ersitzen

GrammatikVerb · ersaß, hat ersessen
Aussprache
Worttrennunger-sit-zen (computergeneriert)
Grundformsitzen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
spöttisch etw. durch langes und geduldiges Sitzen (im Amt) erwerben
Beispiele:
seine in der Beamtenlaufbahn ersessenen Kenntnisse [TucholskyRheinsberg297]
der im Sommer in der Teschowschen Forst Beeren und Pilze sammeln wollte, mußte sich an manchem Abend [bei der Andacht] das Anrecht darauf ersitzen [FalladaWolf1,296]
2.
Jura etw. durch langjährigen, gutgläubigen Besitz rechtlich erwerben
Beispiele:
nach Völkergewohnheitsrecht hat ein Staat nach 100 Jahren ein gepachtetes Territorium ersessen
ersessene Rechte
ein ersessenes Grundstück

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der kommt unabhängig von der Leistung, den kann man sich auch ersitzen.
Der Tagesspiegel, 04.02.2001
Nur wer in gutem Glauben ist, kann eine Sache ersitzen.
Die Welt, 25.05.2001
Wer sie gut bestanden hat, kann die weiteren Stationen seiner Laufbahn ersitzen.
Die Zeit, 11.10.1968, Nr. 41
Auch neue Arbeitsplätze oder zusätzliche Lehrstellen lassen sich nicht erwarten und ersitzen.
Der Spiegel, 23.05.1983
Die Fachleute hatten das Sagen, und nicht Mitglieder, die sich durch Funktionärstätigkeiten den Ruf der Kompetenz ersessen hatten.
Süddeutsche Zeitung, 20.11.2000
Zitationshilfe
„ersitzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ersitzen>, abgerufen am 21.05.2019.

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