erzeugen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunger-zeu-gen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›erzeugen‹ als Erstglied: ↗Erzeuger · ↗Erzeugung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
die Entstehung von etw. bewirken
Beispiele:
die Sonne erzeugt Wärme
Druck erzeugt Gegendruck
der Film hat bei den Zuschauern Spannung, Langeweile erzeugt
etw. erzeugt in jmdm. Argwohn, Misstrauen
veraltet ein Kind erzeugen (= zeugen, ins Leben setzen)
die Geschichte zeigt, daß noch jedesmal die Gewalttat von oben die Gewalttat von unten erzeugte [BebelAus meinem Leben638]
sich erzeugen
Beispiel:
Mißverständnisse ... erzeugten sich dann aus sich selbst [JahnnHolzschiff143]
2.
etw. produzieren
a)
etw., besonders landwirtschaftliche Produkte, hervorbringen, gewinnen
Beispiele:
die Genossenschaft erzeugte in diesem Jahr mehr Milch, Eier, landwirtschaftliche Produkte als im Vorjahr
das Werk hat seit seiner Modernisierung mehr Zellstoff, Gummi, Plastik erzeugen können
Strom erzeugen
das Kraftwerk erzeugt so viel Strom, dass eine Großstadt damit versorgt werden kann
b)
österreichisch Gebrauchsgüter herstellen, anfertigen
Beispiel:
Hüte, Handschuhe, Sodawasser, Zementwaren erzeugen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zeugen1 · Zeugung · erzeugen · Erzeuger · Erzeugnis
zeugen1 Vb. ‘herstellen, hervorbringen’ (heute selten), ‘ein Lebewesen entstehen lassen, Kinder hervorbringen’, ahd. giziugōn ‘etw. (als Besitz, Vermögen) nachweisen’, ziugōn ‘zustande bringen’ (um 1000), mhd. ziugen ‘herstellen, (ein Buch) verfassen, anschaffen, ausrüsten, beweisen, Zeugnis ablegen’, mnd. (ge)tǖgen ‘beschaffen, hervorbringen, beweisen, Zeugnis ablegen’, mnl. ghetūghen ‘beschaffen, beweisen, Zeugnis ablegen’, nl. getuigen ‘bezeugen, bekunden’. Das Verb (eigentlich ‘etw. heranschaffen, heranziehen’) ist etymologisch an das unter ↗Zeug (s. d.) behandelte Substantiv anzuschließen. Die alte Bedeutung ‘beschaffen, verfertigen’ tritt im 17. Jh. zurück, hält sich jedoch im Sinne von ‘hervorbringen’ in dichterischer oder gehobener Sprache; allgemein gilt dafür erzeugen (s. unten). Die im Mhd. auftretende Verwendung ‘geschlechtlich hervorbringen’ wird vom 17. Jh. an vorherrschend. In der Rechtssprache übliches zeugen ‘be-, nachweisen, Zeugnis ablegen’ liegt von da an semantisch weit ab und wird als eigenständiges Verb empfunden (s. ↗zeugen). Zeugung f. ‘Fortpflanzung, Keimlegung für Nachkommenschaft’ (16. Jh.), mhd. ziugunge ‘das Machen, Tun’. erzeugen Vb. ‘hervorbringen, herstellen, produzieren’, mhd. erziugen ‘hervorbringen, machen lassen, die Kosten wovon bestreiten, ausrüsten’; Erzeuger m. ‘Hersteller, Produzent’, Erzeugnis n. ‘das Hervorgebrachte, Produkt’ (beide 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anlegen · ↗aufbauen · ↗aufrichten · ↗aufstellen · ↗erbauen · ↗errichten · ↗erstellen · erzeugen · ↗hinstellen · ↗hochziehen · ↗konstruieren · ↗schaffen  ●  ↗hinklotzen  derb
Assoziationen
Synonymgruppe
anfertigen · ↗entwerfen · ↗entwickeln · ↗erschaffen · ↗erstellen · erzeugen · ↗gestalten · ↗hervorbringen · ↗kreieren · ↗produzieren · ↗realisieren · ↗schaffen · ↗schöpfen  ●  ↗formen  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Chemie
Synonymgruppe
bewirken · ↗erschaffen · erzeugen · ↗fabrizieren · ↗formen · ↗herstellen · ↗hervorbringen · ↗synthetisieren
Synonymgruppe
erzeugen · ↗herstellen · ↗produzieren
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atmosphäre Aufbruchstimmung Aufmerksamkeit Code Druck Effekt Eindruck Embryo Energie Gefühl Generator Geräusch Illusion Kilowattstunde Klang Klima Kraftwerk Lärm Magnetfeld Megawatt Reibung Spannung Stimmung Strom Ton Tonne Wasserstoff Wärme künstlich selbst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›erzeugen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im Detail erzeugen die Spannungen zwischen den Kulturen aufregend sinnliche Momente.
Die Welt, 12.12.2003
Er erzeugt jedesmal eine neue Page Impression - das verzerrt die Statistik.
Der Tagesspiegel, 24.11.2000
Es gelang ihnen, in mir ein Bewußtsein von Schuld zu erzeugen.
Hein, Christoph: Drachenblut, Darmstadt: Luchterhand 1983 [1982], S. 67
Man kann sogar mit ihnen mehr Güter erzeugen, als ohne sie.
Schumpeter, Joseph: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, Berlin: Duncker u. Humblot 1997 [1912], S. 237
Das eigene Gesetz des Bewußtseins erzeugt erst das Objekt, nämlich als Objekt des Bewußtseins.
Natorp, Paul: Platons Ideenlehre. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1903], S. 6067
Zitationshilfe
„erzeugen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/erzeugen>, abgerufen am 14.11.2018.

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