ersehnen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunger-seh-nen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›ersehnen‹ als Letztglied: ↗heißersehnt
eWDG, 1967

Bedeutung

etw., jmdn. sehnsüchtig erwarten, herbeiwünschen
Beispiele:
etw. heiß, in Gedanken, heimlich ersehnen
Abwechslung, Ruhe, den Tod ersehnen
sich [Dativ] einen Freund, Erben ersehnen
oft im Part. Prät.
Beispiele:
das ersehnte Ziel erreichen
der ersehnte Brief, die ersehnte Gelegenheit ist endlich da
er konnte den ersehnten Schlaf nicht finden

Thesaurus

Synonymgruppe
(inständig) verlangen nach · (jemandem) steht der Sinn nach · (sich) sehnen nach · (sich) verzehren nach · ...närrisch · Lust haben (auf) · aus sein auf · ↗begehren · begehren nach · begehrlich nach · begierig auf · besessen von · brennen auf · ersehnen · fiebern nach · ↗gieren (nach) · ↗herbeisehnen · ↗herbeiwünschen · kaum erwarten können · nicht warten können auf · schmachten nach · sehnlichst begehren · sehnlichst vermissen · spitzen auf · süchtig nach · unbedingt haben wollen · vergehen nach · verrückt nach · ↗verschmachten (nach) · versessen auf · vor Lust (auf etwas) vergehen · vor Verlangen (nach etwas) vergehen  ●  (sehr) verlangen nach  Hauptform · (sich die) Finger lecken nach  fig. · hinter etwas her (sein) wie der Teufel hinter der armen Seele  sprichwörtlich · hungern nach  fig. · ↗(einen) Gieper (haben) auf  ugs. · ↗(einen) Jieper (haben) auf  ugs. · (einen) Jieper haben (auf)  ugs., norddeutsch · (ganz) wild auf (etwas)  ugs. · (jemandem) (das) Wasser im Mund zusammenlaufen (beim Gedanken an)  ugs. · (sehr) hinter (etwas) her sein  ugs. · dürsten nach  geh., poetisch, fig. · erpicht auf  geh., veraltend · geil auf (etwas)  ugs. · gelüsten nach  geh. · giepern nach  ugs., regional · heiß auf (etwas)  ugs. · jiepern nach  ugs., regional · lange Zähne kriegen  ugs., selten · ↗lechzen (nach)  geh. · scharf auf (etwas)  ugs. · spitz sein auf  ugs. · verrückt auf (etwas)  ugs.
Assoziationen
  • Heißhunger · ↗Heißhungerattacke · Hungeranfall · ↗Hungerast (Ausdauersport) · ↗Unterzuckerung  ●  Fress-Flash  ugs. · ↗Fressanfall  ugs. · ↗Fressattacke  ugs. · ↗Gieper  ugs. · Jieper  ugs. · ↗Schmacht  ugs.
  • (jemandem) fehlen · ↗entbehren · ↗vermissen  ●  ↗(einer Sache) ermangeln  veraltet · ↗missen (meist redensartlich)  geh., veraltend · schmerzlich vermissen  geh., floskelhaft
  • Begehren · ↗Begehrlichkeit · ↗Begierde · ↗Geilheit · ↗Gier · ↗Lust (auf) · heftiges Verlangen
  • (eine) (große) Rolle spielen · (für jemanden) Bedeutung haben · (für jemanden) relevant (sein) · (großen) Wert legen auf · (jemandem) lieb und teuer sein · (jemandem) lieb und wert sein · (jemandem) nicht egal sein · nicht gleichgültig sein · ↗von (großer) Wichtigkeit (sein) · von Bedeutung (sein) · von Belang (sein)  ●  (jemandem) ankommen auf  variabel · (jemandem) auf den Nägeln brennen  fig. · (jemandem) unter den Nägeln brennen  fig. · (jemandem) wichtig sein  Hauptform · ↗(jemandem etwas) ausmachen  ugs. · (jemandem) (ein) Herzensbedürfnis sein  geh. · (jemandem) am Herzen liegen  ugs. · bedacht (sein) auf  geh.
  • am liebsten · ↗bereitwillig · für sein Leben gern · ↗gern · ↗gerne · mit Freude · mit Lust und Liebe · mit Vergnügen · von Herzen
