erschrecken

GrammatikVerb · erschrickt, erschrak, ist/hat erschrocken
Worttrennunger-schre-cken
Wortbildung mit ›erschrecken‹ als Erstglied: ↗erschrecklich
eWDG, 1967

Bedeutung

einen Schreck bekommen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
vor etw., jmdm., über etw., jmdn. erschrecken
vor jeder Maus erschrickt sie
vor Freude, über einen Vorfall erschrecken
er erschrak über seine Worte, bei diesen Worten
ich erschrak über sein Aussehen
er erschrak heftig, tief, als er ihm plötzlich gegenüberstand
sie erschrak fast zu Tode, als ...
bis ins Mark, bis ins Innerste (hinein) erschrecken
erschrick nicht!
Grammatik: oft im Part. Prät.
Beispiele:
erschrocken zusammenfahren, zurückweichen, beiseite springen
erschrocken die Augen aufreißen
er war tief, sehr erschrocken, machte ein erschrockenes Gesicht, hatte erschrockene Augen
landschaftlich sich erschrecken
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
darüber habe ich mich (ganz schön, tüchtig) erschrocken
[er] erschrak sich ein wenig über den Scharfsinn des Knaben [le FortPapst90]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schrecken1 · erschrecken1 · Schreck · Schrecken · schreckhaft · schrecklich · schrecken2 · erschrecken2 · abschrecken
schrecken1 Vb. ‘in Schrecken geraten’. Das ursprünglich schwach flektierende, mit j-Suffix gebildete, intransitiv gebrauchte Verb ahd. scricken ‘empor-, aufspringen, erschrecken’ (um 800), mhd. schricken ‘springen, einen Riß bekommen’, mnd. schricken ‘Hände oder Füße rasch bewegen, klatschen, springen, tanzen’, mnl. scricken ‘große Schritte machen, sich entsetzen, erschrecken’, nl. schrikken entwickelt die Bedeutung ‘in Schrecken geraten, erschrecken’ aus ‘(in plötzlicher Erregung oder Angst) empor-, aufspringen’. Vgl. auch norw. (mundartlich; aus dem Mnd.?) skrikka ‘springen’ und das ōn-Verb ahd. screckōn ‘umherspringen, aufwallen, hervorblitzen, zurückprallen’ (um 800). Die Verben lassen sich anschließen an ie. *skreg-, eine Erweiterung der unter ↗scheren ‘sich davonmachen’ (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘springen, herumspringen’. Im 11. Jh. entstehen (in Anlehnung an Verben wie brechen) bei Präfixbildungen starke Konjugationsformen, vgl. ahd. irscreckan (s. unten) und ūʒscreckan ‘hervorleuchten, vorspringen’, die teilweise auf das Simplex mhd. schrecken und (seltenes) nhd. schrecken ‘auffahren, erschrecken’ übergreifen. Die alte Bedeutung ist erhalten in stark flektierendem intransitivem erschrecken1 Vb. ‘sich entsetzen, aus plötzlicher Angst zusammenfahren’, ahd. (schwach) irscrecken (um 1000), mhd. erschrecken ‘auf-, zurückspringen, auffahren, aufschrecken’. Schreck m. auch mit Endungs-n der obliquen Kasus Schrecken m. ‘plötzliches Entsetzen, plötzliche Angst’, allgemein ‘plötzliche Gemütserschütterung’, mhd. schrecke ‘Schreck’, auch ‘Hüpfer, Springer’ (s. ↗Heuschrecke). schreckhaft Adj. ‘leicht in Schrecken geratend, furchtsam’ (15. Jh.), ‘Schrecken einflößend’ (17. Jh.). schrecklich Adj. ‘entsetzlich, grauenhaft’ (15. Jh.), auch steigernd ‘sehr (viel, groß)’ (17. Jh.); vgl. mhd. schriclich ‘erschreckend’. schrecken2 Vb. ‘in Schrecken versetzen’, schwach flektierendes transitives Kausativum zu ↗schrecken, ahd. screcken ‘stürzen, aufreizen, anstacheln’ (um 1000), mhd. schrecken ‘aufspringen machen, in Schrecken setzen, erschrecken, sich erschrecken’, mnd. schrecken ‘in Schrecken versetzen’. Dazu erschrecken2 Vb. ‘jmdn. in eine plötzliche Gemütserregung, in Furcht versetzen’, mhd. erschrecken, auch ‘aufschrecken (aus dem Schlaf)’; vgl. ahd. (stark) irscreckan ‘bestürzt machen’ (11. Jh.). abschrecken Vb. ‘ängstlich, verzagt machen, von etw. abhalten’ (15. Jh.), ‘plötzlich abkühlen’ (16. Jh.), mhd. abeschrecken ‘jmdm. etw. durch eingeflößte Furcht wegnehmen’ (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Angst einflößen · ↗beängstigen · ↗einschüchtern · erschrecken · ↗verschrecken · ↗verängstigen · ↗ängstigen  ●  ins Bockshorn jagen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) einen Schrecken einjagen · erschrecken · schrecken
Assoziationen
Synonymgruppe
erschrecken · ↗innehalten · ↗stocken · ↗stutzen · stutzig werden
Assoziationen
  • (sich) wundern über · ↗stutzen  ●  (etwas) merkwürdig finden  variabel · (jemandem) komisch vorkommen  ugs., variabel
  • stoßen auf · zufällig entdecken  ●  stolpern über  fig.
Synonymgruppe
erschrecken · ↗erschüttern · ↗schockieren
Synonymgruppe
(der) Schreck fährt jemandem in die Glieder · (einen) Schreck bekommen · (sich) erschrecken
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anblick Aussehen Brutalität Gedanke Geräusch Gespenst Knall Kühnheit Passant Spaziergänger Spiegelbild Tod beglücken darüber dermaßen entsetzen entzücken erstaunen faszinieren furchtbar fürchterlich gehörig heftig ich jedesmal manchmal selber verstören zutiefst ängstigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erschrecken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der althergebrachte Ruf könne Kinder erschrecken, sagte er zur Begründung.
Die Zeit, 19.11.2007 (online)
Die Frau, die am Tisch saß, stieß einen erschrockenen Ton aus.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 313
Noch war er nur halbwegs überzeugt, da erschreckte ihn eine spektakuläre Rede.
Der Spiegel, 14.02.1983
Als er zum ersten Mal dieses Zimmer betreten hatte, war er erschrocken.
Walser, Martin: Ehen in Philippsburg, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1957], S. 75
Ich war so erschrocken, daß ich kein Wort erwidern konnte.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6942
Zitationshilfe
„erschrecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erschrecken#1>, abgerufen am 21.11.2019.

