ermessen

GrammatikVerb · ermisst, ermaß, hat ermessen
Aussprache
Worttrennunger-mes-sen (computergeneriert)
Grundformmessen
Wortbildung mit ›ermessen‹ als Erstglied: ↗ermessbar  ·  mit ›ermessen‹ als Grundform: ↗Ermessen
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. in seinem vollen Umfang, Ausmaß begreifen und danach einschätzen
Beispiele:
daran kannst du vielleicht ermessen, wieviel mir dieses Andenken bedeutet
das konnte er damals noch nicht in seiner ganzen Tragweite ermessen
den Wert dieser Arbeit kann nur der Fachmann ermessen
was dieser Schriftsteller geleistet hat, lässt sich erst später voll ermessen
es würde nicht genügen ... daß sie mit einemmal ermaß, wessen sie sich in Wirklichkeit schuldig gemacht habe [MusilMann974]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

messen · gemessen · ermessen · vermessen · vermessen · Vermessenheit
messen Vb. ‘das Maß, die Größe von etw. feststellen, eine bestimmte Größe haben, prüfen’, ahd. meʒʒan (8. Jh.), mhd. meʒʒen ‘messen, zielen, zuteilen, mitteilen, erzählen, bestimmen, verkündigen, vergleichen, erwägen, prüfen’, asächs. metan, mnd. mēten, mnl. nl. meten, aengl. metan, engl. (poetisch) to mete, anord. meta, schwed. mäta, got. mitan sowie ablautendes ↗Maß (s. d.) lassen sich verbinden mit griech. médesthai (μέδεσθαι) ‘für etw. sorgen, an etw. denken, auf etw. bedacht sein’, lat. meditārī ‘nachdenken, nachsinnen’ (s. ↗meditieren), modus ‘Maß, Ziel, Vorschrift, Art und Weise’ (s. ↗Modus), air. med ‘Waage’ und können auf ie. *med- ‘messen, ermessen’ zurückgeführt werden. Dies vielleicht eine Erweiterung der Wurzel ie. *mē- ‘etw. abstecken, (ab)messen’ (s. ↗Mal)? Vgl. dazu auch das Nomen agentis -messer in (Land)vermesser sowie Feld-, Durch-, Geschwindigkeitsmesser u. dgl. gemessen Part.adj. ‘genau bestimmt’ (18. Jh.), übertragen ‘bestimmt, ruhig, zurückhaltend, würdevoll’ (19. Jh.). ermessen Vb. ‘einschätzen, beurteilen, geistig erfassen’, mhd. ermeʒʒen, ahd. irmeʒʒan (11. Jh.). vermessen Vb. ‘abmessen, falsch messen’, ahd. firmeʒʒan (um 1000), mhd. vermeʒʒen ‘aus-, abmessen, bestimmen, zumessen, falsch messen’, reflexiv ‘sich anmaßen, behaupten’; vermessen Part.adj. ‘sich überschätzend, anmaßend’ (16. Jh.), ahd. firmeʒʒan (Hs. 13. Jh.), mhd. vermeʒʒen ‘verwegen, kühn, leichtsinnig’; Vermessenheit f. ‘Verwegenheit, Anmaßung, Überheblichkeit’, ahd. firmeʒʒanheit (11. Jh.), mhd. vermeʒʒenheit ‘Entschlossenheit, Kühnheit, Verwegenheit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(einer Sache) (etwas) abgewinnen · ↗(etwas für gut/schlecht) befinden · ↗beurteilen · ↗bewerten · ↗einschätzen · ermessen · ↗evaluieren · ↗gewichten · ↗schätzen · ↗werten · ↗würdigen  ●  (etwas) finden (an)  ugs. · ↗(gut, schlecht) finden  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was uns dadurch alles erspart blieb, können wir erst jetzt ermessen.
Die Welt, 24.05.2003
Man kann noch gar nicht ermessen, was sie da eigentlich getan hat.
Süddeutsche Zeitung, 27.11.2001
Wie lange jene Orte der ewigen Ruhe für Bestattungen unbrauchbar sind, kann noch niemand ermessen.
Die Welt, 16.09.2002
Wie realitätsfern solche starken Worte sind, kann nur der ermessen, der die Unfähigkeit des Apparats erlebt hat, auch nur routinemäßige Polizeiarbeit zu bewältigen.
Der Tagesspiegel, 13.09.1999
Zitationshilfe
„ermessen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ermessen>, abgerufen am 25.04.2019.

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