erwählen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunger-wäh-len (computergeneriert)
Grundformwählen
Wortbildung mit ›erwählen‹ als Erstglied: ↗Erwählung  ·  mit ›erwählen‹ als Letztglied: ↗auserwählen
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben
1.
jmdn., etw. auswählen, sich für jmdn., etw. entscheiden
Beispiele:
jmdn. in seinem Herzen erwählen
sie ist seine Erwählte (= Geliebte)
Du hast das beßre Teil erwählt (= gewählt) [SchillerStuartV 6]
übertragen
Beispiel:
Viele sind erwählt, aber wenige sind berufen [G. KellerKammacher6,225]
2.
jmdn., etw. durch Abstimmung wählen
Beispiele:
jmdn. zum Senator erwählen
Päpste dürfen daselbst [in Cluny] nicht erwählt werden [le FortPapst181]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wählen · Wahl · Wahlverwandtschaft · Wahlspruch · erwählen · Wähler · wählerisch
wählen Vb. ‘(unter mehreren Möglichkeiten) aussuchen, nach eigenem Ermessen bestimmen’, ahd. wellen (8. Jh.), mhd. weln, wel(l)en, anord. velja, schwed. välja, got. waljan ist zu der unter ↗wollen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *u̯el- ‘wollen, wählen’ gebildet. Ahd. wellen (aus germ. *waljan) tritt auch als Infinitiv in das Paradigma des unter ↗wollen behandelten Verbs ein. Wahl f. ‘Möglichkeit, unter mehreren auszusuchen, Bestimmung nach eigenem Ermessen, nach freiem Entschluß’, ahd. wala (9. Jh.), mhd. wal(e), im Genus abweichend anord. val n., schwed. val n.; Bildung zum Verb. Wahlverwandtschaft f. das Bestreben chemischer Stoffe, eine Verbindung einzugehen, ein Übersetzungswort, zuerst (Weigel 1779) für attractio electiva, dann für lat. affīnitas (s. ↗Affinität). Seit Goethe (Die Wahlverwandtschaften 1809) in übertragenem Sinne ‘Verbundenheit in innerer Übereinstimmung’. Wahlspruch m. ‘Motto, Devise’ (1648, Zesen). erwählen Vb. ‘aussuchen, durch Wahl bestimmen’, ahd. irwellen (um 800), mhd. erweln, erwellen. Wähler m. mhd. welære, wel(l)er ‘wer jmdn. in ein Amt wählt’, zuerst von den den König wählenden Kurfürsten. wählerisch Adj. ‘sorgfältig auswählend, schwer zufriedenzustellen, verwöhnt’ (Ende 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aussuchen · ↗auswählen · erwählen · ↗küren · ↗optieren (für) · wählen  ●  ↗auserwählen  geh. · ↗erkiesen (Partizip 2 = erkoren)  geh., veraltet · ↗kiesen (Partizip 2 = gekoren)  geh., veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Apostel Austragungsort Begleiter Berater Beruf Bewerber Braut Feind Führer Gattin Gott Heimat Jury Kandidat König Königin Nachfolger Papst Partner Regisseur Residenz Symbol Volk Vorbild Weib auserwählen ausgerechnet du ihr verwerfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erwählen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie hat den Mann erwählt, also muss er es wert sein.
Süddeutsche Zeitung, 10.11.1999
Und welche sollten wir uns erwählen für unseren faulen Tag?
Die Zeit, 24.04.1981, Nr. 18
Jedenfalls haben sich in unseren Tagen ehrenwerte Männer das Kochen zum Hobby erwählt.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 242
Lustig ist das alles nicht - ich glaube: Du hast den bessern Teil erwählt.
Tucholsky, Kurt: An Fritz Tucholsky, 05.12.1935. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1935], S. 16631
Einen jungen Arzt, der auf der Fläche ihres Lebens irgendwo auftauchte, erwählte sie sich endlich.
Meisel-Hess, Grete: Die Intellektuellen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 10964
Zitationshilfe
„erwählen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erwählen>, abgerufen am 19.02.2019.

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