erobern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunger-obern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›erobern‹ als Letztglied: ↗rückerobern · ↗wiedererobern · ↗zurückerobern
eWDG, 1967

Bedeutung

fremdes Land durch Gewalt in seinen Besitz bringen
Beispiele:
er wollte die ganze Welt erobern
die eroberten Provinzen
bildlich
Beispiele:
Neuland, den Weltmarkt erobern
umgangssprachlich, scherzhaft er hatte für sie den besten Platz erobert
umgangssprachlich, scherzhaft ist das nicht der lange Oberlehrer Besenmeier, der da ... der dicken Frau Rektorin Dippelmann einen Stuhl erobert [RaabeSperlingsgasseI 1,135]
übertragen jmdn. auf seine Seite ziehen, für sich gewinnen
Beispiele:
er eroberte im Sturm alle Herzen, Sympathien, seine Zuhörer
Diese Frau zu erobern schien ihm ein edles Ziel [HesseNarziß5,245]
daß er mit seiner Feder die Welt erobern kann wie Napoleon mit seinem Degen [St. ZweigBalzac230]
sich [Dativ] etw. erobern
Beispiele:
er hatte sich einen Platz in der ersten Reihe der anerkannten Schriftsteller erobert
Ein neuer Tanz, ein Foxtrott, eroberte sich in jenem Winter die Welt [HesseSteppenw.4,363]
wo das Handwerkertum gegen den zähen Widerstand des altfreien Patriziertums sich Sitz und Stimme im städtischen Rat zu erobern begonnen hatte [Th. MannZauberb.2,35]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

erobern · Eroberung · Eroberer
erobern Vb. ‘fremdes Gebiet durch Waffengewalt in seinen Besitz bringen’, übertragen ‘für sich gewinnen’, präfigierte Bildung wie ahd. giobarōn in der Bedeutung ‘überwinden, hinauszögern’ (9. Jh.), mhd. geoberen ‘die Oberhand gewinnen’ (neben unpräfigiertem ahd. obarōn ‘verzögern, aufhalten’, 9. Jh., mhd. oberen ‘die Oberhand haben, siegen’) zu der unter ↗ober (s. d.) behandelten Komparativform. Die eigentliche Bedeutung aller Verben ist ‘der Obere bleiben, werden’. Die mit er- präfigierte Bildung begegnet zuerst in (vereinzelt) mhd. eroberen ‘gewinnen’, dann frühnhd. erober(e)n ‘übertreffen, überwinden, erlangen’. Im 16. Jh. wird der Gebrauch auf den militärischen Bereich (eine Stadt, ein Land erobern) eingeengt. Aus dieser Verwendung entwickelt sich in nhd. Zeit übertragener Gebrauch (das Herz, Sympathien erobern), wobei die alte Bedeutung ‘gewinnen’ wieder in den Vordergrund tritt. Eroberung f. in militärischer Verwendung zuerst im 15. Jh., übertragen seit etwa 1700. Eroberer m. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
besiegen · erobern · gefügig machen · ↗niederringen · ↗unterwerfen  ●  (jemanden) in die Knie zwingen  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
besetzen · ↗einnehmen · erobern · ↗erstürmen · landnehmen · ↗okkupieren
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemanden) erobern · (jemanden) für sich einnehmen · (jemanden) für sich gewinnen  ●  (jemandes) Gunst gewinnen  geh.
Assoziationen
  • (ein) Herz im Sturm erobern · (jemandem) das Herz stehlen · (jemanden) durchdrehen lassen · (jemanden) in seinen Bann ziehen · (jemanden) verrückt machen · ↗bestricken · ↗bezaubern · ↗bezirzen · ↗verhexen · verliebt machen · ↗verzaubern  ●  (jemandem) den Kopf verdrehen  fig. · (jemanden) um den Verstand bringen  ugs. · ↗betören  geh. · ↗entflammen  geh. · kirre machen  ugs. · kirremachen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Armee Ball Chart Direktmandat Handstreich Herz Herzen Kinderzimmer Lufthoheit Macht Markt Marktanteil Massenmarkt Publikum Rathaus Rebell Regierungstruppe Spitzenposition Sturm Tabellenführung Taliban Terrain Trikot Truppe Wahlkreis Weiße Haus Welt Weltmarkt zurück zurückerobern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erobern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit dem Rad hofftest du die ganze Stadt zu erobern.
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 107
Auch wenn unsere Naturelle unterschiedlich sind, möchte ich die Herzen der Fans auch schnell erobern.
Die Welt, 31.08.2004
Im Überschwang braucht man sich nur umarmen und schon lässt sich die Welt erobern!
Der Tagesspiegel, 03.01.2003
Und in einem Monat haben sie vor die Erde zu erobern.
Bach, Tamara: Marsmädchen, Hamburg: Verlag Friedrich Oetinger 2003, S. 107
Die Nation brauchte nur noch ihre Beteiligung an der Macht zu erobern.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 164
Zitationshilfe
„erobern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erobern>, abgerufen am 17.02.2019.

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