erschwingen

GrammatikVerb · erschwingt, erschwang, hat erschwungen (meist verneint)
Aussprache
Worttrennunger-schwin-gen (computergeneriert)
Grundformschwingen
Wortbildung mit ›erschwingen‹ als Erstglied: ↗erschwingbar · ↗erschwinglich
eWDG, 1967

Bedeutung

eine (hohe) Geldsumme für etw. aufbringen
Beispiele:
die hohen Mieten, Preise, bestimmte Luxusartikel sind nicht zu erschwingen
die Eltern konnten die Kosten eines Kuraufenthaltes, das Geld für den Besuch des Gymnasiums nicht erschwingen
das kann ich nicht erschwingen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwingen · Schwinge · beschwingt · Schwingung · erschwingen · erschwinglich
schwingen Vb. ‘weit ausholend hin- und herbewegen’, ahd. swingan (8. Jh.), mhd. swingen ‘schwingen, schütteln, fliegen, schweben, sich bewegen’, asächs. swingan ‘sich schwingen, stürzen’, mnd. swingen, mnl. swinghen ‘schlingern, drehen, werfen’, aengl. swingan ‘sich schwingen, fliehen, schlagen, züchtigen, treiben’, engl. to swing (germ. *swing(w)an). Außergerm. Verwandte sind spärlich und unsicher. Wenn sich air. seng ‘schlank’ und vielleicht aind. svájatē ‘umarmt, umschlingt, umfaßt’, páriṣvakta- ‘eng umschlungen’ vergleichen lassen, ist ein Ansatz ie. *su̯eng-, *su̯enk- ‘biegen, drehend schwingen, schwenken’ möglich. Dazu stellen sich auch ↗Schwanz, ↗Schwang, ↗Schwank, ↗schwanken, ↗schwenken und ↗schwach (s. d.). Als Grundbedeutung für das Verb ist ‘weit ausholend hin- und herbewegen’ anzunehmen. Schwinge f. ‘Vogelflügel’ (16. Jh.), asächs. swinga ‘Knüppel, Prügel, Keule’ (11. Jh.), spätmhd. swinge ‘Gerät zum Schwingen, Flachs-, Hanfschwinge, Getreide-, Futterschwinge’, verächtlich auch ‘Schwert’. beschwingt Part.adj. ‘beflügelt, unbeschwert’ (18. Jh.), zu beschwingen Vb. ‘in Bewegung setzen, beflügeln’ (17. Jh.). Schwingung f. ‘schwingende Bewegung, das Schwingen’ (17. Jh.), ‘sich wiederholende, zwischen zwei Grenzwerten stattfindende Bewegung’, auch als Terminus der Physik (18. Jh.). erschwingen Vb. ‘aufbringen, bezahlen’, eigentlich wohl sich erschwingen ‘sich aufschwingen zu etw.’ (16. Jh.), mhd. erswingen ‘schwingend in Bewegung setzen, aufschwingen, abstreifen, schwingend erreichen’. erschwinglich Adj. ‘finanziell tragbar’ (18. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›erschwingen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Futter war so teuer, daß es die Bauern nicht erschwingen konnten.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 97
Bald war das Schulgeld für die Kinder, die es doch weiterbringen sollten, kaum noch zu erschwingen.
Die Zeit, 30.10.1970, Nr. 44
Wir möchten unbedingt eine neue ultraleichte Videokamera erschwingen, um unsere Reise auch dokumentieren zu können.
Bild, 04.07.2001
Die sind in der Regel so wohlfeil, dass auch schmalere Geldbörsen sie erschwingen können.
Die Welt, 27.04.2001
Heute haben wir keinen Kaiser nicht mehr, sondern wir haben einen Sattlermeister zum Präsidenten - und das Brot ist teuer - und Butter kann man nicht erschwingen.
Tucholsky, Kurt: Vom Radauhumoristen. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922], S. 24342
Zitationshilfe
„erschwingen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erschwingen>, abgerufen am 05.04.2020.

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