Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ernten

Grammatik Verb · erntet, erntete, hat geerntet
Aussprache 
Worttrennung ern-ten
GrundformErnte
Wortbildung  mit ›ernten‹ als Erstglied: Erntearbeiter · Erntejahr  ·  mit ›ernten‹ als Letztglied: abernten · einernten
eWDG

Bedeutung

die reifen Früchte der Felder und Gärten einsammeln und einbringen
Beispiele:
Getreide, Obst, Kartoffeln, Wein ernten
wie viele Doppelzentner werden hier auf dem Quadratmeter geerntet?
von diesem Baum habe ich nichts, sehr viel geerntet
feucht geerntetes Getreide
bildlich
Beispiel:
Du bist nun, mein Sohn, in dem Alter, wo Du die Früchte der Erziehung zu ernten beginnst [ Th. MannBuddenbrooks1,176]
übertragen
Beispiele:
(keinen) Dank ernten (= bekommen)
umgangssprachlichblanken Undank ernten
Spott, Gelächter, Lob, Ruhm ernten
gehobender Künstler erntete großen Applaus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ernte · ernten
Ernte f. ‘Einbringen der Frucht’, mhd. ernde f. steht mit sekundärem Dental nach ahd. arn f. (9. Jh.), aran m. (um 1000) ‘Ernte’, mhd. arn, ern m. und (Suffixableitung ōt-/ōd-) ahd. arnōt m. ‘Ernte(zeit)’ (12./13. Jh.). Vgl. mnd. arne, erne, mnl. arn(e), aengl. rugern ‘Roggenernte’, dazu (mit ursprünglichem s) got. asans f. ‘Ernte(zeit), Sommer’ und (mit anderer Stammbildung) anord. ǫnn f., schwed. and (germ. *asni-). Danach ahd. arnōn ‘ernten’ (9. Jh.), mhd. arnen, ernen. Verwandt sind serb.-kslaw. jesenь ‘Spätherbst’, russ. ósen’ (осень), apreuß. assanis ‘Herbst’, wohl auch (mit alternierendem r-Stamm) griech. opṓrā (ὀπώρα, wenn aus *ὀπ-ο(σ)άρᾱ) ‘Spätsommer, Frühherbst’, so daß sich ein r-/n-Stamm ie. *es(e)n-, *eser-, *os(e)n-, *oser- ‘Erntezeit, Sommer’ erschließen läßt. ernten Vb. ‘die Ernte einbringen’ (Anfang 16. Jh.) für mhd. arnen, ernen (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
(einen) Erfolg verbuchen · (für etwas) belohnt werden (durch / mit)  ●  (den) Lohn (für die Mühe) ernten  fig. · (der) Lohn für die Mühe (sein)  fig. · (die) Ernte einfahren (für)  auch figurativ · (die) Früchte seiner Arbeit genießen  fig. · (etwas) ernten  auch figurativ · Ernte halten  geh., fig.
Antonyme
Synonymgruppe
einschlagen (Holz) · ernten (Forstwirtschaft)

Typische Verbindungen zu ›ernten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ernten‹.

Verwendungsbeispiele für ›ernten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So kann man mehrmals im Jahr die weiße Wolle ernten. [Mücke, 1981, Nr. 6/7]
Man hat hier viel zu früh geglaubt, ernten zu können. [Friedländer, Hugo: Der Beleidigungsprozeß des Berliner Stadtkommandanten, Generalleutnant z.D. Graf Kuno von Moltke gegen den Herausgeber der »Zukunft« Maximilian Harden. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1920], S. 4062]
Wir säen nicht, und wir ernten nicht, aber die »Zeit« ernährt uns doch. [konkret, 1997]
Sie haben seit 1948 gesät, und was sie gesät haben, ernten sie jetzt. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1956]]
Auf diesem Felde erntete er auch die größten Erfolge als Schriftsteller. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 05.03.1925]
Zitationshilfe
„ernten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ernten>.

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