ertöten

GrammatikVerb · ertötet, ertötete, hat ertötet
Aussprache
Worttrennunger-tö-ten
Wortbildung mit ›ertöten‹ als Erstglied: ↗Ertötung
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben etw. in sich, jmdm. abtöten, ersticken
Beispiele:
seine Neigung, Liebe zu jmdm. ertöten
seine Schaffensfreude war ertötet
der Kummer, das Unglück, die Angst ertötete seine Freude
die Langeweile ertötete ihre Liebe
Seine Leidenschaft war so übermächtig, daß sie das Gewissen in ihm ertötete [ZahnIndergand167]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tot · töten · Tötung · abtöten · ertöten · Totenbahre · Totenbett · Totengräber · Totenkopf
tot Adj. ‘gestorben, nicht mehr am Leben, öde, unbelebt, leer’, ahd. (8. Jh.), mhd. tōt, asächs. dōd, mnd. dōt, mnl. doot, nl. dood, aengl. dēad, engl. dead, anord. dauðr, schwed. död, got. dauþs, germ. *dauda- beruht auf einer Partizipialbildung mit to-Suffix (s. auch ↗alt, ↗kalt) und gehört im Sinne von ‘gestorben’ zu einem im Nhd. untergegangenen Verb für ‘sterben’, belegt in ahd. touwen (9. Jh.), tewen (10. Jh.), mhd. töuwen, touwen, asächs. dōian, mnl. doyen, douwen, (stark flektierend) anord. deyja und (ablautend) got. *diwan (Part. Prät. diwanō). Zieht man aslaw. daviti ‘würgen, erwürgen’, russ. davít’ (давить) ‘drücken, pressen, würgen’ und air. duine, kymr. dyn ‘Mensch’ (‘Sterblicher’) sowie (unsicher) lat. fūnus ‘Leichenbegängnis, Bestattung’ (aus *dheu̯(e)nos ‘auf den Tod bezügliche Erweisung’?) heran, so kann von einer Wurzel ie. *dheu- ‘hinschwinden, bewußtlos werden, sterben’ ausgegangen werden. töten Vb. ‘gewaltsam ums Leben bringen, vernichten, zerstören’, ahd. tōden (um 1000), mhd. tœten, tœden, asächs. bidōdian, mnd. dȫden, mnl. dōden, nl. doden, aengl. ādȳdan, anord. deyða, schwed. döda, got. gadauþjan ‘töten’ ist Faktitivum zum Adjektiv im Sinne von ‘tot machen, den Tod herbeiführen’. Tötung f. ‘Totschlag’, mhd. tœtunge. abtöten Vb. ‘töten, vernichten’ (heute vielfach von Mikroorganismen), ‘empfindungslos machen, unterdrücken’ (15. Jh.); vgl. got. afdauþjan. ertöten Vb. ‘(etw. in sich, jmdm.) abtöten, zum Absterben bringen, ersticken’, ahd. irtōden (um 1000), mhd. ertœten ‘töten’; seit dem 18. Jh. im heutigen Sinne gebraucht. Totenbahre f. ‘Gestell, auf dem der Sarg während der Trauerfeier steht’, spätmhd. tōtenbāre. Totenbett n. ‘Sterbebett, -lager’, mhd. tōtbette. Totengräber m. (15. Jh.). Totenkopf m. (15. Jh.); vgl. mhd. tōtenhoubet.

Verwendungsbeispiele für ›ertöten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man kann sie nicht zerstreuen, auch läßt sie sich nicht durch Gifte und Drogen ertöten.
Die Zeit, 29.10.1953, Nr. 44
Sie hat verheerend gewirkt und das angeborene Schriftgefühl in Hunderttausenden von Deutschen ertötet.
Der Angriff, 09.01.1931
Die Gesetzmäßigkeit in der Welt, in unserem Dasein kann und braucht das religiöse Empfinden nicht zu ertöten.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 265
Im Gegenteil, das natürliche Ehrgefühl des Mannes wird durch eine derartige unwürdige Behandlung planmäßig abgestumpft und ertötet.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Alles Laute und Rohe sollten wir meiden, damit die seine Stimme in uns nicht ertötet würde.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6789
Zitationshilfe
„ertöten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ert%C3%B6ten>, abgerufen am 06.04.2020.

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