erz-

GrammatikAffix
Wortbildung mit ›erz-‹ als Erstglied: ↗Erzamt · ↗Erzbetrüger · ↗Erzbischof · ↗Erzbistum · ↗Erzbösewicht · ↗Erzdemokrat · ↗Erzdiakon · ↗Erzdiözese · ↗Erzdummheit · ↗Erzengel · ↗Erzfeind · ↗Erzfeindschaft · ↗Erzgauner · ↗Erzgrobian · ↗Erzhalunke · ↗Erzherzog · ↗Erzkanzler · ↗Erzkatholik · ↗Erzknauser · ↗Erzknicker · ↗Erzlump · ↗Erzlügner · ↗Erzmarschall · ↗Erznazi · ↗Erzpedant · ↗Erzpriester · ↗Erzreaktionär · ↗Erzrebell · ↗Erzrivale · ↗Erzrivalin · ↗Erzsauerei · ↗Erzschalk · ↗Erzschelm · ↗Erzschurke · ↗Erzschurkin · ↗Erzstift · ↗Erzvater · ↗Erzübel · ↗erzdumm · ↗erzfaul · ↗erzfremd · ↗erzgescheit · ↗erzkatholisch · ↗erzkonservativ · ↗erzreaktionär
eWDG, 1967

Bedeutungen

a)
drückt einen hohen Rang aus
b)
abwertend drückt eine Verstärkung aus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Erz- Bestimmungswort in Zusammensetzungen zur Bezeichnung eines hohen Ranges. Zugrunde liegt die Kompositionsform griech. arch(i)- (ἀρχ(ι)-) ‘Ober-, Haupt-, Erz-’ (s. ↗Architekt, ↗Arzt), zu griech. árchein (ἄρχειν) ‘der erste sein, vorangehen, anfangen, herrschen’, archós (ἀρχός) ‘Führer, Anführer’. Durch die Kirchensprache werden dem Dt. eine Reihe griech.-lat. Komposita mit diesem Bestimmungswort vermittelt. Das erste Kompositionsglied griech.-lat. archi-, mlat. auch arci-, wird in ahd. erzi-, mhd. erz(e)- entlehnt, das zweite erscheint im Dt. in der Form, in der auch das Simplex wiedergegeben wird (vgl. entsprechend mnd. erse-, mnl. erts-, nl. aarts-, aengl. arce-, erce-, engl. arch-, anord. erki-, got. ark-). Zu den frühesten Entlehnungen zählen Erzbischof (s. ↗Bischof), Erzpriester (ahd. erzipriester, Hs. 12. Jh.; s. ↗Priester), kirchenlat. archiepiscopus, archipresbyter, Erzvater (ahd. erzifater, Hs. 12. Jh.), mlat. archipater (statt des üblicheren kirchenlat. patriarcha, patriarchēs, s. ↗Patriarch). Aus dem weltlichen Bereich kommen im 14. Jh. Erzkämmerer, Erzkanzler hinzu, im 15. Jh. Erzherzog als Titel österreichischer Fürsten, Übersetzungen von mlat. archicamerarius, archi-, arcicancellarius, archidux. Seit dem 16. Jh. wird Erz- im Dt. als verstärkendes, steigerndes Kompositionsglied produktiv; vgl. Erzschelm und (bei Luther) Erzbösewicht, Erzfeind, Erzlügner, später Erzgauner, Erzlump, Erzschurke, auch adjektivisch erzdumm, erzfaul, erzkonservativ.
Zitationshilfe
„erz-“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erz->, abgerufen am 29.01.2020.

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