erröten

Grammatik Verb · errötet, errötete, ist errötet
Aussprache 
Worttrennung er-rö-ten
Grundform rot
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben rot werden
Beispiele:
vor, aus Freude, Scham, Verlegenheit, Stolz erröten
sie errötete darüber, dabei
sie war über das ganze Gesicht, bis in die Haarwurzeln, bis an den Hals errötet
zart, leicht, tief, dunkel, jäh erröten
jmdn. erröten machen
jmdn. zum Erröten bringen
etw. ohne Erröten sagen, gestehen
jmdn. errötend ansehen
Der Kapitänleutnant errötete schülerhaft [ GrassKatz93]
ein Lied, bei dem sich die Frauen die Ohren zuhielten oder errötend ins Wasser oder aufs Meer sahen [ H. W. RichterSpuren256]
Eure Wangen, sonst der Sitz / Schamhaft errötender Bescheidenheit [ SchillerStuartI 4]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rot · Röte · Rötel · Röteln · röten · erröten · rötlich · Rotauge · Rotkehlchen · Rotwild
rot Adj. Die Farbbezeichnung ahd. rōt (8. Jh.), mhd. rōt, auch ‘falsch, listig’, asächs. rōd, mnd. rōt, mnl. root, nl. rood, afries. rād, aengl. rēad, engl. red, anord. rauðr, schwed. röd, got. rauþs (germ. *rauda-), daneben (ablautend) aengl. rēod ‘rötlich’ (germ. *reuda-) führt wie ↗Rost2 (s. d.) mit aind. rudhiráḥ ‘rot, blutig’, rúdhiram ‘Blut’, griech. erythrós (ἐρυθρός) ‘rot’, lat. ruber ‘rot’ (s. ↗Rubin, ↗Rubrik), air. rūad ‘rot’, lit. raũdas ‘rotbraun, fuchsrot, rötlich’, aslaw. ruda ‘Erz, Bergwerk’, aruss. rudъ, russ. (landschaftlich) rudój (рудой), rúdyj (рудый) ‘blutrot’ auf eine Wurzel ie. *reudh-, *roudh-, *rudh- ‘rot’. Es handelt sich wohl um die älteste und zugleich in den ie. Sprachen am weitesten verbreitete Farbbezeichnung. Röte f. ‘das Rotsein, rote Färbung’, ahd. rōtī (um 1000), mhd. rœte. Rötel m. Mischung von Ton, Kreide und Eisenoxid, Rötelstein, roter Farbstoff, rœtel(stein) (14. Jh.). Röteln Plur. Kinderkrankheit, bei der sich rote Flecken auf der Haut bilden (2. Hälfte 16. Jh.), älter Rötel Plur. (Mitte 16. Jh.). röten Vb. ahd. rōtēn ‘rot werden, rötlich schimmern’ (8. Jh.), rōten ‘rot machen’ (9. Jh.), mhd. rōten ‘rot sein oder werden’, rœten ‘rot machen’, reflexiv ‘erröten, sich schämen’. erröten Vb. ‘rot werden’, ahd. irrōtēn (10. Jh.), mhd. errōten (auch ‘rot machen’). rötlich Adj. ‘ins Rote spielend, leicht rot’ (15. Jh.), vgl. mhd. rœteleht und rœtec. Rotauge n. ‘Plötze’, ahd. rōtouga (Hs. 13. Jh.), spätmhd. rōtouge, benannt nach einem roten Ring um die Augen. Rotkehlchen n. kleiner Singvogel mit rotgefiederter Kehle und Brust (Anfang 16. Jh.); vgl. ahd. rōtila, rōtilo (Hs. 12. Jh.), frühnhd. rötel (15. Jh.). Rotwild n. Sammelbezeichnung für Edelhirsche (mit im Sommer rötlichbraunem Fell), mhd. rōtwilt.

Thesaurus

Synonymgruppe
einen roten Kopf bekommen · erröten · rot werden · ↗schamrot (werden)
Unterbegriffe
  • feuerrot werden · rot anlaufen · rot werden wie ein Schuljunge · rot werden wie eine Tomate · über und über rot werden  ●  (einen ganz) roten Kopf bekommen  Hauptform · bis zu den Haarwurzeln rot werden  variabel · bis über die Ohren rot werden  variabel · rot werden wie ein Schulbub  süddt. · (so) eine Bombe kriegen (mit Geste)  ugs. · ↗erglühen  geh.
Assoziationen
  • (jemandem) die Schamröte ins Gesicht treiben · (jemanden) rot anlaufen lassen · (jemanden) rot werden lassen · (jemanden) zum Erröten bringen
  • (jemandem) peinlich sein · ↗(sich) genieren · (vor Scham) die Augen niederschlagen  ●  sich schämen (für etwas)  Hauptform · (jemandem) unangenehm sein  ugs., verhüllend · (sich) einer Sache schämen  geh. · Scham empfinden  geh. · nicht stolz sein (auf)  ugs., verhüllend
  • (sich) rot färben · (sich) röten · rot anlaufen · rot werden
  • Stressflecken · hektische Flecken (bekommen) · nervöse Flecken · rote Flecken (an Hals und Dekolleté)
  • (jemandem) unangenehm · ↗beschämend · ↗blamabel  ●  (jemandem) die Schamesröte ins Gesicht treiben  fig. · ↗peinlich  Hauptform · vor Scham im Boden versinken  fig., variabel · ↗daneben  ugs. · ↗hochnotpeinlich (Verstärkung)  ugs.
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›erröten‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erröten‹.

Verwendungsbeispiele für ›erröten‹

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Nach zwei Gläsern dieses Weines erröten glutvolle Mädchen - auch ohne gesündigt zu haben.
Die Welt, 30.04.2005
Die Dame errötete, der Herr wurde verlegen, erinnert sich Alf Gall.
Die Zeit, 01.07.1999, Nr. 27
Sie nimmt ihn verlegen errötend in Empfang und verbirgt ihn in einem geheimen Winkel ihres Zimmers.
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 28699
Aber sie errötete nicht, wie er gehofft hatte, sondern wurde noch blasser.
Morris, Gerda: Brigitte wehrt sich, Düsseldorf: Iltis 1952, S. 168
Zugleich errötete er, denn er hätte gern noch gewußt, für wen sie fürchtete, für ihn oder für den anderen.
Mann, Heinrich: Der Untertan, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1918], S. 360
Zitationshilfe
„erröten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/err%C3%B6ten>, abgerufen am 26.11.2020.

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