  • (auf etwas) aus sein · (die) Absicht hegen (etwas zu tun) · ↗(etwas) fixieren · (etwas) in den Blick nehmen · (sich etwas) fest vornehmen · (sich etwas) in den Kopf setzen · (sich etwas) zum Programm gemacht haben · (sich etwas) zum Ziel setzen · (sich) konzentrieren (auf) · ↗(zu tun) gedenken · ↗abzielen (auf) · alles tun, um zu · ↗anpeilen · ↗anstreben · ↗anvisieren · ↗beabsichtigen · ↗bezwecken · das Ziel verfolgen (zu) · ↗erstreben · es abgesehen haben auf · es anlegen auf · gewillt sein · ↗hinarbeiten (auf) · im Sinne haben · ↗intendieren · ringen um · streben nach · ↗vorhaben  ●  ↗(erreichen) wollen  Hauptform · (sich) auf die Fahnen geschrieben haben  fig. · hinter etwas her sein  ugs. · trachten nach  geh., veraltend · willens sein  geh.
  • (jemandes) Interesse wecken · ↗antörnen  ●  ↗(jemanden) ködern  fig. · (jemanden) neugierig machen  Hauptform · ↗(jemanden) anfixen  ugs., auch figurativ · ↗(jemanden) anfüttern  ugs., fig. · (jemanden) heißmachen  ugs.
  • (jemanden) haben wollen · (sein) Interesse zeigen · (sich) interessieren (für) · (sich) interessiert zeigen (an) · Lust (haben) auf · hinter jemandem her · interessiert an · nicht uninteressiert · zurückflirten  ●  (sich) angeln wollen  fig. · ein Auge werfen (auf)  fig. · (sich) an Land ziehen wollen  ugs., fig. · geil (sein) auf  ugs. · heiß (sein) auf  ugs. · kriegen wollen  ugs. · scharf auf  ugs.
  • (etwas) mit allen Fasern seines Herzens (wollen) · alles einem Ziel unterordnen · nur noch ein (einziges) Ziel kennen · nur noch ein Ziel haben · nur noch ein(e)s im Sinn haben  ●  (jemandes) ganzes Sinnen und Trachten (ist)  variabel · nur noch für (ein Ziel) leben  variabel
  • (sich) ausbitten · ↗erbitten · ↗fordern · ↗verlangen
  • (sich) reißen um · haben wollen · heiß begehrt sein · scharf sein (auf) · sehr gefragt sein  ●  Schlange stehen (bei)  fig.
  • (etwas) für gut befinden · (ganz) begeistert sein von · ↗(jemandem) belieben · (sich) begeistern für · eine Vorliebe haben für · gerne mögen · ↗mögen  ●  ↗(sich) loben  geh. · abfahren auf  ugs. · ich lobe mir  geh. · ↗liken  ugs., engl. · stehen auf  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alpe Demokratie Friede Führer Rückkehr Tod Traum Wiedervereinigung alle dringend erhoffen fürchten geradezu heiß insgeheim zurückersehnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ersehnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nicht einmal ein besseres Leben in wirtschaftlicher Sicherheit ersehnte sie sich.
Süddeutsche Zeitung, 06.08.1999
Was die deutsche Nation Jahrhunderte lang vergeblich ersehnt hat, ist ihr nunmehr geworden.
Völkischer Beobachter (Ausgabe A / Norddeutsche Ausgabe), 16.09.1935
Du mußt vielleicht auch fünf Tage auf den Brief warten, den Du so heiß ersehnt hast.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 29.10.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Es war ein großer Genuß, und hier gab uns das Auto nun wirklich, was wir von ihm ersehnt hatten.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1936. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1936], S. 86
Sie war keine Flucht, die einer plötzlichen Eingebung entsprang, sondern seit Jahren vorbereitet und ersehnt.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1940, S. 163
Zitationshilfe
„ersehnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ersehnen>, abgerufen am 23.04.2019.

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