ermuntern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunger-mun-tern (computergeneriert)
Grundformmunter
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdn. munter, wach machen
Beispiele:
der Lärm, die frische Luft ermunterte sie
der Kaffee hat mich ermuntert
das Kind war nur schwer zu ermuntern
sie konnte ihn kaum ermuntern
sich ermuntern
munter werden
Beispiele:
durch den Lärm ermunterte er sich
er konnte sich kaum ermuntern
»Laß einen doch schlafen!« knurrte der, ermunterte sich und fing auch an zu essen [RennKrieg15]
bildlich sich aufraffen
Beispiele:
die ganze Christenheit erhob sich auf den Ruf des Heiligen Vaters, nur die Stadt des Heiligen Vaters selbst wollte sich nicht ermuntern [le FortPapst62]
Wallenstein (ist wieder in eine tiefe Zerstreuung gefallen, er ermuntert sich und wendet sich schnell zur Gräfin) [SchillerWallenst. TodV 3]
2.
jmdn. aufmuntern, zu etw. ermutigen, auffordern
Beispiele:
jmdn. zu einer Arbeit, zu einem Entschluss, zum Angriff, Widerstand ermuntern
durch eine Bemerkung war er zu dem Scherz ermuntert worden
jmdn. ermuntern zuzulangen, zu trinken
sich (gegenseitig) ermuntern
ihm ganz nahe zu kommen, wagte sie nicht, denn er ermunterte sie nie [Suderm.6,60]
oft im Part. Präs.
Beispiele:
jmdn. ermunternd ansehen
jmdm. ermunternd zulächeln
ermunternde Worte sagen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

munter · ermuntern · aufmuntern · Munterkeit
munter Adj. ‘lebhaft, wach’, ahd. muntar (9. Jh.), mhd. munder, munter. Das nur im Dt. gebräuchliche Adjektiv verbindet sich mit ahd. munt(a)rī ‘Eifer’ (8. Jh.), got. mundōn ‘sehen auf’, anord. munda ‘zielen, streben’ und außergerm. mit griech. mathé͞in (μαθεῖν), Aorist zu manthánein (μανθάνειν) ‘lernen’ (s. ↗Mathematik), kymr. mynnu ‘wollen’, lit. mañdras ‘munter, lebhaft, klug’, aslaw. mǫdrъ ‘klug, weise’, russ. múdryj (мудрый) ‘klug, weise’. Erschließbar ist ein vor allem o- und schwundstufig auftretendes ie. *mendh- ‘sein Denken, seinen Sinn worauf richten, lebhaft sein’, das als Zusammenrückung der Wurzeln ie. *men(ə)- ‘denken, geistig erregt sein’ (s. ↗mahnen) und ie. *dhē- ‘setzen, stellen, legen’ (s. ↗tun) anzusehen ist. Zu abgeleitetem und (im 17. Jh.) zurücktretendem muntern, ahd. munt(a)ren (9. Jh.), mhd. mundern ‘munter machen, aufwecken’ sind gebildet ermuntern Vb. ‘Mut zusprechen, bestärken’, ahd. irmunt(a)ren ‘aufrichten’ (10./11. Jh.), irmuntarēn ‘aufwachen’ (10. Jh.), mhd. ermundern, ermuntern ‘aufwecken’; aufmuntern Vb. ‘munter, fröhlich machen’ (16. Jh.). Munterkeit f. ‘Aufgewecktheit, Lebhaftigkeit’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) Mut machen · (jemanden) animieren (zu) · (jemanden) aufrufen (zu) · (jemanden) bestärken (in) · (jemanden) bringen (zu) · (jemanden) stimulieren (zu) · ↗anregen · ↗anspornen · ermuntern · ↗ermutigen · ↗stärken
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktienkauf Anwesende Bewerbung Bleiben Bundespräsident Durchhalten Eigeninitiative Investieren Kandidatur Landsleute Lohnforderung Mitarbeit Mitmachen Nachahmer Nachahmung Nachahmungstäter Parteifreund Rechtsradikale Selbständigkeit Sparen Spenden Trittbrettfahrer Umstieg Unternehmer Weitermachen Zuhörer ausdrücklich dazu ermutigen geradezu

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ermuntern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Also ermuntert sie ihn, etwas mehr Temperament zu zeigen, etwas aus sich herauszugehen.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 293
Freundlich ermunternd wird er aber kaum auf seine Spieler eingewirkt haben.
Süddeutsche Zeitung, 19.10.2001
Die schon ergrauten Söhne ließen sich von den kritischen Enkeln zu einer solchen Tat nicht ermuntern.
Der Tagesspiegel, 12.09.1998
Ich konnte mich nicht ermuntern, brachte die Augen nur blinzelnd auf.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 20301
Nur wenn er die kolossale Arbeit allein verrichten will, ermuntere man ihn noch obenein und freue sich, davonzukommen.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 19417
Zitationshilfe
„ermuntern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ermuntern>, abgerufen am 25.03.2019.

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