ethisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Wortzerlegung Ethos -isch
Wortbildung  mit ›ethisch‹ als Erstglied: Ethik  ·  mit ›ethisch‹ als Letztglied: sexualethisch
Herkunft zu ēthikósgriech (ἠθικός) ‘den Charakter betreffend, sittlich’ < ḗthosgriech (ἦθος) ‘Charakter, Wesensart, Sitte, Herkommen’
eWDG

Bedeutung

die Ethik betreffend
Beispiele:
ein ethisches Problem
eine ethische Frage, Erkenntnis
von bewusst sittlicher Gesinnung
Beispiele:
eine feste ethische Einstellung, Haltung zeigen, haben
ein ethisch einwandfreies Verhalten
Die Verbindung mit der Natur ruft im Menschen gute ethische Eigenschaften hervor [ Natur u. Heimat1962]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ethos · Ethik · ethisch
Ethos n. ‘sittliche Haltung des Menschen, sein Handeln bestimmende Gesinnung’. Griech. ḗthos (ἦθος) ‘Charakter, Wesensart, Sitte, Herkommen’ sowie (im Plur.) ‘gewohnter Aufenthaltsort’ wird im 18. Jh. von deutschen Schriftstellern aufgenommen, erlangt aber erst im 20. Jh. den heute vorherrschenden Sinn ‘als Triebkraft für das eigene Handeln akzeptierte Moralnormen der Mitglieder einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe’. Das auch ins Lat. entlehnte (griech.-lat. ēthos) griech. Substantiv steht als dehnstufige Bildung neben griech. éthos (ἔθος) ‘Gewohnheit, Sitte’ (aus *ϝέθος) und führt mit aind. svadhā́ ‘Eigenheit, Charakter, Gewohnheit, Sitte, Wohnsitz’, lat. sodālis ‘Kamerad, Gefährte, Tischgenosse’ auf ie. *su̯ē̌dh-, eine Erweiterung des Reflexivstammes ie. *se-, *s(e)u̯e- (s. sich). Ethik f. ‘philosophische Lehre vom Sittlichen, vom moralischen Bewußtsein und Verhalten der Menschen’, Entlehnung des 16. Jhs. von lat. ēthica f., ēthicē f. ‘Moralphilosophie’ nach gleichbed. griech. ēthiká, ēthikḗ (ἠθικά, ἠθική); diese Formen sind Substantivierungen (Neutr. Plur. bzw. durch ein gedanklich zu ergänzendes Substantiv veranlaßtes Fem. Sing.) des von griech. ḗthos (s. oben) abgeleiteten Adjektivs griech. ēthikós (ἠθικός) ‘den Charakter betreffend, sittlich’. ethisch Adj. ‘sittlich, moralisch, auf die Ethik bezüglich’; im Anschluß an gleichbed. lat. ēthicus, griech. ēthikós (s. oben) im 17. Jh. aufkommend.

Thesaurus

Synonymgruppe
ethisch · moralisch · sittlich

Typische Verbindungen zu ›ethisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ethisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›ethisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Damit gleitet das ethische Problem hinüber in eine metaphysische Betrachtungsweise. [Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 1: Altertum und Mittelalter. In: Mathias Bertram (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1948], S. 2597]
Die aber eben wegen dieser Ableitung nicht konsequent ethisch begründet wurde. [Weber, Max: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. I, Tübingen: Mohr 1920 [1920], S. 133]
Arbeitet gut, ist stark von sich eingenommen, sehr ethisch veranlagt. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1934. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1934], S. 148]
Mit den ethischen Folgen ihres Tuns haben sie sich kaum beschäftigt. [Die Zeit, 23.03.2000, Nr. 13]
Ohne metaphysische Bindung gebe es "keine ethische Begrenzung der Freiheit", sei er unfähig zur Verantwortung? [Die Zeit, 13.01.2000, Nr. 3]
Zitationshilfe
„ethisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ethisch>.

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