etepetete

GrammatikAdjektiv (in Verbindung mit »sein«)
Aussprache
Worttrennungete-pe-te-te (computergeneriert)
HerkunftHerkunft unsicher
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich, spöttisch übertrieben eigen, übertrieben fein
Beispiele:
sei nicht so etepetete!
sie benimmt sich etepetete
»Du wirst doch nicht etepetete sein«, damit nahm er Lenore das Handtäschchen vom Schoß [A. ZweigJunge Frau329]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

etepetete Adj. ‘zimperlich, auf Wohlanständigkeit bedacht, von übertriebener Ordnungsliebe’; vorwiegend in prädikativer und adverbialer Verwendung. Das zuerst für das Ende des 18. Jhs. nachzuweisende, besonders der nordd. Umgangssprache angehörende Adjektiv ist wohl entgegen anderen Erklärungsversuchen (z. B. Zurückführung auf frz. être ‘sein’, peut-être ‘vielleicht’) zu nd. ȫt(e), entrundet ēte ‘geziert, zimperlich, überfein’ zu stellen; ötepetöte, etepetete, auch in volkstümlichen Kinderversen als sinnentleerte Lautkombination vorkommend, kann dann als ironisch-spielerische Verdopplung gelten. Nd. ȫt(e) (Stimmlosigkeit des Dentals durch hyperkorrekte oder emphatische Aussprache?) entspricht hd. ↗öde (s. d.), das seit dem Mhd. abschätzig (‘widerwärtig, dumm, töricht’) für Personen und deren Verhalten gebraucht werden kann.

Thesaurus

Synonymgruppe
etepetete · ↗zickig · ↗zimperlich
Synonymgruppe
mit abgespreiztem kleinen Finger · übertrieben vornehm (tuend)  ●  auf feiner Herr machend  ugs. · auf vornehme Dame machend  ugs. · etepetete  ugs. · ↗fürnehm  geh., altertümelnd
Assoziationen
Antonyme
  • etepetete  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

zugehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›etepetete‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei sind Sie doch gar nicht so etepetete - als ehemaliger Marinesoldat.
Bild, 28.05.2004
Denn die Menschenfresserin ist nicht nur böse, sondern auch etepetete.
Die Zeit, 07.06.1996, Nr. 24
Bei ihm wird nicht mehr etepetete gedienert und geknickst, mit Fächern gewedelt und mit Kandelabern gefackelt.
Der Spiegel, 18.07.1983
Das wäre einen Hauch zu etepetete, aber moralisch nicht angreifbar, würde der Autor den "Einheimischen" eine eigene Würde zugestehen.
Die Welt, 22.01.2005
Wenn man Studentin ist, darf man sich nicht unter eine Glasglocke setzen und etepetete tun.
Ury, Else: Nesthäkchen fliegt aus dem Nest, Stuttgart: K. Thienemanns 1997 [1920], S. 47
Zitationshilfe
„etepetete“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etepetete>, abgerufen am 15.12.2018.

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