Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

erwachsen

Grammatik Verb · erwächst, erwuchs, ist erwachsen
Aussprache 
Worttrennung er-wach-sen
Wortzerlegung er- wachsen1
Wortbildung  mit ›erwachsen‹ als Grundform: erwachsen2
eWDG

Bedeutungen

1.
allmählich (aus etw.) entstehen, sich herausbilden
Beispiele:
das Gebäude ist aus einem Kloster erwachsen
die Siedlung erwächst dort, wo sich früher ein Truppenübungsplatz befand
die Erzählung ist auf dem Boden dieses Dorfes erwachsen
ein Gerücht, eine Meinung erwächst
sein Aufsatz ist aus einem Vortrag erwachsen
Sehr langsam also … sind auf deutschem Boden im 19. Jahrhundert die Parteien erwachsen [ LamprechtDt. Geschichte10,439]
was uns auf der Erde an Freuden erwächst [ HardenKöpfe275]
etw. erwächst (jmdm.) aus etw.aus einer Sache ergibt sich (für jmdn.) etw., etw. hat etw. zur Folge
Beispiele:
daraus können Unannehmlichkeiten erwachsen
daraus erwächst ihm nur Leid
aus etw. erwachsen jmdm. Schwierigkeiten, Vorteile
aus dieser Stellung erwachsen ihm große, neue Verpflichtungen, Aufgaben
hatte er befürchtet, daß ihm daraus eine persönliche Bedrohung erwachsen könnte [ R. BartschGeliebt463]
2.
veraltet sich bis zur völligen Größe entwickeln, heranwachsen
Beispiele:
Wenn dieses [Kind] zum Mann erwächst [ le FortPapst112]
Einhart würde so … allmählich zum Gesellen erwachsen [ C. Hauptm.Einhart1,96]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wachsen2 · erwachsen · nachwachsen · Nachwuchs · zuwachsen · Zuwachs · Wachstum
wachsen2 Vb. ‘größer werden, zunehmen, sich entwickeln’. Das gemeingerm., stark flektierende Verb ahd. wahsan (8. Jh.), mhd. wahsen, asächs. wahsan, mnd. mnl. nl. wassen, aengl. weaxan, engl. to wax, anord. vaxa, schwed. växa und got. (mit j-Präsens) wahsjan ist verwandt mit aind. vakṣ- ‘wachsen’, úkṣati ‘wächst’, Perf. vavákṣa, griech. aéxein (ἀέξειν) ‘mehren, fördern, wachsen’ sowie (schwundstufig) griech. auxánein (αὐξάνειν) ‘wachsen machen, vermehren’, lat. auxilium ‘Hilfe’, lit. áukštas ‘hoch’ und läßt sich mit diesen auf eine s-Erweiterung der Wurzel ie. *(a)u̯eg-, *aug- ‘vermehren, zunehmen’ zurückführen, zu deren Dehnstufe *u̯ōg- die unter Wucher (s. d.) genannten Wortformen gehören. – erwachsen Vb. ‘heranwachsen, entstehen’, ahd. irwahsan (um 800), mhd. erwahsen, häufig im Part. Prät., das bereits ahd. adjektivisch im Sinne von ‘herangewachsen, aus dem Kindesalter herausgetreten, zur Reife gelangt’ gebraucht wird. nachwachsen Vb. ‘(nach Verlust) erneut heranwachsen’ (17. Jh.). Nachwuchs m. ‘Nachkommenschaft’ (19. Jh.). zuwachsen Vb. ‘eine Öffnung wachsend verschließen, zusammenwachsen’, mhd. zuowahsen; ‘sich wachsend vermehren’ (16. Jh.); Zuwachs m. ‘Vermehrung, Vergrößerung’, militärisch ‘Ersatz’ (Ende 16. Jh.). Wachstum n. ‘gedeihliche Entwicklung (von Pflanzen), das Heranwachsen, Entwicklung’, spätmhd. wahstuom, auch ‘Fruchtertrag’.

Typische Verbindungen zu ›erwachsen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erwachsen‹.

Verwendungsbeispiele für ›erwachsen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man kann einen erwachsenen Mann dazu zwingen, sich die Haare zu stutzen. [Schulz, Johannes: Erziehung zum Untertan. In: Haug, Hans-Jürgen u. Maessen, Hubert (Hgg.) Kriegsdienstverweigerer – Gegen die Militarisierung der Gesellschaft, Frankfurt a. M.: Fischer 1971, S. 24]
Wenn diese ihren Hunger gestillt haben, fallen auch die erwachsenen Tiere über das mitgebrachte Futter her. [Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 155]
Mindestens zehn erwachsene männliche Juden sind erforderlich, um bestimmte rituelle Handlungen vornehmen zu können. [Die Zeit, 12.04.1996, Nr. 16]
Wie sehr er sich auch verstellt, seinen erwachsenen Ambitionen entrinnt er nicht. [konkret, 1994]
In diesem Kampfe sind der griechischen Kirche ihre großen Führer erwachsen. [Lietzmann, H. u. Aland, K.: Altchristliche Kirche. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 6146]
Zitationshilfe
„erwachsen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erwachsen#1>.

