erpressen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunger-pres-sen (computergeneriert)
Grundformpressen
Wortbildung mit ›erpressen‹ als Erstglied: ↗erpressbar
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdn. durch Drohungen oder Gewalt zwingen, etw. herauszugeben
Beispiele:
er war von ihm erpresst worden
Der Pole ... fängt an, den Reinhold zu erpressen [DöblinAlexanderpl.444]
2.
etw. durch Gewalt oder Drohungen von jmdm. bekommen
Beispiele:
Geld erpressen
Aussagen, ein Geständnis, die Unterschrift erpressen
hohe Abgaben wurden von den abhängigen Bauern erpresst
ein erpresstes Versprechen
der erpresste Tribut
3.
gehoben etw. aus jmdm. herauspressen
Beispiele:
der Schmerz erpresste ihm einen unterdrückten Schrei
die Angst erpresste ihr manchen Stoßseufzer
Gelächter, das ihn förmlich schüttelte und ihm Tränen erpreßte [Th. MannFaustus6,24]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pressen · erpressen · Erpresser · Erpressung
pressen Vb. ‘mit Gewalt (zusammen)drücken, (Öl, Saft) ausdrücken, keltern, (Bücher) drucken, in einen Dienst zwingen, hart bedrücken’, ahd. pressōn (8. Jh.), spätmhd. pressen ‘keltern, hart bedrücken’, entlehnt aus lat. pressāre ‘drücken’, einer Intensivbildung zu lat. premere (pressum) ‘drücken, pressen, bedrängen’ (s. ↗Presse, ↗pressieren). erpressen Vb. ‘durch Drohung oder Gewalt zu etw. zwingen, dadurch erlangen’, in älterer Sprache auch ‘herausdrücken’ (Ende 16. Jh.); Erpresser m. (Ende 17. Jh.); Erpressung f. (Mitte 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden) (massiv) unter Druck setzen · (jemanden) erpressen  ●  (jemandem) das Messer an die Kehle setzen  fig. · (jemandem) ein Angebot machen, das er nicht ablehnen kann  verhüllend, Spruch · (jemandem) die Pistole auf die Brust setzen  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Androhung Bargeld Drohung Entführer Entführung Folter Freilassung Gangster Geheimnummer Geldbetrag Geständnis Herausgabe Karstadt-Konzern Lebensmittelhersteller Lebensmittelkonzern Lösegeld Mitschüler Nestlé-Konzern Schutzgeld Schweigegeld Supermarktkette Zigarettenhändler Zugeständnis bedrohen berauben bestechen einschüchtern entführen morden nötigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erpressen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die öffentliche Hand aber lasse sich nicht um jeden Preis erpressen.
Die Welt, 01.02.2003
Heute wollen sie uns einschüchtern, morgen wollen sie uns erpressen, übermorgen wollen sie uns überfallen.
konkret, 1985
Sie sollten vielmehr für ihren eigenen Unterhalt arbeiten, nicht aber andere erpressen.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 21203
Der hat mich eingestellt und gefeixt, bis Ernst begann, ihn zu erpressen.
Schulze, Ingo: Simple Storys, Berlin: Berlin-Verl. 1998, S. 218
Sie werden uns Geständnisse erpressen, und dann erschießen sie uns.
Rubiner, Ludwig: Die Gewaltlosen. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919], S. 16516
Zitationshilfe
„erpressen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erpressen>, abgerufen am 17.07.2019.

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