Bedeutungsübersicht+

  1. a) drückt einen hohen Rang aus
  2. b) [abwertend] drückt eine Verstärkung aus
eWDG

Bedeutungen

a)
drückt einen hohen Rang aus
b)
abwertend drückt eine Verstärkung aus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Erz- Bestimmungswort in Zusammensetzungen zur Bezeichnung eines hohen Ranges. Zugrunde liegt die Kompositionsform griech. arch(i)- (ἀρχ(ι)-) ‘Ober-, Haupt-, Erz-’ (s. Architekt, Arzt), zu griech. árchein (ἄρχειν) ‘der erste sein, vorangehen, anfangen, herrschen’, archós (ἀρχός) ‘Führer, Anführer’. Durch die Kirchensprache werden dem Dt. eine Reihe griech.-lat. Komposita mit diesem Bestimmungswort vermittelt. Das erste Kompositionsglied griech.-lat. archi-, mlat. auch arci-, wird in ahd. erzi-, mhd. erz(e)- entlehnt, das zweite erscheint im Dt. in der Form, in der auch das Simplex wiedergegeben wird (vgl. entsprechend mnd. erse-, mnl. erts-, nl. aarts-, aengl. arce-, erce-, engl. arch-, anord. erki-, got. ark-). Zu den frühesten Entlehnungen zählen Erzbischof (s. Bischof), Erzpriester (ahd. erzipriester, Hs. 12. Jh.; s. Priester), kirchenlat. archiepiscopus, archipresbyter, Erzvater (ahd. erzifater, Hs. 12. Jh.), mlat. archipater (statt des üblicheren kirchenlat. patriarcha, patriarchēs, s. Patriarch). Aus dem weltlichen Bereich kommen im 14. Jh. Erzkämmerer, Erzkanzler hinzu, im 15. Jh. Erzherzog als Titel österreichischer Fürsten, Übersetzungen von mlat. archicamerarius, archi-, arcicancellarius, archidux. Seit dem 16. Jh. wird Erz- im Dt. als verstärkendes, steigerndes Kompositionsglied produktiv; vgl. Erzschelm und (bei Luther) Erzbösewicht, Erzfeind, Erzlügner, später Erzgauner, Erzlump, Erzschurke, auch adjektivisch erzdumm, erzfaul, erzkonservativ.
Zitationshilfe
„erz-“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erz->, abgerufen am 24.01.2022.

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