ethnografisch

Alternative Schreibungethnographisch
GrammatikAdjektiv
Worttrennungeth-no-gra-fisch ● eth-no-gra-phisch
HerkunftGriechisch
WortzerlegungEthnografie-isch
Rechtschreibregeln§ 32 (2)
eWDG, 1967

Bedeutung

völkerkundlich
Beispiele:
eine ethnografische Untersuchung
ein ethnografisches Institut
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ethnisch · Ethnographie · ethnographisch · Ethnologie · ethnologisch
ethnisch Adj. ‘zu einer durch historisch-kulturelle Gemeinsamkeiten verbundenen größeren Menschengruppe gehörend, für eine bestimmte Völkerschaft charakteristisch’. Das im 19. Jh. von der Geschichtswissenschaft, besonders von der sich entwickelnden Völkerkunde her in den allgemeinen Sprachgebrauch gelangende Adjektiv folgt griech. ethnikós (ἐθνικός) ‘zum (fremden) Volk gehörig, volkstümlich, ausländisch’, Ableitung von griech. éthnos (ἔθνος) ‘zusammenlebende Menge, Schar, Stamm, Volk’. Wesentlich früher (bei Paracelsus, 30er Jahre des 16. Jhs.) ist ethnisch in der für kirchenlat. ethnicus, bei christlichen Schriftstellern auch für griech. ethnikós geltenden Bedeutung ‘heidnisch’ belegt (vgl. in diesem Sinne engl. ethnic seit dem 15. Jh., frz. ethnique seit dem 16. Jh.). Ethnographie f. ‘beschreibende Völkerkunde’, auch (als Synonym von Völkerkunde) Bezeichnung für den gesamten Wissenschaftszweig; im 18. Jh. aufkommende Bildung zu griech. éthnos ‘Menge, Volk’ (s. oben) mit dem häufig auftretenden Kompositionselement ↗-graphie (s. d.), die in der 1. Hälfte des 19. Jhs. international bekannt wird, vgl. frz. ethnographie, engl. ethnography, russ. ėtnográfija (этнография); dazu ethnographisch Adj. (18. Jh.). Ethnologie f. ‘vergleichende Völkerkunde’, auch überhaupt ‘Völkerkunde’ (Mitte 19. Jh.), nach frz. ethnologie, engl. ethnology, zusammengesetzt aus griech. éthnos ‘Menge, Volk’ (s. oben) und dem für ‘Lehre, Wissenschaft’ üblichen Grundwort ↗-logie (s. d.); dazu ethnologisch Adj. (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›ethnografisch‹, ›ethnographisch‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ethnografisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›ethnografisch‹, ›ethnographisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich sage Ihnen, es ist vielleicht das beste ethnografische Museum der Welt.
Die Zeit, 01.11.2000, Nr. 44
Heute wie gestern sei eine Abgrenzung der ethnographischen Linien nötig.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1952]
Die ethnographischen Fragen sind durch die Vermehrung des Materials seit der vorigen Auflage eher verwickelter als klarer geworden.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. I,2. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1884], S. 19093
Teil einer breiteren ethnographisch interessierten und der Heimatkunst entsprechenden Bewegung.
o. A.: Lexikon der Kunst - S. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 33897
In den ethnographischen Monographien ist gewöhnlich ein Abschnitt dem B. gewidmet.
Gaedke, J.: Begräbnis. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 24385
Zitationshilfe
„ethnografisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ethnografisch>, abgerufen am 06.04.2020.

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