Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ertrinken

Grammatik Verb · ertrinkt, ertrank, ist ertrunken
Aussprache 
Worttrennung er-trin-ken
Wortzerlegung er- trinken
Wortbildung  mit ›ertrinken‹ als Grundform: Ertrinken  ·  formal verwandt mit: Ertrinkende
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
jmd. ertrinkt in etw., irgendwoim Wasser, in einer Flüssigkeit untergehen und dadurch ums Leben, zu Tode kommen, sterben
Beispiele:
Im Angebot sind auch feine Netze zum Bedecken von Wasserkrügen, damit kein Käfer hineinkrabbeln und womöglich ertrinken kann. [Welt am Sonntag, 31.03.2019, Nr. 13]
Ob der Stromschlag tödlich war oder ob das Mädchen bewusstlos in der Wanne ertrank, steht noch nicht fest. [Bild, 21.03.2019]
Seit Beginn der christlichen Seefahrt sind dort [am Kap Horn] rund 800 Schiffe untergegangen, 10000 Seeleute ertranken in den Fluten. [Neue Zürcher Zeitung, 31.12.2012]
Nachdem am 31. März 1899 drei Gymnasiasten im Müggelsee ertrunken waren, wurde vier Wochen später in Rahnsdorf die »Rettungsgesellschaft der Wassersportvereine« für Berlin und Umgebung aus der Taufe gehoben[…]. [Berliner Zeitung, 28.12.1995]
Die Opfer starben bei Häusereinstürzen oder ertranken in den Fluten der über die Ufer getretenen Flüsse. [Neues Deutschland, 20.09.1985]
bildlich Der Ruhrbergbau klagt, daß die deutsche Kohle in […] fremdländischem Öl ertrinke. [Der Spiegel, 28.07.1965, Nr. 31]
2.
jmd. ertrinkt in etw.zu viel von einer Sache haben, von einem Überfluss erdrückt werden
Beispiele:
Jetzt stöhnen wir unter Bergen von Zucker, Butter und Getreide, meinen in Seen von Wein und Milch zu ertrinken. [Die Zeit, 01.11.1985, Nr. 45]
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ertrinkt in Arbeit. [Bild am Sonntag, 27.05.2018, Nr. 21]
»Die Mitglieder des Bundesrates ertrinken heute in den Tagesgeschäften«, […]. [Süddeutsche Zeitung, 29.12.1995]
Brauereien ertrinken in der Dosenflut. [Süddeutsche Zeitung, 19.12.1995]
Die Amerikaner haben erst angesichts der steigenden Flut von Anträgen auf Schutz gegen Einfuhren, in der der Kongreß förmlich ertrinkt, kapituliert und einen grundlegenden Positionswandel für nötig gehalten. [Die Zeit, 25.10.1985, Nr. 44]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trinken · Trinker · Trinkgeld · Trinkspruch · betrinken · betrunken · ertrinken
trinken Vb. ‘Flüssigkeit zu sich nehmen’, ahd. trinkan (8. Jh.), mhd. trinken, asächs. drinkan, mnd. drinken, auch ‘ertrinken’, mnl. nl. drinken, afries. drinka, aengl. drincan, engl. to drink, anord. drekka, schwed. dricka, got. drigkan, germ. *drenkan. Gesicherte außergerm. Anknüpfungen fehlen. Zweifelhaft ist daher auch der Versuch, das gemeingerm. starke Verb als nasalierte Form mit aind. dhrájati ‘gleitet dahin, bewegt sich, fliegt’ zu verbinden und auf eine Wurzel ie. *dhreg̑- ‘ziehen, dahinziehen, gleiten, streifen’, ausgehend von einer Bedeutung ‘mit dem Mund ziehen, einen Zug machen’, zurückzuführen. Handelt es sich (nach de Vries Nl. 137) um ein Substratwort? – Trinker m. ‘wer trinkt’, besonders ‘wer regelmäßig und zuviel Alkohol trinkt’, ahd. trinkāri (11. Jh.), mhd. trinkære, trinker ‘Trinker, Säufer’, Nomen agentis zum Verb. Trinkgeld n. ‘Geldsumme, die als Dank für erwiesene Dienste oder über den verlangten Preis hinaus (eigentlich zum Vertrinken) gegeben wird’, mhd. trincgelt ‘Zeche für Getränke, Zechschuld, Geld zum Vertrinken als Belohnung’; auch (seit 1. Hälfte 18. Jh.) ‘Entgelt, dessen Geringfügigkeit im Widerspruch zum geleisteten Dienst steht’. Trinkspruch m. ‘bei festlichem Anlaß vorgetragener Spruch bzw. kurze Rede, die mit einem gemeinsamen Schluck Alkohol bekräftigt wird’ (um 1800). betrinken Vb. reflexiv ‘sich durch Genuß von Alkohol berauschen’ (16. Jh.), mhd. betrinken ‘aus etw. trinken’; betrunken Part.adj. ‘stark berauscht’ (1. Hälfte 17. Jh.), älteres trunken (s. d.) ablösend. ertrinken Vb. ‘im Wasser umkommen’, ahd. irtrinkan (9. Jh.), mhd. ertrinken, auch ‘austrinken, trinken’.

Thesaurus

Synonymgruppe
den nassen Tod erleiden · den nassen Tod finden · ersaufen · in den Fluten umkommen · untergehen  ●  ertrinken  Hauptform · absaufen  ugs. · versaufen  derb
Oberbegriffe
  • (jemandem) schlägt die Stunde · (jemandes) letztes Stündlein hat geschlagen · (seinen) letzten Atemzug tun · ableben · das Zeitliche segnen · erlöschen · in die ewigen Jagdgründe eingehen · verdämmern · verscheiden · versterben · wegsterben  ●  (die) Augen für immer schließen verhüllend · (die) Reihen lichten sich fig. · abtreten fig. · aus dem Leben scheiden fig. · davongehen fig. · entschlafen fig., verhüllend · fallen militärisch · gehen verhüllend · heimgehen fig., verhüllend · sanft entschlafen verhüllend, fig. · seinen letzten Gang gehen fig. · sterben Hauptform · uns verlassen verhüllend · vom Stangerl fallen fig., bairisch · von der Bühne (des Lebens) abtreten fig. · von uns gehen fig. · (den) Arsch zukneifen vulg., fig. · (den) Löffel abgeben ugs., fig., salopp · (seine) letzte Fahrt antreten ugs., fig. · dahingehen geh., verhüllend · dahingerafft werden (von) ugs. · dahinscheiden geh., verhüllend · den Geist aufgeben ugs. · den Weg allen Fleisches gehen geh. · die Grätsche machen ugs., salopp · die Hufe hochreißen derb, fig. · dran glauben (müssen) ugs. · in die Ewigkeit abberufen werden geh., fig. · in die Grube fahren ugs., fig. · in die Grube gehen ugs. · ins Grab sinken geh., fig. · ins Gras beißen ugs., fig. · sein Leben aushauchen geh. · seinen Geist aufgeben ugs. · seinen Geist aushauchen geh. · vor seinen Richter treten geh., religiös, fig. · vor seinen Schöpfer treten geh., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›ertrinken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ertrinken‹.

Zitationshilfe
„ertrinken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ertrinken>.

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