Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

erschlaffen

Grammatik Verb · erschlafft, erschlaffte, ist/hat erschlafft
Aussprache 
Worttrennung er-schlaf-fen
Grundformschlaff
Wortbildung  mit ›erschlaffen‹ als Erstglied: Erschlaffung
eWDG

Bedeutungen

1.
schlaff werden
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
a)
kraftlos, müde werden
Beispiele:
die Muskeln, Glieder erschlafften bei der dauernden Anstrengung
von der Arbeit erschlafft sein
erschlafft im Sessel sitzen
seine Nerven erschlaffen
seine Spannkraft erschlafft
jmds. Gesichtszüge erschlaffen
ganz erschöpft stand er plötzlich da und schaute mit erschlafftem, blödem Gesicht unter die Menschen [ ScharrerHirt265]
übertragen nachlassen
Beispiel:
jmds. Wille, Widerstand erschlafft
b)
welk werden
Beispiel:
die Haut erschlafft
2.
jmdn., etw. schlaff machen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
hatte … die Hitze mich erschlafft [ HesseSteppenw.4,358]
Tranige Gefühle / Erschlaffen den Leib [ BrechtEduard29]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlaff · erschlaffen
schlaff Adj. ‘locker, lose herabhängend, träge, kraftlos, schwach’, ahd. (um 800), mhd. slaf ‘locker, lose, welk, ermüdet, träge’, mnd. slap (s. schlapp1), mnl. nl. slap, schwed. slapp ‘arm, untätig’ sowie anord. slappi ‘lange, schwache Person’ (germ. *slapa-) zeigen Verwandtschaft mit den unter schlafen (s. d.) genannten ablautenden Formen, mit denen sie auf die mit s-Anlaut versehene Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’ (s. auch Lappen) zurückzuführen sind. erschlaffen Vb. ‘an Spannkraft verlieren, träge, kraftlos werden’ (18. Jh.), Neubildung zum Adjektiv schlaff; doch vgl. bereits ahd. irslaffēn (10. Jh.), zu slaffēn (um 800), mhd. slaffen ‘schlaff sein, werden’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abbauen · ans Ende seiner Kräfte kommen · die Kräfte verlieren · erlahmen · ermatten · ermüden · erschlaffen · kraftlos werden · müde werden · nachlassen · nicht mehr (weiter) können · schlapp machen · schlappmachen · versagen  ●  abkacken  derb
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) weiten · schlaff werden · unelastisch werden  ●  ausleiern (Gummi)  Hauptform · erschlaffen  geh. · keinen Zug mehr haben  ugs. · schlapp werden  ugs.

Typische Verbindungen zu ›erschlaffen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erschlaffen‹.

Verwendungsbeispiele für ›erschlaffen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er scheint zu erschlaffen, wenn er siegt, und er bäumt sich auf, wenn man ihn beseitigen will. [Die Zeit, 01.05.2008, Nr. 19]
Langsam erschlaffte ich unter dem täglichen Druck, so dynamisch wie die junge "Rama" sein zu wollen. [Bild, 11.12.2000]
Sie ist erschlafft, korrumpiert, unfähig zur Erneuerung aus eigener Kraft. [Die Zeit, 21.05.1976, Nr. 22]
Man weiß gar nicht mehr, wo er ausgelöst wurde, noch weniger, wann seine Kraft erschlaffen könnte. [o. A.: Die Funkenkette. In: Das Schwarze Korps, 07.01.1943, S. 380]
Hier aber, bei einer Routinearbeit, die nicht ihre ganze Kraft forderte, begann sie zu erschlaffen. [Reimann, Brigitte: Franziska Linkerhand, Berlin: Neues Leben 1974, S. 320]
Zitationshilfe
„erschlaffen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erschlaffen>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
erschimmern
erschießen
erschieben
erscheinen
erschauern
erschlagen
erschleichen
erschließbar
erschließen
erschmecken