erquicken

Grammatik Verb · erquickt, erquickte, hat erquickt
Aussprache  [ɛɐ̯ˈkvɪkn̩]
Worttrennung er-qui-cken
Wortzerlegung er- quick
Wortbildung  mit ›erquicken‹ als Erstglied: erquicklich  ·  mit ›erquicken‹ als Binnenglied: herzerquickend
eWDG

Bedeutung

jmdn., sich durch etw. neu beleben, anregen
Beispiele:
einen Durstigen erquicken
sie erquickte die Armen mit Speise und Trank
das kühle Getränk, die Ruhepause, der Schlaf hat ihn sichtlich erquickt
sie blickte erquickt um sich
ein Regen hatte die Natur erquickt
gehobendieser Anblick hatte sie, hatte ihr Herz erquickt
gehobendiese wohltuende Stille erquickt das Gemüt
gehobener erquickte sich an der Freude des Kindes
gehobenihn erquickt nicht mehr. / Der Matten warmes Grün, der Blumen Schmelz [ SchillerTellI 4]
Grammatik: oft im Partizip I
Beispiele:
ein erquickender Trunk
der erquickende Schlaf wollte nicht kommen
ein erquickendes Bad nehmen
der Regen hat erquickend gewirkt
ein erquickendes Gewitter ging nieder
die Luft ist erquickend
erquickende Düfte
sie hat etwas erquickend Frisches, Ehrliches an sich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

queck · quick · quecken · quicken · erquicken · erquicklich · unerquicklich · Quecksilber · Quickborn · quicklebendig
queck, quick Adj. ‘lebendig, rege, munter’, ahd. (8. Jh.), mhd. quec, mnd. nd. quick ‘lebendig, frisch’, nhd. bewahrt im Westd. und Nordd., sonst abgelöst von der Anlautsvariante keck (s. d.; daselbst auch Weiteres zu Herkunft und Verwandtschaft). Vom Adjektiv abgeleitet quecken, quicken Vb. ‘lebendig machen, beleben’, ahd. quicken (9. Jh.), mhd. quicken, quecken, mnd. quecken; nhd. quicken ‘beleben’ nur noch dichterisch (vereinzelt bis Anfang 19. Jh.), doch bewahrt in erquicken Vb. ‘neu beleben, laben, erfrischen’, ahd. irquicken ‘lebendig machen, beleben’ (um 800), mhd. erquicken, mnd. erquicken, erquecken. erquicklich Adj. ‘erfreulich, belebend’ (Ende 15. Jh.); unerquicklich Adj. ‘unerfreulich, unangenehm’ (17. Jh.). Quecksilber n. silberfarbenes, bei Normaltemperaturen flüssiges Metall, das in schnellbewegliche Kügelchen zerfällt, ahd. quecsil(a)bar (um 800), mhd. quec-, kecsilber, mnd. quiksulver, mnl. quicsilver, quecsilver, nl. kwikzilver, aengl. cwicseolfor, engl. quicksilver, schwed. (aus dem Mnd.) kvicksilver. Übersetzung von lat. argentum vīvum, eigentlich ‘lebendiges Silber’. Zu den Kompositionsgliedern s. keck und Silber. Quickborn m. ‘Jungbrunnen’, eigentlich ‘lebendiger, sprudelnder Brunnen, Quelle’, aus dem Nd. (19. Jh.), ahd. quecbrunno, mhd. quecbrunnr, nhd. Queckbrunnen, daneben auch frühnhd. keck brunn. quicklebendig Adj. ‘sehr lebhaft, beweglich, temperamentvoll’ (19. Jh.), Kompositum aus mnd. nd. quick ‘lebendig, frisch’ (s. oben) und lebendig (s. d.), dessen gleichbedeutende Glieder eine Verstärkung zum Ausdruck bringen.

Thesaurus

Synonymgruppe
erfrischen · erquicken · laben
Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
(sich) laben (an) · (sich) stärken (an)  ●  (einer Speise / einem Getränk) zusprechen  geh. · (ordentlich) zulangen  ugs. · (sich) erquicken  geh. · (sich) gütlich tun (an)  geh. · reinhauen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›erquicken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erquicken‹.

Verwendungsbeispiele für ›erquicken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie oft haben sie uns erquickt, sie wußten so zart zu pflegen. [Reger, Erik [d.i. Dannenberger, Hermann]: Union der festen Hand, Kronberg/Ts.: Scriptor 1976 [1931], S. 166]
Der Schatten, der von den großen Steinen über die Wege fiel, erquickte ihn. [Weissmann, Maria Luise: Skizzen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1920], S. 7078]
Das erquickt mich, labt mein Auge, so war es auch gedacht. [Süddeutsche Zeitung, 30.07.2004]
Sie sollten doch einmal hinsehen, es ist so erquickend, sie zu beobachten. [Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 165]
Der Trank erquickte uns sehr, und wir zogen weiter durch das Dorf und dann wieder an den Strand. [Wagner, Siegfried: Erinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1923], S. 21602]
Zitationshilfe
„erquicken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erquicken>.

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