erstarren

GrammatikVerb · erstarrte, ist erstarrt
Aussprache
Worttrennunger-star-ren
Wortzerlegunger-starren
Wortbildung mit ›erstarren‹ als Erstglied: ↗Erstarrnis · ↗Erstarrung  ·  formal verwandt mit: ↗angsterstarrt · ↗schreckerstarrt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
in festen Aggregatzustand geraten, starr werden
Beispiele:
Lava, Schmelzflüssigkeit erstarrt
Gips, Gelatine erstarrt schnell
die Wassertropfen erstarren zu Eiskörnern
übertragen
Beispiele:
alles ist in der Konvention, in der Form erstarrt (= versteinert)
die Fronten sind erstarrt
2.
vor Kälte steif werden
Beispiele:
vor Kälte, Frost erstarrten seine Glieder
seine Finger waren vor Kälte ganz erstarrt
er war in der Kälte zu Eis erstarrt
3.
plötzlich (starr vor Schreck) in einer bestimmten Haltung bleiben
Beispiele:
er blieb erstarrt stehen, erstarrte jäh, als er uns sah
er erstarrte vor Schreck, Entsetzen, Ehrfurcht
er stand wie zur Salzsäule, Bildsäule, wie zu Stein erstarrt
sie erbebte und erstarrte, erblich und erglühte [MundstockMann36]
plötzlich still werden
Beispiele:
die Unterhaltung erstarrte zu eisigem Schweigen
Das Flüstern erstarrte [ApitzNackt323]

Thesaurus

Synonymgruppe
erstarren · fest werden
Synonymgruppe
Panikattacke erleiden · ↗erschaudern · erstarren · in Bestürzung geraten · sich entsetzen · sich erstaunen · ↗stocken · ↗stutzen · stutzig werden · verblüfft werden · vom Schlag getroffen (gerührt) werden

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bewegungslosigkeit Dogma Ehrfurcht Eis Entsetzen Floskel Formalismus Formelhaftigkeit Frost Gesichtszug Ikone Kaninchen Klischee Kälte Lava Maske Pose Ritual Routine Salzsäule Schablone Schmelze Schreck Standbild Statue Stellungskrieg Tableau erkalten förmlich verkrusten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erstarren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Irgendwann rast die Lava nicht mehr zu Tal, sondern erstarrt auf halbem Weg.
Süddeutsche Zeitung, 13.11.2002
Doch ist das innere Leben der Stadt dadurch keineswegs erstarrt.
Die Zeit, 09.06.1949, Nr. 23
Das dann wieder erstarrt und einer neuen Revolution Platz macht, eine endgültige Lösung gibt es nur in Gott.
Tucholsky, Kurt: An Hedwig Müller, 17.12.1935. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1935], S. 16655
Da ihm das nicht gelang, begnügte er sich damit, zur Plastik zu erstarren.
Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 198
Wie erstarrt saß sie da und sah ihn an mit ihren grünen Augen.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 369
Zitationshilfe
„erstarren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erstarren>, abgerufen am 21.10.2019.

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