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erschrecken

GrammatikVerb
Worttrennunger-schre-cken
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdn. in Schrecken versetzen
Beispiele:
jmdn. sehr, heftig erschrecken
der Hund erschreckte mich
die Nachricht erschreckte uns alle
der Anblick, ihr Aussehen erschreckt ihn tief
erschrecke mich nicht immer so!
sie war sehr erschreckt durch den plötzlichen Knall
Ich war etwas erschreckt über die heftige Wirkung [HesseNarziß5,55]
erschreckendbeängstigend, sehr stark
Grammatik: oft im Part. Präs.
Beispiele:
er war erschreckend abgemagert
die Seuche greift in erschreckendem Ausmaße um sich
eine erschreckende Verrohung der Sitten war nach dem Kriege eingetreten
mit, in erschreckender Deutlichkeit zeigt sich, dass ...
landschaftlich, umgangssprachlich sich erschrecken
Beispiel:
da habe sich Gripen erschreckt (= erschrocken) [Bergengr.Feuerprobe27]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schrecken1 · erschrecken1 · Schreck · Schrecken · schreckhaft · schrecklich · schrecken2 · erschrecken2 · abschrecken
schrecken1 Vb. ‘in Schrecken geraten’. Das ursprünglich schwach flektierende, mit j-Suffix gebildete, intransitiv gebrauchte Verb ahd. scricken ‘empor-, aufspringen, erschrecken’ (um 800), mhd. schricken ‘springen, einen Riß bekommen’, mnd. schricken ‘Hände oder Füße rasch bewegen, klatschen, springen, tanzen’, mnl. scricken ‘große Schritte machen, sich entsetzen, erschrecken’, nl. schrikken entwickelt die Bedeutung ‘in Schrecken geraten, erschrecken’ aus ‘(in plötzlicher Erregung oder Angst) empor-, aufspringen’. Vgl. auch norw. (mundartlich; aus dem Mnd.?) skrikka ‘springen’ und das ōn-Verb ahd. screckōn ‘umherspringen, aufwallen, hervorblitzen, zurückprallen’ (um 800). Die Verben lassen sich anschließen an ie. *skreg-, eine Erweiterung der unter ↗scheren ‘sich davonmachen’ (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘springen, herumspringen’. Im 11. Jh. entstehen (in Anlehnung an Verben wie brechen) bei Präfixbildungen starke Konjugationsformen, vgl. ahd. irscreckan (s. unten) und ūʒscreckan ‘hervorleuchten, vorspringen’, die teilweise auf das Simplex mhd. schrecken und (seltenes) nhd. schrecken ‘auffahren, erschrecken’ übergreifen. Die alte Bedeutung ist erhalten in stark flektierendem intransitivem erschrecken1 Vb. ‘sich entsetzen, aus plötzlicher Angst zusammenfahren’, ahd. (schwach) irscrecken (um 1000), mhd. erschrecken ‘auf-, zurückspringen, auffahren, aufschrecken’. Schreck m. auch mit Endungs-n der obliquen Kasus Schrecken m. ‘plötzliches Entsetzen, plötzliche Angst’, allgemein ‘plötzliche Gemütserschütterung’, mhd. schrecke ‘Schreck’, auch ‘Hüpfer, Springer’ (s. ↗Heuschrecke). schreckhaft Adj. ‘leicht in Schrecken geratend, furchtsam’ (15. Jh.), ‘Schrecken einflößend’ (17. Jh.). schrecklich Adj. ‘entsetzlich, grauenhaft’ (15. Jh.), auch steigernd ‘sehr (viel, groß)’ (17. Jh.); vgl. mhd. schriclich ‘erschreckend’. schrecken2 Vb. ‘in Schrecken versetzen’, schwach flektierendes transitives Kausativum zu ↗schrecken, ahd. screcken ‘stürzen, aufreizen, anstacheln’ (um 1000), mhd. schrecken ‘aufspringen machen, in Schrecken setzen, erschrecken, sich erschrecken’, mnd. schrecken ‘in Schrecken versetzen’. Dazu erschrecken2 Vb. ‘jmdn. in eine plötzliche Gemütserregung, in Furcht versetzen’, mhd. erschrecken, auch ‘aufschrecken (aus dem Schlaf)’; vgl. ahd. (stark) irscreckan ‘bestürzt machen’ (11. Jh.). abschrecken Vb. ‘ängstlich, verzagt machen, von etw. abhalten’ (15. Jh.), ‘plötzlich abkühlen’ (16. Jh.), mhd. abeschrecken ‘jmdm. etw. durch eingeflößte Furcht wegnehmen’ (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Angst einflößen · ↗beängstigen · ↗einschüchtern · erschrecken · ↗verschrecken · ↗verängstigen · ↗ängstigen  ●  ins Bockshorn jagen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) einen Schrecken einjagen · erschrecken · schrecken
Assoziationen
Synonymgruppe
erschrecken · ↗innehalten · ↗stocken · ↗stutzen · stutzig werden
Assoziationen
  • (sich) wundern über · ↗stutzen  ●  (etwas) merkwürdig finden  variabel · (jemandem) komisch vorkommen  ugs., variabel
  • stoßen auf · zufällig entdecken  ●  stolpern über  fig.
Synonymgruppe
erschrecken · ↗erschüttern · ↗schockieren
Synonymgruppe
(der) Schreck fährt jemandem in die Glieder · (einen) Schreck bekommen · (sich) erschrecken
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anblick Aussehen Brutalität Gedanke Geräusch Gespenst Knall Kühnheit Passant Spaziergänger Spiegelbild Tod beglücken darüber dermaßen entsetzen entzücken erstaunen faszinieren furchtbar fürchterlich gehörig heftig ich jedesmal manchmal selber verstören zutiefst ängstigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erschrecken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der althergebrachte Ruf könne Kinder erschrecken, sagte er zur Begründung.
Die Zeit, 19.11.2007 (online)
Die Frau, die am Tisch saß, stieß einen erschrockenen Ton aus.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 313
Noch war er nur halbwegs überzeugt, da erschreckte ihn eine spektakuläre Rede.
Der Spiegel, 14.02.1983
Als er zum ersten Mal dieses Zimmer betreten hatte, war er erschrocken.
Walser, Martin: Ehen in Philippsburg, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1957], S. 75
Ich war so erschrocken, daß ich kein Wort erwidern konnte.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6942
Zitationshilfe
„erschrecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erschrecken#2>, abgerufen am 21.11.2019.

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