ertappen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunger-tap-pen
Grundformtappen
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdn., sich bei heimlichem oder verbotenem Tun überraschen
Beispiele:
jmdn. auf frischer Tat, in flagranti ertappen
er wurde dabei ertappt, als er ein Auto aufbrach
jmdn. bei einem Diebstahl ertappen
sich, jmdn. bei einer Lüge, Unwahrheit ertappen
sich bei, in einem Gedanken ertappen
er ertappte sich dabei, dass er immer wieder dasselbe Wort gebrauchte, immer an diesen Vorfall dachte
sich ertappt fühlen
er stand da wie ein ertappter Sünder
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tapp · tappen · tapen · ertappen · tapsen · Taps · Tappe · täppisch · tapperig · taprig · Tap(p)ergreis
tapp Interjektion lautmalend für ein leichtes, unsicheres Aufsetzen von Fuß oder Pfote, oft in der Doppelung tapp tapp oder mit Sekundärablaut tipp tapp (19. Jh., doch gewiß älter). Davon abgeleitet mit wechselnder Vokalquantität tappen, tapen Vb. ‘plump auftreten oder gehen, ungeschickt, unbeholfen, tastend gehen und umherfühlen’, spätmhd. tāpen, nhd. tappen (16. Jh., im tunkeln tappen Luther; vgl. auch frühnhd. betappen ‘betasten’, 15. Jh.). ertappen Vb. ‘aufspüren, bei Verbotenem ergreifen, erwischen, überraschen’ (16. Jh.). Dazu das Intensivum tapsen Vb. ‘plump und schwerfällig gehen’ (dapsen, 17. Jh.). Taps m. ‘schwerfälliger, täppischer Kerl’ (18. Jh.). Tappe f. (heute nur noch mundartlich, auch Tape f., Tapen n.) ‘Pfote, Tatze, deren Spur im Boden’, frühnhd. tappe, dappe, mhd. tāpe; verhochdeutscht (selten) Tapfe (Anfang 17. Jh.), auch Tapp, Tappe m. ‘Schlag, Klaps’ (16. Jh.). täppisch Adj. ‘schwerfällig, unbeholfen, plump, linkisch’, mhd. tæpisch. tapperig, taprig Adj. ‘unbeholfen, unsicher’ (19. Jh.). Tap(p)ergreis m. ‘alter, gebrechlicher Mensch’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandes) habhaft werden · auffliegen lassen · ↗aufgreifen · ↗ausheben · ↗ergreifen · ertappen · ↗erwischen · ↗fangen · ↗fassen · ↗festnehmen · ↗greifen · hochgehen lassen · ↗stellen · ↗verhaften · zu fassen kriegen  ●  (jemandem) das Handwerk legen  fig. · ↗(wieder) einkassieren  ugs., salopp, fig. · am Schlafittchen packen  ugs. · arripieren  geh., veraltet · ↗aufbringen (Schiff)  fachspr., Jargon · ↗hochnehmen  ugs. · ↗hoppnehmen  ugs. · ↗hopsnehmen  ugs. · ↗kaschen  ugs. · ↗kassieren  ugs. · ↗kriegen  ugs. · ↗packen  ugs. · ↗schnappen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
ertappen (bei) · ↗erwischen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alkoholsünder Autodieb Autoknacker Dieb Diebstahl Ehebruch Einbrecher Graffiti-Sprayer Kontrolleur Ladendieb Ladendiebstahl Lügen Mogeln Polizeistreife Promille Schwarzfahren Schwarzfahrer Seitensprung Sprayer Stehlen Sünder Taschendieb Tat Temposünder Verkehrskontrolle Verkehrssünder Zivilfahnder Zivilstreife dabei in flagranti

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ertappen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es wird ihm nicht peinlich sein, beim Lügen ertappt zu werden.
Süddeutsche Zeitung, 05.02.2001
Am Ende kann eine solche Vorgehensweise billiger sein, als darauf zu hoffen, nicht ertappt zu werden.
Der Tagesspiegel, 09.04.1999
Es ist tief schmerzhaft, aber belehrend, sich selbst beim Stilisieren, beim Lügen zu ertappen.
Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 296
Wenn ich niemals vor anderen Kunst gesimpelt habe, so ertappe ich mich vor mir selbst, Kunst zu simpeln.
Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 29305
Dann schlich ich lautlos davon, als fürchtete ich, ertappt zu werden.
Trakl, Georg: Traumland. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1906], S. 10967
Zitationshilfe
„ertappen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ertappen>, abgerufen am 21.02.2019.

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