Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

essen

Grammatik Verb · isst, , hat gegessen
Aussprache  [ˈɛsn̩]
Worttrennung es-sen
Wortbildung  mit ›essen‹ als Erstglied: EL1 · Ess-Schüssel · Ess-Störung · Essapfel · Essbesteck · Essdiele · Essecke · Esser · Esserei · Essgabel · Essgerät · Essgeschirr · Essgewohnheit · Esskastanie · Esskultur · Essküche · Esslust · Esslöffel · Essnapf · Esspaket · Esspapier · Essplatz · Essraum · Essschüssel · Essstörung · Essteller · Esstisch · Essverhalten · Essware · Esszimmer · essbar · esslustig
 ·  mit ›essen‹ als Letztglied: abessen · anessen · aufessen · ausessen · durchessen · hindurchessen · hinteressen · leer essen · leeressen · mitessen · vollessen · wegessen · weiteressen · überessen
 ·  mit ›essen‹ als Grundform: Essen
eWDG

Bedeutung

etw., meist feste Nahrung, zu sich nehmen
Beispiele:
eine Schnitte, zwei Stück Kuchen, ein paar Süßigkeiten essen
den Apfel mit der Schale essen
wir werden heute die Reste vom Sonntag essen
kräftig, tüchtig, reichlich, ausgiebig, unmäßig, mit großem Appetit essen
iss nicht so hastig!
esst euch nur richtig satt!
umgangssprachlicher für drei
saloppsich voll, dick und rund essen
saloppwie ein Scheunendrescher (= übermäßig viel) essen
sie konnte vor Aufregung, wegen ihrer Magenbeschwerden nichts essen
umgangssprachlichsie konnte vor Aufregung, wegen ihrer Magenbeschwerden keinen Bissen essen
gut essen und trinken
etw. für sein Leben gern essen
in dem Restaurant kann man gut und preiswert essen
im Betrieb, auf Abonnement essen
gehobenà la carte essen
sie muss Diät essen
vom Teller, aus der Schüssel, mit Messer und Gabel essen
gehobenzu Mittag, Abend essen
landschaftlichzur Nacht essen
umgangssprachlichwir essen abends warm (= essen abends etw. Gekochtes, Gebratenes)
umgangssprachlichwir essen abends kalt (= wir essen abends belegte Brote)
Wer nie sein Brot mit Tränen [ GoetheLehrjahre7,157]
Nein, meine Suppe ich nicht [ H. Hoffm.Struwwelpeter17]
bildlich
Beispiele:
bei jmdm. das Gnadenbrot essen (= als alter, nicht mehr arbeitsfähiger Mensch bei jmdm. beköstigt werden)
umgangssprachlichmit dem ist nicht gut Kirschen essen (= mit ihm ist schwer auszukommen)
umgangssprachlich, scherzhaftjmdn. arm essen
saloppder kann mehr als Brot essen (= leistet Überdurchschnittliches)
sprichwörtlichder Appetit kommt beim Essen (= die Lust an einer Sache kommt bei eingehenderer Beschäftigung mit ihr)
sprichwörtliches wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird (= das Gefürchtete wird nicht so schlimm werden)
sprichwörtlichwes Brot ich esse, des Lied ich singe (= bei wem ich mein Geld verdiene, den lobe ich)
sprichwörtlichwer nicht arbeitet, soll auch nicht essen
sprichwörtlichwie man isst, so arbeitet man
sprichwörtlich Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen
umgangssprachlich, scherzhaft, sprichwörtlichselber essen macht fett
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

essen · Essen
essen Vb. ‘Nahrung zu sich nehmen’, ahd. eʒʒan (8. Jh.), mhd. eʒʒen, asächs. aengl. etan, mnd. mnl. ēten, nl. eten, engl. to eat, afries. anord. eta, schwed. äta, got. itan ergeben germ. *etan. Verwandt sind griech. édein (ἔδειν), lat. edere, aslaw. jasti, russ. est’ (есть), lit. ė́sti, aind. ádmi mit Anschluß an die die Wurzel ie. *ed- ‘essen’, zu der auch Zahn, Aas (s. d.) sowie die Kausativa atzen, ätzen und das Präfixverb fressen (s. d.) gehören. Dazu das wohl zur Wurzel gebildete Substantiv Essen n. ‘Speise, Mahlzeit’, ahd. eʒʒan (9. Jh.), mhd. eʒʒen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Mahlzeit zu sich nehmen · essen · speisen · zu Tisch sein (Arbeitswelt)  ●  dinieren  geh. · tafeln  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) einverleiben · (sich) gütlich tun (an) · (sich) zu Gemüte führen · Nahrung aufnehmen · essen · speisen · verkosten · verschmausen · verspeisen · zu Munde führen  ●  (etwas) zwischen die Kiemen bekommen  ugs. · Essen fassen  ugs. · einnehmen (Mahlzeit)  geh. · fressen  derb · futtern  ugs. · in sich hineinschaufeln  ugs. · mampfen  ugs. · spachteln  ugs. · verdrücken  ugs. · vernaschen  ugs. · verputzen  ugs. · verspachteln  ugs. · weghauen  ugs. · wegputzen  ugs. · wegspachteln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(es sich) schmecken lassen · genießen · schlemmen · schwelgen  ●  (genüsslich) essen  ugs. · (sich etwas) auf der Zunge zergehen lassen  ugs. · schmausen  geh., veraltend, scherzhaft
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›essen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›essen‹.

Verwendungsbeispiele für ›essen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine Frau, die sich makrobiotisch ernährte, litt an Übelkeit, bis sie sich erlaubte, Käse zu essen. [Wilberg, Gerlinde M.: Zeit für uns, München: Frauenbuchverl. 1979, S. 25]
Ein Trick, um abzunehmen, besteht darin, sich niemals satt zu essen. [Fresenius, Hanna: Sauna, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1987 [1974], S. 61]
Obwohl wir schon zwei Tage lang verhaftet waren, hatten wir in der ganzen Zeit nicht ein einziges Mal zu essen bekommen. [o. A.: Jahrestag des "Bromberger Blutsonntages" – Bericht eines deutschen Augenzeugen, 03.09.1940]
Es gab nichts zu essen, und es war nicht erlaubt, anzuhalten, um etwas zu trinken. [o. A.: Enzyklopädie des Nationalsozialismus – T. In: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 28827]
Seit Tagen hatte er nichts als einige Scheiben trockenen Brotes zu essen. [o. A.: 1947. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1986], S. 18964]
Zitationshilfe
„essen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/essen>.

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