ernten

GrammatikVerb · erntet, erntete, hat geerntet
Aussprache
Worttrennungern-ten
GrundformErnte
Wortbildung mit ›ernten‹ als Letztglied: ↗abernten · ↗einernten
eWDG, 1967

Bedeutung

die reifen Früchte der Felder und Gärten einsammeln und einbringen
Beispiele:
Getreide, Obst, Kartoffeln, Wein ernten
wie viele Doppelzentner werden hier auf dem Quadratmeter geerntet?
von diesem Baum habe ich nichts, sehr viel geerntet
feucht geerntetes Getreide
bildlich
Beispiel:
Du bist nun, mein Sohn, in dem Alter, wo Du die Früchte der Erziehung zu ernten beginnst [Th. MannBuddenbrooks1,176]
übertragen
Beispiele:
(keinen) Dank ernten (= bekommen)
umgangssprachlichblanken Undank ernten
Spott, Gelächter, Lob, Ruhm ernten
gehobender Künstler erntete großen Applaus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ernte · ernten
Ernte f. ‘Einbringen der Frucht’, mhd. ernde f. steht mit sekundärem Dental nach ahd. arn f. (9. Jh.), aran m. (um 1000) ‘Ernte’, mhd. arn, ern m. und (Suffixableitung ōt-/ōd-) ahd. arnōt m. ‘Ernte(zeit)’ (12./13. Jh.). Vgl. mnd. arne, erne, mnl. arn(e), aengl. rugern ‘Roggenernte’, dazu (mit ursprünglichem s) got. asans f. ‘Ernte(zeit), Sommer’ und (mit anderer Stammbildung) anord. ǫnn f., schwed. and (germ. *asni-). Danach ahd. arnōn ‘ernten’ (9. Jh.), mhd. arnen, ernen. Verwandt sind serb.-kslaw. jesenь ‘Spätherbst’, russ. ósen’ (осень), apreuß. assanis ‘Herbst’, wohl auch (mit alternierendem r-Stamm) griech. opṓrā (ὀπώρα, wenn aus *ὀπ-ο(σ)άρᾱ) ‘Spätsommer, Frühherbst’, so daß sich ein r-/n-Stamm ie. *es(e)n-, *eser-, *os(e)n-, *oser- ‘Erntezeit, Sommer’ erschließen läßt. ernten Vb. ‘die Ernte einbringen’ (Anfang 16. Jh.) für mhd. arnen, ernen (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
ernten  ●  (die) Ernte einfahren  auch figurativ
Antonyme
Synonymgruppe
einschlagen (Holz) · ernten (Forstwirtschaft)
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anerkennung Apfel Applaus Beifall Bewunderung Buhruf Dank Frucht Gelächter Getreide Hektar Hohn Kartoffel Kopfschütteln Kritik Lob Lorbeere Lächeln Pfiff Ruhm Spargel Spott Tonne Traube Unverständnis Widerspruch Zustimmung abernten dafür säen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ernten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie wollen auch da ernten, wo sie nicht gesät haben.
Die Welt, 04.10.2004
Dennoch erntete er für sein couragiertes Auftreten wie das gesamte Team viel Lob.
Der Tagesspiegel, 27.09.1999
Man hat hier viel zu früh geglaubt, ernten zu können.
Friedländer, Hugo: Der Beleidigungsprozeß des Berliner Stadtkommandanten, Generalleutnant z.D. Graf Kuno von Moltke gegen den Herausgeber der »Zukunft« Maximilian Harden. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1920], S. 4062
Und wie emsig bemühen sie sich, Lob zu ernten, sobald sie merken, wie glücklich alle im Hause über die schöne Wendung der Dinge sind!
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 28048
Der Vater erntete Lob über die prinzipienfeste Haltung seiner Tochter und freute sich.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 40
Zitationshilfe
„ernten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ernten>, abgerufen am 21.11.2019.

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