin, Finanzierung ...) · wegfallen · überflüssig werden  ●  (sich) erledigen (meist Vergangenheits-Tempora: hat sich erledigt ...)  ugs. · flachfallen  ugs. · ins Wasser fallen  ugs., fig. · vergebliche Liebesmüh sein (im Konjunktiv: das wäre...)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemanden) (schnell) abfertigen · (schnell) erledigen  ●  abfrühstücken  ugs.
Synonymgruppe
ausknocken · ausschalten · besiegen · erledigen · mattsetzen
Assoziationen
Synonymgruppe
erledigen · klären · regeln  ●  in die Hand nehmen  fig. · (sich) kümmern  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemanden) zur Strecke bringen  ●  (jemandem) den Rest geben  ugs. · (jemanden) alle machen  ugs. · (jemanden) erledigen  ugs. · (jemanden) fertigmachen  ugs. · (jemanden) kaputtmachen  derb
Oberbegriffe
  • auslöschen · ermorden · killen · meucheln · tot... · umbringen · ums Leben bringen  ●  (jemandem) (den) Lebensfaden abschneiden  fig. · (jemandem) das Lebenslicht auslöschen  fig., variabel · ins Jenseits befördern  fig. · töten (absichtlich)  Hauptform · zum Schweigen bringen  fig. · zur Strecke bringen  fig. · (jemandem) den Garaus machen  ugs. · abmurksen  ugs. · abservieren  ugs., salopp, fig. · ausknipsen  ugs., fig., salopp · entleiben  geh. · in die ewigen Jagdgründe schicken  ugs., fig. · ins Gras beißen lassen  ugs., fig. · ins Nirwana befördern  ugs. · kaltmachen  ugs. · totmachen  ugs. · um die Ecke bringen  ugs., fig. · umlegen  ugs. · vom Leben zum Tode befördern  geh. · über die Klinge springen lassen  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›erledigen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erledigen‹.

Verwendungsbeispiele für ›erledigen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie können sich gar nicht vorstellen, daß außer ihnen noch jemand in der Lage ist, die Arbeit gut zu erledigen. [Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs, Frankfurt a. M.: Eichborn 1998, S. 70]
Schweigend wäre alles das auf die Dauer kaum zu erledigen gewesen. [Reimann, Hans: Vergnügliches Handbuch der Deutschen Sprache, Düsseldorf: Econ-Verl. 1964 [1931], S. 2]
Und die Frage war damit auch nicht erledigt, wie man oft lesen kann. [o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 21243]
Vollends wenn der Gott gesprochen hat, ist damit die Frage erledigt. [Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 24142]
Nach zwei Stunden ist alles erledigt, zwanzig Kälber ziehen mit ihren Müttern wieder in die endlos erscheinenden Weiten, ein friedliches Bild. [Die Zeit, 23.05.1997, Nr. 22]
Zitationshilfe
„erledigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erledigen>.

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