Weitere Informationen …

erwachsen

Grammatik partizipiales Adjektiv · Komparativ: erwachsener · Superlativ: am erwachsensten
Aussprache 
Worttrennung er-wach-sen
Grundformerwachsen1
Wortbildung  mit ›erwachsen‹ als Erstglied: Erwachsensein · Erwachsenwerden  ·  mit ›erwachsen‹ als Letztglied: halb erwachsen · halberwachsen · unerwachsen
 ·  mit ›erwachsen‹ als Grundform: Erwachsene
eWDG

Bedeutung

aus dem Kindesalter herausgewachsen, groß und selbstständig
Beispiele:
ein erwachsener Mensch
sie ist bereits erwachsen, sieht schon sehr erwachsen aus
er hat eine erwachsene Tochter
er hatte den unbändigen Wunsch, erwachsen zu sein
Was für eine Erleichterung, erwachsen und Herr seiner Schritte zu sein [ KaschnitzHaus87]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wachsen2 · erwachsen · nachwachsen · Nachwuchs · zuwachsen · Zuwachs · Wachstum
wachsen2 Vb. ‘größer werden, zunehmen, sich entwickeln’. Das gemeingerm., stark flektierende Verb ahd. wahsan (8. Jh.), mhd. wahsen, asächs. wahsan, mnd. mnl. nl. wassen, aengl. weaxan, engl. to wax, anord. vaxa, schwed. växa und got. (mit j-Präsens) wahsjan ist verwandt mit aind. vakṣ- ‘wachsen’, úkṣati ‘wächst’, Perf. vavákṣa, griech. aéxein (ἀέξειν) ‘mehren, fördern, wachsen’ sowie (schwundstufig) griech. auxánein (αὐξάνειν) ‘wachsen machen, vermehren’, lat. auxilium ‘Hilfe’, lit. áukštas ‘hoch’ und läßt sich mit diesen auf eine s-Erweiterung der Wurzel ie. *(a)u̯eg-, *aug- ‘vermehren, zunehmen’ zurückführen, zu deren Dehnstufe *u̯ōg- die unter Wucher (s. d.) genannten Wortformen gehören. – erwachsen Vb. ‘heranwachsen, entstehen’, ahd. irwahsan (um 800), mhd. erwahsen, häufig im Part. Prät., das bereits ahd. adjektivisch im Sinne von ‘herangewachsen, aus dem Kindesalter herausgetreten, zur Reife gelangt’ gebraucht wird. nachwachsen Vb. ‘(nach Verlust) erneut heranwachsen’ (17. Jh.). Nachwuchs m. ‘Nachkommenschaft’ (19. Jh.). zuwachsen Vb. ‘eine Öffnung wachsend verschließen, zusammenwachsen’, mhd. zuowahsen; ‘sich wachsend vermehren’ (16. Jh.); Zuwachs m. ‘Vermehrung, Vergrößerung’, militärisch ‘Ersatz’ (Ende 16. Jh.). Wachstum n. ‘gedeihliche Entwicklung (von Pflanzen), das Heranwachsen, Entwicklung’, spätmhd. wahstuom, auch ‘Fruchtertrag’.

Typische Verbindungen zu ›erwachsen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erwachsen‹.

Verwendungsbeispiele für ›erwachsen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man kann einen erwachsenen Mann dazu zwingen, sich die Haare zu stutzen. [Schulz, Johannes: Erziehung zum Untertan. In: Haug, Hans-Jürgen u. Maessen, Hubert (Hgg.) Kriegsdienstverweigerer – Gegen die Militarisierung der Gesellschaft, Frankfurt a. M.: Fischer 1971, S. 24]
Wenn diese ihren Hunger gestillt haben, fallen auch die erwachsenen Tiere über das mitgebrachte Futter her. [Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 155]
Mindestens zehn erwachsene männliche Juden sind erforderlich, um bestimmte rituelle Handlungen vornehmen zu können. [Die Zeit, 12.04.1996, Nr. 16]
Wie sehr er sich auch verstellt, seinen erwachsenen Ambitionen entrinnt er nicht. [konkret, 1994]
In diesem Kampfe sind der griechischen Kirche ihre großen Führer erwachsen. [Lietzmann, H. u. Aland, K.: Altchristliche Kirche. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 6146]
Zitationshilfe
„erwachsen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erwachsen#2>.

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