Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ersaufen

Grammatik Verb · ersäuft, ersoff, ist ersoffen
Aussprache 
Worttrennung er-sau-fen
Wortzerlegung er- saufen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [salopp, derb] ertrinken
  2. 2. sich mit Wasser füllen
eWDG

Bedeutungen

1.
salopp, derb ertrinken
Beispiele:
er ist beim Baden, in der Ostsee ersoffen
bei dem Sturm konnte keiner gerettet werden, alle sind ersoffen
wenn es einmal kommt [daß der Deich bricht] so können wir hier auch hinterm Deich ersaufen [ StormSchimmelr.7,156]
daß sie [die Ägypter] ersoffen mit Mann und Roß und Wagen [ Feuchtw.Jefta232]
2.
sich mit Wasser füllen
Beispiele:
Bergmannssprachedas Bergwerk, der Schacht ist ersoffen
Bergmannssprachedie Grube musste wegen Ersaufens stillgelegt werden
Technikder Motor ist ersoffen (= die Zündkerze ist feucht, der Motor springt nicht an)
BergmannsspracheSollten die Zechen ersaufen und die Hochöfen verschlacken! [ Kellerm.Tunnel243]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

saufen · supfen · süpfeln · Säufer · Sauferei · Saufaus · besaufen · besoffen · versaufen · versoffen · ersaufen · ersäufen · Suff · süffig · süffeln
saufen Vb. ‘trinken’ (vom Vieh), ‘unmäßig trinken, Alkohol zu sich nehmen’ (derb), ahd. sūfan (9. Jh.), mhd. sūfen ‘schlürfen, trinken’, mnd. mnl. sūpen, nl. zuipen, aengl. sūpan, engl. to sup, anord. sūpa, schwed. supa (germ. *sūpan). Herkunft ungesichert. Das Verb kann mit den unter Suppe und seufzen (s. d.) genannten Formen sowie mit aind. sū́paḥ ‘Brühe, Suppe’ und aslaw. sъsati, russ. sosát’ (сосать) ‘saugen’ an eine mit Labial erweiterte (ie. *seub-, *sūb- bzw. *seup-, *sūp-) lautmalende Wurzel ie. *seu-, *seu̯ə-, *sū- ‘tropfen lassen, schlürfen, saugen’ angeschlossen werden (wozu auch mit Guttural erweitertes saugen, s. d.). Die alte Bedeutung ‘schlürfen’ (vgl. noch engl. to sup ‘schlürfen, in kleinen Schlucken trinken, nippen’) entwickelt sich im 16. Jh. zu ‘hastig und viel, maßlos trinken’ (besonders Alkohol). Als Intensivum abgeleitet supfen Vb. ‘schlürfend trinken’ (15. Jh.), süpfeln Vb. (16. Jh.). Säufer m. ‘wer sich (regelmäßig) betrinkt’ (16. Jh.). Sauferei f. ‘Trinkgelage’ (15. Jh.). Saufaus m. ‘Trunkenbold’, imperativischer Satzname (Hans Sauffauß, 1595), nd. Sūpūt. besaufen Vb. (reflexiv) ‘sich betrinken’, dazu besoffen Part.adj. ‘betrunken’ (16. Jh.). versaufen Vb. ‘versinken, ertrinken’, mhd. versūfen; dagegen ahd. firsūfan ‘(gierig) hinunterschlürfen’ (8. Jh.); dann ‘mit Trinken durchbringen’ (15. Jh.), dazu versoffen Part.adj. ‘durch Saufen heruntergekommen, dem Alkohol ergeben’ (16. Jh.). ersaufen Vb. ‘in der Flut umkommen, ertrinken’ (16. Jh.); vgl. mhd. ersoffen ‘betrunken’, ahd. irsūfan ‘(gierig) hinunterschlürfen’ (8. Jh.). Dazu im 16. Jh. das umgelautete Kausativum ersäufen Vb. ‘versenken, ertränken’, mhd. ersoufen; dafür ahd. bisoufen (um 800). Suff m. (mit der Nebenform Soff, s. Gesöff) ‘Trunksucht, Alkoholrausch, Betrunkenheit’ (17. Jh.). süffig Adj. ‘angenehm, leicht zu trinken, wohlschmeckend’ (19. Jh.), älter ‘trunkliebend, dem Trinken ergeben’ (16. Jh.). süffeln Vb. ‘mit Genuß trinken’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
den nassen Tod erleiden · den nassen Tod finden · ersaufen · in den Fluten umkommen · untergehen  ●  ertrinken  Hauptform · absaufen  ugs. · versaufen  derb
Oberbegriffe
  • (jemandem) schlägt die Stunde · (jemandes) letztes Stündlein hat geschlagen · (seinen) letzten Atemzug tun · ableben · das Zeitliche segnen · erlöschen · in die ewigen Jagdgründe eingehen · verdämmern · verscheiden · versterben · wegsterben  ●  (die) Augen für immer schließen  verhüllend · (die) Reihen lichten sich  fig. · abtreten  fig. · aus dem Leben scheiden  fig. · davongehen  fig. · entschlafen  fig., verhüllend · fallen  militärisch · gehen  verhüllend · heimgehen  fig., verhüllend · sanft entschlafen  verhüllend, fig. · seinen letzten Gang gehen  fig. · sterben  Hauptform · uns verlassen  verhüllend · von der Bühne (des Lebens) abtreten  fig. · von uns gehen  fig. · (den) Arsch zukneifen  vulg., fig. · (den) Löffel abgeben  ugs., fig., salopp · (seine) letzte Fahrt antreten  ugs., fig. · dahingehen  geh., verhüllend · dahingerafft werden (von)  ugs. · dahinscheiden  geh., verhüllend · den Geist aufgeben  ugs. · den Weg allen Fleisches gehen  geh. · die Grätsche machen  ugs., salopp · die Hufe hochreißen  derb, fig. · dran glauben (müssen)  ugs. · in die Ewigkeit abberufen werden  geh., fig. · in die Grube fahren  ugs., fig. · in die Grube gehen  ugs. · ins Grab sinken  geh., fig. · ins Gras beißen  ugs., fig. · sein Leben aushauchen  geh. · seinen Geist aufgeben  ugs. · seinen Geist aushauchen  geh. · vor seinen Richter treten  geh., religiös, fig. · vor seinen Schöpfer treten  geh., fig.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›ersaufen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Womöglich ist der über die Jahre aber schon ersoffen in Bächen von Schweiß. [Süddeutsche Zeitung, 02.05.1995]
Das Buch erschien erst posthum, da hatte sich sein Autor bereits ersoffen. [Süddeutsche Zeitung, 18.11.2002]
Doch wenn er sich nicht selber bremst, drohen seine durchaus originellen Geschichten in Schönheit zu ersaufen. [Süddeutsche Zeitung, 26.06.2000]
Die Welt wird sich auffressen in ihrem eigenen Bösen, in ihrem eigenen Blut wird sie ersaufen. [Die Welt, 14.12.1999]
Ich dachte, hoffentlich geht das wieder, sonst ist es gleich vorbei und ich ersaufe hier. [Der Tagesspiegel, 29.12.2004]
Zitationshilfe
„ersaufen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ersaufen>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
ersatzweise
ersatzpflichtig
ersatzlos
ersatzgeschwächt
erröten
erschachern
erschaffen
erschallen
erschaubar
erschaudern