erzen

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunger-zen (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben aus Erz
Beispiel:
eine erzene Glocke
übertragen
Beispiele:
der erzene (= klare und feste) Klang seiner Stimme
eine erzene Stimme
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Erz · erzen
Erz n. ‘Metall enthaltendes Mineral’, ahd. aruz m. ‘Roherz, Erzklumpen’ (9. Jh.), aruzzi, arizzi n., auch ‘verarbeitetes Erz, Stahl’ (10. Jh.), mhd. arze, erze, asächs. arut. Weitere germ. Anknüpfungen fehlen; die Verbindung mit anord. ørtog, ertog, ærtog ‘kleine Münze’ (aus *aruti-taugō ‘Erzfaden’?) bleibt zweifelhaft. Keine Verwandtschaft besteht mit der alten, im Nhd. untergegangenen Bezeichnung für ‘Erz, Metall’ ahd. ēr, mhd. ēr(e) (s. ↗ehern). Herkunft ist dunkel; am ehesten ist in vorhistorischer Zeit vermittelte Entlehnung aus sumer. urud ‘Kupfer’ zu erwägen. Erz gilt vor allem für ‘metallhaltiges Gestein’, entsprechend den daraus zu gewinnenden Metallen oft in Komposita wie Eisen-, Kupfer-, Mangan-, Zinkerz. Früher oft ‘Bronze’, in frühnhd. Zeit auch ‘Kupfergestein’ und ‘Kupfer’. erzen Adj. ‘aus Erz’, im 16. und 17. Jh. ertzin, ertzen; heute selten, üblicher ist ehern.

Thesaurus

Synonymgruppe
'Er' sagen (zu) · (jemanden) erzen · (jemanden) mit 'Er' ansprechen
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›erzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erzen‹.

Verwendungsbeispiele für ›erzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Adenauer bleibt, natürlich, die beherrschende Gestalt, aber er verliert die erzenen Züge des Übervaters.
Die Zeit, 16.10.1981, Nr. 43
Dann vernimmt man des Sohnes Stimme erzen durch das Dunkel.
Sorge, Reinhard Johannes: Der Bettler. In: Bertram, Matthias (Hg.), Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 11152
Das schwere erzene Standbild war seitlich umgesunken und zu Boden gestürzt.
Rosendorfer, Herbert: Großes Solo für Anton, Zürich: Diogenes 2000 [1976], S. 324
Andere Tempel, Tempel aus Stein und Erz, Tempel mit Türmen, in denen erzene Glocken hängen, gibt es nicht.
Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 357
Von Julius Raschdorffs knapp hundertjährigem Dom, Hauptort der Hohenzollern-Gläubigkeit, tönen die erzenen Glockenrufe.
Die Welt, 26.03.2001
Zitationshilfe
„erzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erzen>, abgerufen am 05.04.2020.

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