Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

eruptiv

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung erup-tiv
Wortbildung  mit ›eruptiv‹ als Erstglied: Eruptivgestein
Herkunft Latein

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [Geologie] durch Eruption entstanden
  2. 2. [gehoben] wie eine Eruption wirkend
eWDG

Bedeutungen

1.
Geologie durch Eruption entstanden
Beispiel:
eruptives Gestein
2.
gehoben wie eine Eruption wirkend
Beispiele:
die ungeheure eruptive Kraft seiner [Balzacs] Produktion, die ständig … feurige Masse herausschleudert, Menschen, Gestalten, Schicksale [ St. ZweigBalzac70]
[er] war seltsam unausgeglichen, eruptiv, voller innerer Gegensätze [ Weiskopf4,508]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eruption · eruptiv · Eruptivgestein
Eruption f. ‘explosionsartiger Ausbruch’ (17. Jh.), in der Geologie ‘vulkanischer Ausbruch’, in der Medizin ‘Ausbruch einer Hautkrankheit, Hautausschlag’ (beide 18. Jh.), in der Astronomie ‘Strahlungsausbruch auf der Sonne’ (20. Jh.), aus lat. ēruptio (Genitiv ēruptiōnis) ‘das Hervorbrechen, Ausbruch’ sowie (bei den römischen Ärzten) ‘Hautausschlag’, zu lat. ērumpere (ēruptum) ‘heraus-, hervor-, ausbrechen’; lat. rumpere (ruptum) ‘(zer)brechen, zerreißen, zerspringen’ und ex- (s. d.). eruptiv Adj. ‘durch vulkanische Explosion entstanden’, übertragen ‘hervorbrechend, heftig wirkend’ (19. Jh.); vgl. frz. éruptif (18. Jh.). Eruptivgestein n. ‘Gestein vulkanischen Ursprungs’ (2. Hälfte 19. Jh.), anfangs auch Eruptionsgestein.

Thesaurus

Synonymgruppe
(plötzlich) aufflackernd · ausbrechend · hervorbrechend  ●  eruptiv  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
abrupt · jäh · mit einem Mal · ohne Übergang · ohne Überleitung · schlagartig · unvermittelt · unversehens · urplötzlich · völlig überraschend · wie aus dem Boden gewachsen · wie aus dem Nichts · wie vom Blitz getroffen · übergangslos  ●  aus heiterem Himmel  fig. · mit einem Schlag  fig. · plötzlich  Hauptform · plötzlich und unerwartet  floskelhaft · über Nacht  auch figurativ · auf einmal  ugs. · eruptiv  geh. · jählings  geh., veraltend · miteins (lit.)  geh., veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›eruptiv‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›eruptiv‹.

Verwendungsbeispiele für ›eruptiv‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was bis dahin evolutionär nicht erreicht sei, werde sich eruptiv Bahn brechen. [Die Zeit, 06.10.2005, Nr. 41]
Neben den erschreckend eruptiven Bildern haben es jedoch die leisen Momente besonders in sich. [Der Tagesspiegel, 08.10.2001]
Die Bewegungen sind hart, direkt, sportiv und athletisch, sie entladen sich eruptiv. [Süddeutsche Zeitung, 23.04.1996]
Solch eruptive, existentielle und aufrührerische Arbeiten, die sehr viel auch von einer inneren Haltung preisgeben, hat er bisher vor der Öffentlichkeit zurückgehalten. [Süddeutsche Zeitung, 30.03.1995]
Von der eruptiven Leidenschaft der ersten Periode ist nichts mehr übrig. [Ringbom, Nils-Eric: Sibelius. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 3684]
Zitationshilfe
„eruptiv“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/eruptiv>.

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