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ethnografisch

Alternative Schreibung ethnographisch
Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung eth-no-gra-fisch ● eth-no-gra-phisch
Wortzerlegung Ethnografie -isch
Rechtschreibregel § 32 (2)
eWDG

Bedeutung

völkerkundlich
Beispiele:
eine ethnografische Untersuchung
ein ethnografisches Institut
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ethnisch · Ethnographie · ethnographisch · Ethnologie · ethnologisch
ethnisch Adj. ‘zu einer durch historisch-kulturelle Gemeinsamkeiten verbundenen größeren Menschengruppe gehörend, für eine bestimmte Völkerschaft charakteristisch’. Das im 19. Jh. von der Geschichtswissenschaft, besonders von der sich entwickelnden Völkerkunde her in den allgemeinen Sprachgebrauch gelangende Adjektiv folgt griech. ethnikós (ἐθνικός) ‘zum (fremden) Volk gehörig, volkstümlich, ausländisch’, Ableitung von griech. éthnos (ἔθνος) ‘zusammenlebende Menge, Schar, Stamm, Volk’. Wesentlich früher (bei Paracelsus, 30er Jahre des 16. Jhs.) ist ethnisch in der für kirchenlat. ethnicus, bei christlichen Schriftstellern auch für griech. ethnikós geltenden Bedeutung ‘heidnisch’ belegt (vgl. in diesem Sinne engl. ethnic seit dem 15. Jh., frz. ethnique seit dem 16. Jh.). Ethnographie f. ‘beschreibende Völkerkunde’, auch (als Synonym von Völkerkunde) Bezeichnung für den gesamten Wissenschaftszweig; im 18. Jh. aufkommende Bildung zu griech. éthnos ‘Menge, Volk’ (s. oben) mit dem häufig auftretenden Kompositionselement -graphie (s. d.), die in der 1. Hälfte des 19. Jhs. international bekannt wird, vgl. frz. ethnographie, engl. ethnography, russ. ėtnográfija (этнография); dazu ethnographisch Adj. (18. Jh.). Ethnologie f. ‘vergleichende Völkerkunde’, auch überhaupt ‘Völkerkunde’ (Mitte 19. Jh.), nach frz. ethnologie, engl. ethnology, zusammengesetzt aus griech. éthnos ‘Menge, Volk’ (s. oben) und dem für ‘Lehre, Wissenschaft’ üblichen Grundwort -logie (s. d.); dazu ethnologisch Adj. (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›ethnografisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›ethnografisch‹ und ›ethnographisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›ethnografisch‹, ›ethnographisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Neben die immanente Analyse der Darstellung tritt dabei zusehends der ethnographische Vergleich. [Die Zeit, 24.01.1997, Nr. 5]
Heute wie gestern sei eine Abgrenzung der ethnographischen Linien nötig. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1952]]
In ihren späten dokumentarischen Arbeiten ist das ethnographische Interesse offensichtlich geworden. [Süddeutsche Zeitung, 07.10.1995]
Der gesamte Rest ist von eher historiographischem und für den westlichen Leser fast nur ethnographischem Interesse. [Die Zeit, 24.11.1972, Nr. 47]
Die ethnographischen Fragen sind durch die Vermehrung des Materials seit der vorigen Auflage eher verwickelter als klarer geworden. [Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. I,2. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1884], S. 19093]
Zitationshilfe
„ethnografisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ethnografisch>.

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