Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

erringen

Grammatik Verb · erringt, errang, hat errungen
Aussprache 
Worttrennung er-rin-gen
Wortzerlegung er- ringen1
Wortbildung  mit ›erringen‹ als Erstglied: Erringung  ·  mit ›erringen‹ als Letztglied: selbst errungen · selbsterrungen
eWDG

Bedeutung

um etw., jmdn. ringen und es, ihn erhalten, etw., jmdn. mit großer Mühe gewinnen
Beispiele:
er hat den Preis, einen Sieg errungen
er konnte den zweiten Platz, die Weltmeisterschaft, neue Erfolge erringen
sich [Dativ] etw. in harter Arbeit, schwerem Kampf erringen
bei der Wahl neue Sitze erringen
dieses Fabrikat konnte sich [Dativ] Weltgeltung erringen
jmds. Wohlwollen, Vertrauen, Neigung erringen
sich [Dativ] geistige Freiheit, Klarheit erringen
das Errungene verteidigen
gehoben jmdn. erringen
Beispiele:
Wer ein holdes Weib errungen [ SchillerAn die Freude]
als habe er die Geliebte erst vor kurzem sich errungen [ Storm1,43]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ringen2 · erringen · Errungenschaft · abringen · niederringen · Ringer · Ringkampf
ringen2 Vb. ‘mit drehenden, kreisenden Bewegungen, mit Griffen und Schwüngen paarweise kämpfen, sich mühen, sich anstrengen’. Das starke Verb ahd. (h)ringan ‘kämpfen, sich abmühen’ (8. Jh.), mhd. ringen, mnd. mnl. nl. (älter) ringen ‘kämpfen’ (westgerm. *hrengan) stellt sich im Sinne von ‘sich im Kreis bewegen, sich hin und her bewegen, sich mühen, kämpfen’ zu der unter Ring (s. d.) angegebenen nasalierten Erweiterung ie. *(s)krengh- der Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’. Vgl. Pfeifer in: PBB (H) 79 (1957) Sonderbd., 94 ff. und Mitzka in: Zs. f. Mundartforsch. 34 (1967) 137 ff. Die vornehmlich in md. Mundarten neben intransitivem ‘kämpfen’ begegnende transitive Bedeutung ‘drückend winden, drehend zusammenpressen, Wasser aus der Wäsche wringen’ stammt dagegen unter Verlust des anlautenden w- aus nordd. wringen (s. d.). erringen Vb. ‘durch Mühe, Anstrengung erlangen, gewinnen, erkämpfen’, ahd. ir(h)ringan (9. Jh.), mhd. erringen; Errungenschaft f. ‘durch Anstrengung Erreichtes, Erworbenes, wohltätige Neuerung’ (16. Jh.), anfangs ‘das von den Ehegatten während der Ehe erworbene Vermögen’ (entsprechend mlat. acquestus); in Verbindung mit der Märzrevolution 1848 in Berlin entwickelt sich die Bedeutung ‘sozialer Fortschritt’. abringen Vb. ‘etw. von jmdm. gegen seinen anfänglichen Widerstand erhalten’ (Mitte 16. Jh.). niederringen Vb. ‘zu Boden zwingen, überwinden, besiegen’ (1. Hälfte 19. Jh.). Ringer m. ‘Ringkämpfer, Wettkämpfer beim Ringen’, ahd. (h)ringāri (9. Jh.), mhd. ringer. Ringkampf m. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aneignen · erringen · erwerben · sammeln
Synonymgruppe
an etwas gelangen · erlangen · erringen · erzielen · es bringen zu · gewinnen · schaffen · zu etwas kommen  ●  einfahren (journal.)  fig. · erreichen  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›erringen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erringen‹.

Verwendungsbeispiele für ›erringen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In behaglicher Breite ist über gesammelte Erfahrungen, über errungene Erfolge berichtet worden. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 03.03.1912]
Er gab seiner Freude über die bis dahin errungenen Erfolge maßvollen Ausdruck. [Voß, Ernst: Lebenserinnerungen und Lebensarbeit des Mitbegründers der Schiffswerft von Blohm & Voß. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1924], S. 8671]
Der friedlich errungene bundesrepublikanische Sieg erledigt offenbar die Kritik an den Methoden, mit denen die deutsche Frage immer offengehalten worden ist. [o. A.: ÜBER DIE UNFÄhiGKEIT DER LINKEN, EINEN ERFOLGREICHEN NATIONALISMUS ZU KRITISIEREN. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1990]]
Er war allein mit seiner Frau, das neue Leben zu erringen. [Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 332]
Erst wenn das Proletariat diese Wirkungen in sich überwunden hat, hat es den wirklichen Sieg errungen. [Lukács, Georg: Geschichte und Klassenbewußtsein, Neuwied u. a.: Leuchterhand 1970 [1923], S. 161]
Zitationshilfe
„erringen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erringen>.

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