erschlaffen

GrammatikVerb · erschlaffte, ist/hat erschlafft
Aussprache
Worttrennunger-schlaf-fen
Grundformschlaff
Wortbildung mit ›erschlaffen‹ als Erstglied: ↗Erschlaffung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹
schlaff werden
a)
kraftlos, müde werden
Beispiele:
die Muskeln, Glieder erschlafften bei der dauernden Anstrengung
von der Arbeit erschlafft sein
erschlafft im Sessel sitzen
seine Nerven erschlaffen
seine Spannkraft erschlafft
jmds. Gesichtszüge erschlaffen
ganz erschöpft stand er plötzlich da und schaute mit erschlafftem, blödem Gesicht unter die Menschen [ScharrerHirt265]
übertragen nachlassen
Beispiel:
jmds. Wille, Widerstand erschlafft
b)
welk werden
Beispiel:
die Haut erschlafft
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
jmdn., etw. schlaff machen
Beispiele:
hatte ... die Hitze mich erschlafft [HesseSteppenw.4,358]
Tranige Gefühle / Erschlaffen den Leib [BrechtEduard29]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlaff · erschlaffen
schlaff Adj. ‘locker, lose herabhängend, träge, kraftlos, schwach’, ahd. (um 800), mhd. slaf ‘locker, lose, welk, ermüdet, träge’, mnd. slap (s. ↗schlapp), mnl. nl. slap, schwed. slapp ‘arm, untätig’ sowie anord. slappi ‘lange, schwache Person’ (germ. *slapa-) zeigen Verwandtschaft mit den unter ↗schlafen (s. d.) genannten ablautenden Formen, mit denen sie auf die mit s-Anlaut versehene Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’ (s. auch ↗Lappen) zurückzuführen sind. erschlaffen Vb. ‘an Spannkraft verlieren, träge, kraftlos werden’ (18. Jh.), Neubildung zum Adjektiv schlaff; doch vgl. bereits ahd. irslaffēn (10. Jh.), zu slaffēn (um 800), mhd. slaffen ‘schlaff sein, werden’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abbauen · am Ende seiner Kräfte sein · die Kräfte verlieren · ↗erlahmen · ↗ermatten · ↗ermüden · erschlaffen · kraftlos werden · müde werden · ↗nachlassen · nicht mehr (weiter) können · schlapp machen · ↗schlappmachen · ↗versagen  ●  ↗abkacken  derb · am Ende sein  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arme Aufmerksamkeit Bein Glied Haut Körper Muskel Muskulatur Spannung plötzlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erschlaffen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er scheint zu erschlaffen, wenn er siegt, und er bäumt sich auf, wenn man ihn beseitigen will.
Die Zeit, 01.05.2008, Nr. 19
Langsam erschlaffte ich unter dem täglichen Druck, so dynamisch wie die junge "Rama" sein zu wollen.
Bild, 11.12.2000
Hier aber, bei einer Routinearbeit, die nicht ihre ganze Kraft forderte, begann sie zu erschlaffen.
Reimann, Brigitte: Franziska Linkerhand, Berlin: Neues Leben 1974, S. 320
Als das Bild einmal in der Galerie hing, war er erschlafft.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 41
Aber die Augen des Kindes ließen seine Hand erschlaffen, er mußte sich abwenden, um seines Schmerzes Herr zu werden.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 226
Zitationshilfe
„erschlaffen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erschlaffen>, abgerufen am 18.06.2019.

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